Drumlin

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Der auf einem Drumlin erbaute Ort Raderach
Drumlins mit Baum im Kanton Zürich, Schweiz
Drumlin bei Markdorf, Bodensee
Schema eines Drumlin-Felds
Schema

Drumlins (von irisch droimnin /drim´/ „kleiner Rücken“, „Höhenrücken“) sind längliche Hügel von tropfenförmigem Grundriss, deren Längsachse in der Eisbewegungsrichtung eines (eiszeitlichen) Gletschers liegt. Als typische Maße werden eine Länge von mehreren 100 bis mehreren 1000 m bei einer Höhe von 10 bis im Einzelfall über 40 m angegeben. Die stromlinienförmigen Körper wurden unter einem sich aktiv bewegenden Gletscher geformt. Sie sind Bestandteil der Grundmoränenlandschaft. Drumlins treten häufig als Gruppen in Fächerform oder gestaffelt auf.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entstehung

Im Zehrgebiet eines Gletschers überwiegt die Ablagerung von Material, nicht die Abtragung. Es wird Lockersediment in der Regel als Geschiebemergel gebildet, welche durch Eisdruck verformbar sind. Die Grenzfläche zwischen dem Gletscher und seinem verformbaren Untergrund ist nach dem Helmholtzschen Gesetz wellenförmig. Wenn das Grundmoränenmaterial jetzt ein plastisches Gemisch aus Wasser und Sedimenten ist und der Gletscher auf einen Felshöcker oder eine Steigung trifft, kann die Grundmoräne unter dem aufgebauten Druck Wasser abgeben, so dass die subglazialen Sedimente sich verfestigen. In anderen Fällen wurden vorhandene Erhebungen und Sedimente wie ältere tertiäre Sande oder bereits vorhandene Moränen früherer Gletscherphasen durch einen späteren Gletscher „überfahren“. In beiden Fällen erhalten sie ihre stromlinienförmige Gestalt durch die Bewegung des Gletschers.[2]

[Bearbeiten] Verbreitung

In Mitteleuropa sind Drumlins vor allem aus dem alpinen Vergletscherungsgebiet bekannt. Der Bodenseeraum um Konstanz, das Eberfinger Drumlinfeld nahe dem oberbayerischen Weilheim und das Zürcher Oberland sind Beispiele für Drumlin-Landschaften. In Norddeutschland sind Drumlins hingegen ein seltenes Phänomen. Es gibt aber einige Drumlingebiete im Jungmoränengebiet Nordirlands, Polens und des Baltikums, die aber auch dort nur wenige Prozent der Grundmoränenflächen bedecken. Umstritten ist, ob es in den Brandenburger Grundmoränenlandschaften Drumlins gibt. Ein Kandidat dort ist der Kleine Rummelsberg.

Verbreitet sind Drumlins hingegen in Nordamerika.

[Bearbeiten] Ähnliche Formen

Im Unterschied zu den Drumlins entstanden die weniger stromlinienförmigen und sehr langgestreckten Oser durch Schmelzwasser, welches unter dem Gletscher abfloss.

Die den Drumlins ebenfalls ähnlich sehenden Rundhöcker bestehen nicht aus Lockermaterial, sondern aus Festgestein und weisen eine leicht andere Form auf. Sie sind eine Form der glazialen Abtragung.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

Karl A. Habbe: On the origin of the drumlins of the South German Alpine Foreland (II): The sediments underneath In: R. Aario and O. Heikkinen (Hrsg.): Proceedings of the third International Drumlin Symposium, Geomorphology 6 (1992)

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Drumlin – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. Springer, 2010, ISBN 9783827418104. Seite 33f.
  2. Die Erklärung folgt: Frank Press, Raymond Siever (Hrsg.): Allgemeine Geologie. Spektrum Akademischer Verlag, 2008. ISBN 978-3-8274-1812-8, Seite 592
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