Drillich

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Drillich (auch Drill, Drell; in der Schweiz auch Drilch oder Trilch, dazu auch Zwillich oder Zwilch) ist eine dichte, reißfeste und strapazierfähige Gewebekonstruktion in Köperbindung. Als Material kommen Baumwolle, Leinen, Halbleinen oder Chemiefaser zum Einsatz, für Zwillich auch Wolle. Drillich gibt es in zahlreichen auf die Bindung oder den Verwendungszweck hinweisende Einzelbezeichnungen.

Deutsche Soldaten beim Üben des Bajonettfechtens, Soldat rechts trägt einen Drillich

Drillich[Bearbeiten]

Die Gewebeart ist nach den dreifachen Fäden benannt. Die Bezeichnung stammt aus dem Althochdeutschen und führt zurück zum lateinischen trilix ‚dreifädig‘ (lat. licium ‚Faden‘). Durch die in Köper- oder Drellbindung gefertigten Stoffe entsteht die hohe Reißfestigkeit. In dieser Art werden Möbelstoffe gewebt. Bei der Rollladenherstellung werden einzelne Massivholzleisten mit zähelastischen Leim, wie Weißleim rückseitig mit Drell verleimt und es entsteht eine feste, flexible Leistenmatte. Verwendung fand der Stoff in der Uniformherstellung und er ist am Fischgrätmuster (engl. HBT = hering bone twill) erkennbar. Beim Militär bezeichnete Drillich die einfache Dienst-Uniform, die beispielsweise während der Ausbildung getragen wurde.

Zwillich[Bearbeiten]

Hierfür wird dem Namen entsprechend mit zwei Fäden in Köper- oder Zwillichbindung gewebt. Zudem kommt für Zwillich auch Wolle zum Einsatz. Auch diese Stoffart wurde vorwiegend für Uniformen eingesetzt. Für derbe Berufsbekleidung wird ebenfalls Stoff in dieser Webart genutzt. Mit Leinen- oder Hanffasern wird er zu Tisch-, Bettzeug und Handtüchern verarbeitet. Das Wort ist aus mittelhochdeutsch zwil(i)ch, substantiviert aus: zwil(i)ch = zweifädig (in Anlehnung an lateinisch bilix = zweifädig, zu: licium = Faden) gebildet.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duden: der Zwillich

Literatur[Bearbeiten]