Dreiviertelmond

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Filmdaten
Originaltitel Dreiviertelmond
Dreiviertelmond.JPG
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
JMK 6[1]
Stab
Regie Christian Zübert
Drehbuch Christian Zübert
Produktion Dieter Ulrich Aselmann
Robert Marciniak
Musik Annette Focks
Kamera Jana Marsik
Schnitt Mona Bräuer
Besetzung

Dreiviertelmond ist ein deutscher Spielfilm von Christian Zübert aus dem Jahr 2011. Die Tragikomödie mit Elmar Wepper in der Hauptrolle startete am 13. Oktober 2011 im Majestic Filmverleih. Der Film basiert auf einer gemeinsamen Idee Züberts und seiner Frau İpek Zübert.

Handlung[Bearbeiten]

Während ihre Mutter beruflich verreist, soll die sechsjährige Hayat bei ihrer türkischen Großmutter in Nürnberg bleiben. Als Hayats Oma plötzlich ins Krankenhaus muss, steigt Hayat wieder bei dem eher fremdenfeindlich eingestellten, missmutigen Taxifahrer Hartmut Mackowiak ins Taxi, den sie als einzigen in Deutschland kennt, da er zuvor sie und ihre Mutter nach Ankunft aus der Türkei vom Flughafen zur Wohnung ihrer Großmutter gefahren hatte. Mackowiak bringt die schlafende Hayat nach Hause und lässt sie in der verlassenen Wohnung auf dem Sofa zurück. Am nächsten Tag sieht Mackowiak aus schlechtem Gewissen doch noch nach ihr und fährt sie zu einem Besuch bei der Großmutter ins Krankenhaus, die ins Koma gefallen ist. Mackowiak, der zwei Monate zuvor nach 35 Ehejahren von seiner Frau Christa verlassen wurde, erkennt, dass Hayat ohne Betreuung ist und nimmt sie widerwillig auf, nachdem auch seine Tochter sich weigert, ein paar Tage für das Mädchen zu sorgen. Mackowiak erfährt vom Verhältnis seiner Frau und spioniert ihr nach, begleitet von Hayat, mit der er sich langsam anfreundet. Hayat reist wieder mit ihrer Mutter in die Türkei zurück. Am Ende des Films reist Mackowiak nach Istanbul und er erfährt, dass Hayat übersetzt „Leben” bedeutet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Schauplatz der Handlung ist Nürnberg.[2] Der Film hatte am 30. September 2011 beim Filmfest Hamburg Premiere.[3] Der offizielle Kinostart folgte schließlich am 13. Oktober. Bis Ende 2012 erreichte Dreiviertelmond in Deutschland etwa 384.000 Kinobesucher.[4] TV-Premiere war am 18. Oktober 2013 auf Arte.

Kritiken[Bearbeiten]

Jan Görner von Filmstarts bezeichnete Dreiviertelmond als „wunderbar aufrichtigen Film über eine ungewöhnliche Begegnung und den Zusammenprall zweier Kulturen.“ Die Produktion vermeide die Gefahr, „in Klischees und Plattitüden zu verfallen“, werde jedoch „bei allem Geschick des Regisseurs und Drehbuchautors erst durch seinen Hauptdarsteller endgültig zu etwas Besonderem.“[5]

Welt Online schrieb: „Wenn man diesem sehr feinen, sehr unaufdringlichen Film eines vorwerfen will, dann eigentlich nur, dass er bei aller Herzenswärme, die er verströmt, doch ein bisschen vorhersehbar ist.“ Die Online-Ausgabe verglich den Film mit Andreas Dresens Episodenfilm Nachtgestalten (1999) und lobte die Darstellung der beiden Hauptcharaktere: „Als Hartmut zeigt [Wepper] nun einmal mehr, dass er zu Unrecht übersehen wurde. Sehr genau weiß er die Balance zwischen Grantlertum und Empathie zu halten, ohne seine Figur je zu verraten. Auf der anderen Seite ist die kleine Mercan Türkoğlu aus Berlin in ihrem frühen Kinodebüt eine wahre Offenbarung: ein Kind, das man einfach liebhaben muss.“[6]

Der film-dienst kritisierte, dass dem Film „emotionale Intensität und Strahlkraft“ fehle. „Zu viel wird ausgespielt, zu oft ausgesprochen, wofür man längst keine Worte mehr brauchte.“ Dreiviertelmond sei eher für das Fernsehen geeignet als für die Kinoleinwand. Jedoch erzähle er eine „anrührende Geschichte“ mit „vielen niedlichen Szenen“ und „besitzt ein großes Herz für seine verlorenen Figuren“.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Christian Zübert erhielt den Bayerischen Filmpreis 2011 für das Drehbuch von Dreiviertelmond. 2012 folgte eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester programmfüllender Spielfilm sowie ein Bambi in der Kategorie „Talent“ für die Hayat-Darstellerin Mercan Türkoğlu. Zübert erhielt ferner den Deutschen Regiepreis Metropolis in der Kategorie Beste Regie Kinofilm.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabe der Jugendmedienkommission
  2. Regina Urban: Der Hartmut ist ja kein Monster. In: Nürnberger Nachrichten. Nordbayern.de. 13. Oktober 2011. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
  3. Dreiviertelmond beim Filmfest Hamburg 2011, abgerufen am 24. Oktober 2011. Siehe auch Video vom Filmfestival auf der offiziellen Filmwebsite.
  4. Filmhitliste: Jahresliste (deutsch) 2012, Filmförderungsanstalt, abgerufen am 4. August 2013
  5. Jan Görner: Dreiviertelmond – Kritik der Filmstarts.de-Redaktion. Filmstarts GmbH. 13. Oktober 2011. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
  6. Ein türkisches Mädchen bekehrt Elmar Wepper. In: Welt Online. Welt.de. 13. Oktober 2011. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
  7. Kathrin Hager: Dreiviertelmond film-dienst, Oktober 2011.