Dromologie

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Als Dromologie (zu altgr. dromos (Rennbahn) und logos (Wissenschaft), „Logik des Laufs“) bezeichnet man eine 1977 von Paul Virilio in Geschwindigkeit und Politik begründete transhistorische und transpolitische Forschungs- und Sichtweise zur Untersuchung gesellschaftlicher Verhältnisse unter spezieller Berücksichtigung von deren Verhältnis zur Geschwindigkeit. Als Hilfswissenschaften werden Technikgeschichte, Mediengeschichte, Militärwissenschaft, Urbanistik, Physik und Metaphysik genutzt.

Virilio sieht Geschwindigkeit als verborgene Seite von Reichtum und Macht und damit als entscheidenden Faktor, der die Gesellschaft bestimmt. Geschichtliche Epochen und politische Ereignisse werden unter diesem Blickwinkel zu Geschwindigkeitsverhältnissen. Seines Erachtens vernichtet die Geschwindigkeit den Raum und verdichtet die Zeit. Dies sei das verhängnisvollste Phänomen des 20. Jahrhunderts.

Der so genannte Dromologische Stillstand kann als Effekt der Selbstblockade verstanden werden. Zwei Beispiele dafür sind:

  • Die Menschen werden immer mobiler. Fast jeder Deutsche hat ein Auto, manche Familien sogar zwei oder drei: man steht im Stau.
  • Jeder hat immer mehr Telekommunikationsanschlüsse – ist aber dadurch auch nicht besser erreichbar.

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