Dscharabulus

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arabisch ‏جرابلس‎, DMG Ğarābulus
Dscharabulus
Dscharabulus (Syrien)
Dscharabulus
Dscharabulus
Koordinaten 36° 49′ N, 38° 1′ O36.81805555555638.01Koordinaten: 36° 49′ N, 38° 1′ O
Basisdaten
Staat Syrien

Gouvernement

Aleppo
Höhe 350 m
Einwohner 25.705

Dscharābulus (arabisch ‏جرابلس‎, DMG Ğarābulus, im Englischen Jarabulus) ist eine Stadt im Gouvernement Aleppo im Norden Syriens. Dscharābulus liegt an der syrisch-türkischen Grenze gegenüber der türkischen Stadt Karkamış am linken Ufer des Euphrat, der vom 1999 fertiggestellten Tishrin-Damm weiter südlich aufgestaut wird. Vom Grenzübergang zwischen Karkamış und Dscharābulus führt die Landstraße 216 südwärts nach Manbidsch. Die Stadt wird im örtlichen arabischen Dialekt auch Dschrāblos genannt. Schreibvarianten sind Djerabis, Djeraboolos oder Djerablus.

Die Stadt hat eine gemischte Bevölkerung aus Arabern, Kurden und Türken. Sie liegt in einer kulturgeschichtlich sehr alten Region. Archäologische Fundstätten in der Nähe sind Karkemiš auf türkischer Seite und Jerablus Tahtani zwischen Stadt und Euphrat. Beide Fundorte zeigen, dass die Gegend von Dscharābulus schon seit der Kupfersteinzeit bewohnt ist. Der Ort war ein Schnittpunkt wichtiger Handelsrouten am Fluss, wirtschaftlich und politisch begünstigt durch die Lage am Rand einer fruchtbaren Ebene mit Zugang zu rohstoffreichen Bergregionen.

Dscharābulus war lange ein Teil des osmanischen Reiches. Während des frühen 20. Jahrhunderts wurde unter deutsche Planung 1913 der Bahnhof Djerablus der Bagdadbahn zwischen den Orten Dscharābulus und Karkamış errichtet. Südlich der Eisenbahnbrücke[1] wurde zur selben Zeit eine Straßenbrücke über den Euphrat gebaut.[2]

Mit dem Ersten Weltkrieg spalteten sich die arabischen Provinzen vom Reich ab. Das Gebiet kam 1923 als Völkerbundmandat für Syrien und Libanon unter französisches Mandat und als Grenze wurden der Verlauf der Bagdadbahn festgelegt, so dass Dscharābulus an Syrien fiel. Der Bahnhof wurde zum Niemandsland.

Während des syrischen Bürgerkrieges ab 2011 strömten viele tausende Flüchtlinge in die Stadt, deren Einwohnerzahl sich verdoppelte. Teile der Flüchtlinge wurde auf der türkischen Seite in Zeltlagern untergebracht. Wegen des Grenzübergangs ist dieser Ort für die Aufständischen wichtig, weil hier Material und medizinische Hilfe organisiert und bezogen werden können.

Im Juni 2013 kam es in der Stadt zu Kämpfen zwischen der Freien Syrischen Armee und dem Islamischen Staat im Irak und der Levante (ISIS), die ISIS für sich entschied.[3] Seitdem kontrolliert ISIS die Stadt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. flickr.com (Foto der Eisenbahnbrücke von 1915–18)
  2. Ignaz Civelli: Deutsche Schienen in osmanischem Boden (Googlebook Vorschau)
  3. Benjamin Weinthal: Syrian refugees in Turkish camps ask 'are we wild animals?' Jerusalem Post, 29. September 2013, abgerufen am 6. Oktober 2013.
  4. Benjamin Weinthal: Syrian Refugees Face an Increasingly Horrific Situation in Turkey. The Atlantic, 2. Oktober 2013, abgerufen am 6. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten]