Dschang

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Dschang
Dschang (Kamerun)
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Koordinaten 5° 27′ N, 10° 3′ O5.4510.05Koordinaten: 5° 27′ N, 10° 3′ O
Basisdaten
Staat Kamerun

Provinz

Ouest
Bezirk Menoua
Höhe 1380 m

Dschang ist eine Stadt in Kamerun. Sie ist Verwaltungssitz des Departements Menoua in der Region Ouest.

Lage und Bevölkerung[Bearbeiten]

Dschang liegt im Hochland Westkameruns, im französischsprachigen Teil des Landes, auf einer Höhe von 1380 m. Die Stadt gehört politisch zur Provinz Ouest und hat rund 70.000 Einwohner. Die Bevölkerung setzt sich überwiegend aus Bamileke zusammen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Seit der Kolonialzeit ist Dschang ein bedeutendes landwirtschaftliches Zentrum. Eine Rolle spielt heute vor allem die Schweinezucht. In der Stadt selbst gibt es eine Poststelle, Banken und Tankstellen.

Die Verkehrsanbindung erfolgt über ganzjährig befahrbare Pisten, teilweise über Asphaltstraßen. Sammeltaxi- bzw. Busverbindungen bestehen nach Bafoussam und Yaoundé.

Geschichte[Bearbeiten]

Militärstation Dschang, ca. 1915
Auf dem Markt in Dschang

Dschang entstand als regionales Zentrum in deutscher Kolonialzeit durch die Anlage einer Militärstation innerhalb der Foréké-Chefferie, die im Mai 1907 die frühere Station Fontemdorf als Bezirkssitz ablöste. Verlegung und Aufbau der Station erfolgten durch den Offizier Emil Rausch, der der Bezirksleitung bis 1914 vorstand.

Bis 1912 stand Dschang als Sitz der 8. Kompanie der Kaiserlichen Schutztruppe unter Militärverwaltung und wurde dann in Zivilverwaltung überführt und 1913 zum Bezirksamt erhoben. Schon in deutscher Zeit wurde die erste landwirtschaftliche Versuchsstation und eine landwirtschaftliche Schule für die indigene Bevölkerung eingerichtet.

Religion[Bearbeiten]

Die Bevölkerungsmehrheit in Dschang gehört der katholischen Kirche an. In größerem Umfang sind auch evangelische Konfessionen und der Islam vertreten.

Bildung[Bearbeiten]

Dschang ist seit 1993 Sitz einer Universität mit Fakultäten u.a. für Rechts- und Staatswissenschaften und Landwirtschaft.

Literatur[Bearbeiten]

  • Florian Hoffmann: Okkupation und Militärverwaltung in Kamerun. Etablierung und Institutionalisierung des kolonialen Gewaltmonopols 1891–1914, Göttingen 2007

Weblinks[Bearbeiten]