Druckrohrleitung

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Triebwasserleitung oberhalb des Vermuntsees, die zur Turbinenanlage führt
Druckrohre zum Rudolf-Fettweis-Werk
Triebwasserleitung des Kraftwerks Dobra über den Kamp und durch den Berg zum Krafthaus bei Krumau, Durchmesser etwa 4 Meter

Als Druckrohrleitung bezeichnet man eine Rohrleitung, in der im Gegensatz zu einer Freispiegelleitung ein größerer Druck herrscht als der atmosphärische Druck.[1] Bevor eine Druckleitung in Betrieb genommen wird, muss mit einer Druckprobe ermittelt werden, ob die Leitung dicht ist (DIN 4044). In Druckrohrleitungen wird häufig Wasser, Erdöl oder Erdgas transportiert, andere Medien sind jedoch ebenfalls gebräuchlich. In Fernwärmeleitungen wird neben Warmwasser auch Wasserdampf transportiert. Die längste Rohrleitung der Welt und damit die längste Druckrohrleitung ist mit 5327 Kilometern die Erdölleitung Freundschaft.[2]

Konstruktion[Bearbeiten]

Druckrohrleitungen sind nicht auf natürliches Gefälle angewiesen, das Medium wird durch den Überdruck in der Leitung transportiert. Ein klassisches Beispiel sind innerstädtische Wasserversorgungen, bei denen der notwendige Überdruck durch Wassertürme hergestellt wird. Druckrohrleitungen sind oft dünner als Freispiegelleitungen im gleichen Versorgungsgebiet, da die zu transportierenden Mengen geringer sind und der gesamte Querschnitt genutzt wird. Im Gegensatz zur Freispiegelleitung ist zum Betrieb einer Druckwasserleitung externe Energie erforderlich.

Druckrohrleitungen können stärkere und abruptere Fließrichtungsänderungen als Freispiegelleitungen verkraften, so sind 90°-Bögen in der Regel kein Hindernis, im Freispiegel werden Änderungen mit mehr als 45° aufgrund der Verstopfungsgefahr vermieden.

Triebwasserleitung[Bearbeiten]

Eine Triebwasserleitung ist eine spezielle Bezeichnung einer Druckrohrleitung im Anwendungsgebiet der Wasserkraft. Sie verbindet Wasserspeicher und Krafthaus eines Wasserkraftwerkes, wie z.B. bei einem Pumpspeicherkraftwerk, auf dem kürzesten Weg.[3]

Düker[Bearbeiten]

Die Düker in Freispiegelleitungen sind technisch gesehen Druckrohrleitungen, da der Innendruck geringfügig höher ist als der atmosphärische Druck. Sie werden aber meist nach den Vorschriften für Freispiegelleitungen konstruiert, solange keine zu starke Turbulenzen zu erwarten sind.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Druckleitung auf Lexikon.Wasser.de, abgerufen am 27. September 2013
  2. MDR zur Eröffnung der Erdölleitung Freundschaft
  3. Andreas Moser: Triebwasserleitung mit Teilstücken bis zu 80° Neigung – Elektrizitätswerk Plankenbach (San Cassiano) (PDF; 162 kB), abgerufen am 27. September 2013

Weblinks[Bearbeiten]