Droga ekspresowa S6

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Droga ekspresowa S6 in Polen
Droga ekspresowa S6
 E28-PL.svg
Karte
Droga ekspresowa S6
Basisdaten
Betreiber: GDDKiA-2011-Logo.svg
Straßenbeginn: Goleniów
(53° 35′ N, 14° 49′ O53.58904714.822951)
Straßenende: Pruszcz Gdański
(54° 14′ N, 18° 37′ O54.23528218.608717)
Gesamtlänge: 335,9 km
  davon in Betrieb: 47,05 km
  davon in Planung: 288,85 km

Woiwodschaft:

Nutzungsvoraussetzung: Lkw-Streckenmaut
Ausbauzustand: 1×2 und 2×2 Fahrstreifen
Die S6 bei Słupsk (07.2006)
Die S6 bei Słupsk (07.2006)

Die Droga ekspresowa S6 (polnisch für „Schnellstraße S6“) ist eine in Polen geplante Straßenverbindung von Goleniów (Gollnow) nach Gdańsk (Danzig) mit einer Gesamtlänge von ca. 330 Kilometern, die fast parallel zur Küste der Ostsee verläuft und Szczecin (Stettin) mit den drei Städten Gdynia (Gdingen), Sopot (Zoppot) und Gdańsk (Danzig) verbindet. Die S6 wird zwischen Goleniów-Północ und Gdańsk-Południe ein Teil der Europastraße 28.

Planungsgeschichte[Bearbeiten]

Die S6 bei Gdynia

Bereits vor 1945 bestanden Planungen im Zuge der Reichsautobahn Berlin–Königsberg, die die Städte Stettin und Danzig miteinander verbinden sollte. Allerdings verlief die gewählte Trasse, auf der abschnittsweise noch bis 1942 Bauarbeiten begannen, über Stargard (heute Stargard Szczeciński) durch die Pommersche Seenplatte, Bärwalde (Barwice), Bütow (Bytów) südlich an Danzig vorbei bis nach Elbing (Elbląg), wo sie an die bereits fertiggestellte Autobahn nach Königsberg im damaligen Ostpreußen (heute Kaliningrad, Oblast Kaliningrad, Russische Föderation) anschließen sollte.

Nachdem die Schnellstraßen-Netzpläne von Polen aus den Jahren 1945, 1946 und 1963 noch eine Verbindung Szczecin–Gdańsk vorgesehen hatten, die den Planungen vor 1945 ähnelte, enthielt der Plan aus dem Jahre 1971 nunmehr eine weiter nördlich über Koszalin (Köslin) verlaufende Trasse.[3][4][5] Auch 1976 und 1985 war diese Streckenvariante in den Plänen enthalten. Zu einer Realisierung kam es jedoch bis zur politischen Wende in Polen nicht.[6][7]

Mit dem ab 1990 verbundenen Anstieg des Pkw-Bestandes und des Straßengüterverkehrs entstand ein Bedarf an leistungsfähigen Ost-West-Verbindungen. So sah der Netzplan des Jahres 1993 wieder eine Schnellstraße Szczecin–Gdańsk–Elbląg–Kaliningrad vor.[8] Auch 1996 war diese Strecke enthalten.[9]

2001 entfiel dann die Strecke in den Planungen wurde jedoch ab 2003 wieder aufgenommen.[10][11][12]

2007 wurden die Pläne der ursprünglich geplanten Trasse der S6 geändert:

  • Es wurde damit begonnen, eine neue ca. 180 km lange Trassenvariante mit dem Verlauf Wicimice (Witzmitz) – Kołobrzeg (Kolberg) – Koszalin (Köslin) zu untersuchen. Am 9. Juli 2010 wurde diese offiziell vorgestellt und genehmigt.[13]
  • Am 5. Dezember 2007 wurde beschlossen, die Planungen für eine Nordwestumfahrung von Szczecin (Stettin) mit einer Länge von über 50 km aufzunehmen. Diese Trasse ist derzeit weder ein Teil des geplanten Autobahn- und Schnellstraßennetzes der Regierung noch ein Abschnitt der S6.
  • Eine Fortsetzung der S6 von Gdynia (Gdingen) in westlicher Richtung ist seit 2007 in Planung. Hierzu wurden mehrere Trassenvarianten untersucht, die zwischen den Anschlussstellen Gdynia-Wielki Kack und Gdańsk-Karczemki von der bereits bestehenden S6 abzweigen. Die Planungen riefen erhebliche Widerstände bei Betroffenen hervor.[14]

Fertiggestellte Abschnitte[Bearbeiten]

Abschnitt [15] Länge   Bauzeit   Baukosten Verkehrsübergabe
Knoten Nowogard-Zachód − Knoten Nowogard-Wschód
(Umfahrung Nowogard)
009,7 km 2010–2011 228 Mio. Złoty
(54 Mio. Euro)
22. Dezember 2011[16]
Knoten Słupsk-Reblinko − Knoten Słupsk-Redzikowo Anm. 1
(Umfahrung Słupsk)
016,3 km 2008−2010 351 Mio. Złoty
(86 Mio. Euro)
26. Oktober 2010[17]
Kreuzung Gdynia-Morska − Knoten Gdynia-Wielki Kack Anm. 2 008,8 km 1973–2003
(in Etappen)
Knoten Gdynia-Wielki Kack − Knoten Rusocin 029,2 km
Summe 047,05 km 579 Mio. Złoty
(140 Mio. Euro)
Anm. 1 nur eine Fahrbahn
Anm. 2 zukünftig kein Teil der S6[18]

Umfahrung von Nowogard[Bearbeiten]

Die Umfahrung von Nowogard (Naugard) umfasst einen 9,4 km langen Straßenabschnitt mit drei Knoten: Nowogard-Zachód (-West), Nowogard-Północ (-Nord) und Nowogard-Wschód (-Ost). Der Abschnitt ist mit zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen ausgestattet. Der Bauvertrag mit der Baufirma Budimex wurde am 31. März 2010 unterschrieben, sodass die Bauarbeiten noch im April beginnen konnten. Der Fertigstellungstermin war für den 21. Februar 2012 vereinbart worden. Jedoch wurde die Bauarbeiten so beschleunigt, dass die erste Fahrbahn am 18. November 2011 für den Verkehr freigegeben werden konnte.[19] Am 22. Dezember 2011 erfolgte die Verkehrsübergabe der zweiten Fahrbahn und somit auch die Fertigstellung des Abschnittes 61 Tage vor der im Bauvertrag festgelegten Terminvereinbarung. Die Baukosten beliefen sich auf 228 Mio. Złoty, wovon 186 Mio. Złoty von der Europäischen Union getragen wurden.[16]

Geplante Abschnitte[Bearbeiten]

Abschnitt[15] Länge geplante Bauzeit voraussichtliche Baukosten
Knoten Goleniów-Północ – Knoten Nowogard-Zachód[20] 018,5 km 2015−2018 3,3 Mrd. Złoty
(825 Mio. Euro)
Knoten Nowogard-Wschód − Knoten Płoty-Północ 019,6 km 2015−2018
Knoten Płoty-Północ − Knoten Kiełpino 014,2 km 2015−2018
Knoten Kiełpino − Knoten Kołobrzeg-Zachód 024,1 km 2015−2018
Knoten Kołobrzeg-Zachód − Knoten Ustronie Morskie 014,7 km 2015−2018
Knoten Ustronie Morskie − Knoten Bielice (S6/S11) 025,1 km 2015−2018
Knoten Bielice (S6/S11) − Knoten Sianów-Wschód 018,3 km 2015−2017 1,8 Mrd. Złoty
(450 Mio. Euro)
Knoten Sianów-Wschód − Knoten Sławno-Bobrowice 021,6 km 2017−2020
Knoten Sławno-Bobrowice − Knoten Wrześnica 012,0 km
Knoten Wrześnica − Knoten Słupsk-Reblinko 011,7 km
Knoten Słupsk-Redzikowo – Knoten Lębork-Zachód/Leśnice[21] 040 km 2,28 Mrd. Złoty
(575 Mio. Euro)
Knoten Lębork-Zachód/Leśnice – Knoten Gdynia-Wielki Kack[22] 060,9 km 4,1 Mrd. Złoty
(1 Mrd. Euro)
Summe 288,85 km 14,2 Mrd. Złoty
(3,5 Mrd. Euro)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schnellstraße S6 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Verlauf der S6 bei motorways-exitlists.com (englisch, abgerufen 12. Dezember 2010)
  2. Bau der Ortsumgehung von Goleniów (polnisch)
  3. Eugeniusz Buszma: „Przegląd komunikacyjny” Nr. 3-4 September-Oktober 1945 (polnisch) (Version vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive)
  4. Eugeniusz Buszma: „Drogowiec” Nr. 1 und 2 von 1946 (polnisch) (Version vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive)
  5. Eugeniusz Buszma: „Drogowiec” Nr. 8 von 1971 (polnisch) (Version vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive)
  6. Beschluss des Regierungspräsidiums vom 23. Januar 1976 (polnisch) (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  7. Beschluss des Regierungspräsidiums vom 14. Juni 1985 (polnisch) (Version vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive)
  8. Beschluss des Ministerrates vom 28. September 1993 (polnisch)
  9. Beschluss des Ministerrates vom 23. Januar 1996 (polnisch)
  10. Beschluss des Ministerrates vom 29. September 2001 (polnisch)
  11. Beschluss des Ministerrates vom 26. August 2003 (polnisch)
  12. Beschluss des Ministerrates vom 15. Mai 2004 (polnisch)
  13. Neue Trasse führt über Kołobrzeg (GDDKiA) (polnisch)
  14. Trasa Lęborska - TAK!, ale którędy? (polnisch)
  15. a b Übersichtskarte der GDDKIA zu allen Autobahnen und Schnellstraßen
  16. a b Obwodnica Nowogardu w ciągu S6 w całości otwarta (GDDKiA) (polnisch)
  17. Umfahrung von Słupsk zum Verkehr freigegeben (GDDKiA) (polnisch)
  18. Schema des geplanten Straßennetzes rund um die Dreistadt
  19. Tranzyt już omija Nowogard (polnisch)
  20. S6 Goleniów - Obwodnica Słupska (GDDKiA)
  21. S6 Obwodnica Słupska - Lębork (GDDKiA)
  22. S6 Lębork – Obwodnica Trójmiasta (GDDKiA)
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing