Duékoué

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Duékoué
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Duékoué (Elfenbeinküste)
Duékoué
Duékoué
Basisdaten
Region: Lagunes
Departement: Duékoué (Department)
Bezirk: Moyen-Cavally
Bürgermeister:
Koordinaten: 6° 44′ N, 7° 21′ W6.7333333333333-7.35Koordinaten: 6° 44′ N, 7° 21′ W
Höhe:  m
Fläche:  km²
Einwohner: 75.000 (2011)
Website:

Duékoué ist eine Stadt im Westen der Elfenbeinküste. Sie liegt in der bergigen Waldregion Moyen-Cavally[1] und zählte zu Beginn des Jahres 2011 75.000 Einwohner.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über eine Verbindung nach Liberia.[3]

In Duékoué befindet sich ein großes Missionsgelände mit zwei Kirchen, einer Kapelle und mehreren Bürogebäuden.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Um Duékoué wird Kakao angebaut, illegal Gold gefördert, Holz gerodet und Handel betrieben. Die Stadt ist von Armut geprägt.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Duékoué ist multiethnisch.[1] Es gibt jedoch seit Jahren Auseinandersetzungen zwischen der lokalen Ethnie der Weh und ihrer Miliz Front de Libération du Grand Ouest (FLGO) und eingewanderten Arbeitern aus Burkina Faso um die Kontrolle der lukrativen Kakaoplantagen. Mit Beginn des Bürgerkrieges 2002 wurden zahlreiche Burkiner aus der Region verjagt, weil die Weh ihnen gemeinsame Sache mit den aus dem muslimischen Norden stammenden Rebellen vorwarfen.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Zuge der Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste 2010 kam es zu gewalttätigen Unruhen in Duékoué. Mindestens 14 Menschen wurden dabei getötet und 10.000 bis 15.000 flüchteten aus der Stadt.[1] Bei der darauffolgenden Regierungskrise kam es am 3. Januar 2011 zu schweren Kämpfen zwischen verfeindeten Milizen. Dabei gab es mindestens vier Tote.[6] Bei Kämpfen in der Region kamen am 6. Januar 14 Menschen ums Leben.[7] Anfang März 2011 Truppen von Laurent Gbagbo gegen Einheiten der Rebellenkoalition Forces Nouvelles, die Alassane Ouattara unterstützen.[8] Die Stadt fiel am 29. März 2011 in die Hand der Forces républicaines de Côte d’Ivoire (FRCI).[9]

Zwischen dem 28. und 30. März 2011 kam es zu einem Massaker mit mehreren hundert Toten.[5][10] Nach Angaben eines Reporters von AFP wurden die meisten Häuser der Stadt verbrannt.[2]

Während der Einnahme flüchteten etwa 30.000 Menschen vor den Soldaten der FRCI auf das Missionsgelände der Stadt. Noch im Dezember lebten um die 2.400 Personen dort.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Dominic Johnson: Der neue ivorische Bürgerkrieg beginnt. In: die tageszeitung. 6. Januar 2011, abgerufen am 7. Januar 2011.
  2. a b «Wir haben getötet, wen wir töten konnten». In: Tages-Anzeiger. 3. April 2011. Abgerufen am 4. April 2011.
  3. Anhänger von Ouattara starten Offensive. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. März 2011, abgerufen am 4. April 2011 (deutsch).
  4. a b Katrin Gänsler: „Wir sind noch nicht in Sicherheit“. In: die tageszeitung. 15. Dezember 2011, abgerufen am 15. Dezember 2011 (deutsch).
  5. a b Thomas Scheen: Brutale Kämpfe und Massaker. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. April 2011, abgerufen am 3. April 2011 (deutsch).
  6. Dominic Johnson: Gbagbo bleibt stur. In: die tageszeitung. Abgerufen am 17. Juni 2011 (deutsch).
  7. Elfenbeinküste: US-Sanktionen gegen Gbagbo. In: Die Presse. 7. Januar 2011, abgerufen am 22. Juni 2011 (deutsch).
  8. Johannes Dieterich: Gefechte in „Bagdad City“. In: Frankfurter Rundschau. 17. März 2011, abgerufen am 18. März 2011 (deutsch).
  9. Militäroffensive in Elfenbeinküste ausgedehnt. In: ORF. 29. März 2011, abgerufen am 4. April 2011 (deutsch).
  10. Dominic Johnson: Ähnlich wie Völkermord. In: die tageszeitung. 3. April 2011, abgerufen am 4. April 2011 (deutsch).