Driftsethe

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53.3833333333338.61666666666675Koordinaten: 53° 23′ 0″ N, 8° 37′ 0″ O

Driftsethe
Wappen von Driftsethe
Höhe: 5 m
Fläche: 15,37 km²
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Postleitzahl: 27628
Vorwahl: 04746
Ahorn-Allee in Weißenberg
Hügelgrab
Illjes-Mausoleum Weißenberg
Mausoleum Driftsethe SG Hagen
Schutzgebiete Hagen

Driftsethe ist eine Ortschaft im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven und gehört zur Gemeinde Hagen im Bremischen.

Geographie und Ortsteile[Bearbeiten]

Driftsethe liegt östlich der A 27 zwischen Bremen und Bremerhaven und nördlich von Hagen im Bremischen.

Der Ortsteil besteht aus drei Ortschaften, dem Haufendorf Driftsethe und den Siedlungen Weißenberg und Tannendorf, die jeweils knapp zwei Kilometer westlich beziehungsweise östlich des Dorfkerns liegen. Der Ort liegt auf dem Nordrand der Geestinsel, die südlich von Uthlede beginnt. Im Westen wurde sie einst durch einen Arm der Weser begrenzt, im Norden und Osten durch die Niederungen des Flusses Drepte. Daher ist Gemarkung durch Geest, Felder, im Süden und um den Ort herum und durch Moor, Weiden und Wiesen im Osten, Norden und Westen gekennzeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Name[Bearbeiten]

Driftsethe wird erstmals in einer Urkunde des Erzbischofs Friedrich I. von Bremen von 1105 über den Umfang der Obedienz Bramstedt als dreptivati erwähnt.

Der Ortsname bedeutet wahrscheinlich Die an der Drepte sitzen, wobei die Drepte ein Nebenfluss der Weser ist, der die Gemeinde nach Osten, hinter Tannendorf, begrenzt. Die Darstellung der Bauernkaten über einem Wellenbalken im Wappen weist ebenfalls auf die Deutung des Namens als Siedlung an der Drepte hin. Der Ortsname soll chaukischen Ursprungs sein.

Frühe Bodenfunde[Bearbeiten]

Auf eine lange Vergangenheit als Siedlungsraum weisen frühe Bodenfunde hin: 21 Grabhügel sollen nach alten Zählungen um Driftsethe herum vorhanden gewesen sein. Sie können der jüngeren Steinzeit zugerechnet werden. Keines jedoch konnte richtig erforscht werden. Das wohl letzte Steingrab wurde Ende der 1890er Jahre „neben der Wirtschaft Seedorf (jetzt Dietrich) im Ackerfelde, tief unter der Oberfläche zufällig gefunden“. Beim Kultivieren der Heide, südwestlich des Dorfes, wurde 1882/1883 ein Urnenfriedhof entdeckt, eine genaue Untersuchung unterblieb jedoch. Spätere Urnenfunde beim Sandfahren am Weißenberg lassen aber den Schluss zu, dass eine Datierung in frühe germanisch-sächsische Zeit zu machen ist. Urkundlich kann der Ort erstmals in Akten der Bremischen Kirche gefunden werden.

Alte Sagen[Bearbeiten]

Früher soll auf Weissenberg einmal ein Schloss gewesen sein, mit einer launischen und hartherzigen Herrin, die stets nur auf das eigene Wohl bedacht war. So geschah der Küchenmagd einmal ein großes Missgeschick. Sie ließ beim Putzen einen der silbernen Becher in den Brunnen fallen und berichtete weinend der Herrin von ihrem Unglück. Doch ungerührt verlangte diese von der Magd, den Becher wieder zu beschaffen. In ihrer Not kletterte sie in den Brunnen und ertrank. Und seitdem erscheint jedes Jahr an ihrem Todestag an dieser Stelle eine weiße Frauengestalt, die den Becher sucht. Bald darauf starb auch die Schlossherrin und wurde in der dortigen Familiengruft beigesetzt. Als man nach Jahren die Gruft öffnete, fand man nur noch einen herzförmigen Stein, der seitdem Herzstein genannt wird.

Neuere Geschichte[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde Hagen und deren Mitgliedsgemeinden sowie die Neubildung der neuen Gemeinde Hagen im Bremischen.[1]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat vor der Eingemeindung nach Hagen im Bremischen[Bearbeiten]

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: In Blau über einen silbernen Wellenbalken im Schildfuß 3 (2:1) silberne Bauernkaten mit goldenem Dach.

Verkehr[Bearbeiten]

Driftsethe hat im Westen über die Anschlussstelle Hagen eine direkte Anbindung an die A 27 BremenBremerhaven. Über die "Schnellfähre Sandstedt–Brake" und dem Wesertunnel bei Dedesdorf auch Zugang nach Nordenham.

In einem Abstand von ca. 16 km Entfernung findet man in Stubben die nächste Eisenbahn mit der Strecke Bremen–BremerhavenCuxhaven.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Hagen im Bremischen#Driftsethe stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Ahorn-Allee[Bearbeiten]

Vor über hundert Jahren wurde eine Bergahorn-Allee (1904) von Carl Arend Ficke, dem damaligen Besitzer des Hofes und Hauses Wittenborgh, am Weißenberg gepflanzt. Noch heute ist sie der Privatweg zu diesem Anwesen. Die Allee besteht aus über hundert Bäumen und hat eine Länge von rund 500 Metern.

Durch Verordnung des Landkreises Cuxhaven vom 17. Dezember 2008 wurde diese Ahornallee zu einem geschützten Landschaftsbestandteil erklärt. [2]

Hügelgräber[Bearbeiten]

Am Weißenberg gibt es eine Dreiergruppe Hügelgräber und ein größeres Einzelgrab. Diese stammen vermutlich aus der mittleren Bronzezeit und sind damit ca. 3000 bis 4000 Jahre alt. Es handelt sich hier wohl um die letzten noch erhaltenen Hügelgräber einer Gruppe von 25 teilweise sehr großen Hügeln. Diese sind kulturhistorisch besonders bedeutsam, weil sie das zuletzt erhaltene Beispiel der Errichtung von Grabhügeln auf den Heideflächen am Rande der Marsch in dieser Gegend sind. In der Mitte derartiger Hügelgräber befindet sich häufig ein Kranz aus größeren Steinen, in die die Urne und gegebenenfalls Beigaben gelegt wurden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in einem Hügelgrab östlich von Kassebruch ein Bronzeschwert gefunden.

Illjes-Mausoleum am Weißenberg[Bearbeiten]

Das Mausoleum der Familie Illjes wurde nach dem Tode des Jacob Illjes 1854 am Weißenberg errichtet. Jakob Illjes stammte ursprünglich aus Sandstedt von einem großen Marschenhof und zog nach einer unglücklichen Liebesgeschichte mit einer entfernten Verwandten des Marschendichters Hermann Allmers in das Ödland am Weißenberg. Dort gründete er die Hofstelle "Wittenborgh". Er starb im Alter von 40 Jahren. Sein letzter Wille war es gewesen, am Weißenberg mit Blick in Richtung Sandstedt beerdigt zu werden. Seine Eltern ließen deshalb das Mausoleum errichten, in dem sie auch selbst später beigesetzt wurden.

Mausoleum[Bearbeiten]

Hinter dem Friedhof in Driftsethe ist das unter Denkmalschutz stehende Mausoleum zu finden. Es wurde etwa. 1889 von der Familie Ficke erbaut und befindet sich heute im Eigentum der Familie von Wurmb, Nachfahren der Familie Ficke.

Vereine[Bearbeiten]

  • Angelklub
  • Driftsether Sportverein
  • Fahr- und Reitverein
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Landjugend
  • Schützenverein
  • Spielmannszug

Natur[Bearbeiten]

In Driftsethe besteht seit 1985 das 140 Hektar große Naturschutzgebiet LU 118 Bargsmoor/Rechtenflethermoor und das Landschaftsschutzgebiet CUX 39. Bereits im Jahr 1938 wurde das „Gehölz am Weißen Berge“ von 21 ha durch den Landrat des Landkreises Wesermünde zum Landschaftsschutzgebiet CUX 39 erklärt. Früher war dort ein mit Heide bedeckter Boden, welcher nun mit standortgerechten Bäumen bewachsen ist.

Söhne und Töchter des Orts[Bearbeiten]

  • Diedrich Steilen (*1880 in Driftsethe; † 1961 in Bremen) machte sich als Heimatforscher verdient und war in der deutschen und niedersächsischen Heimatbewegung aktiv.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Hagen im Bremischen, Landkreis Cuxhaven vom 19. Juni 2013, In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 10/2013 vom 25. Juni 2013, S. 162
  2. LB CUX 51; Die Verordnung als PDF

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Driftsethe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien