Du’a Khalil Aswad

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Du’a Khalil Aswad (arabisch ‏دعاء خليل أسود‎, DMG Duʿāʾ Ḫalīl Aswad; * 1989 oder 1990; † 7. April 2007 im Irak) war ein siebzehnjähriges jesidisches Mädchen, das vermutlich bei einem sogenannten Ehrenmord im Irak von einer Menschenmenge gesteinigt wurde. Ein Video des Lynchmordes, das offensichtlich von einer Person aus der Menschenmenge mit einer Handykamera aufgenommen wurde,[1] wurde ins Internet gestellt und sorgte weltweit für Entsetzen. Gerüchte, dass das Mädchen vor seiner Steinigung angeblich zum Islam übergetreten sei, führten zu einer massiven Verstärkung muslimischer Ressentiments gegen Jesiden. Mehrere brutale Terroranschläge in der Folgezeit, die sich ausschließlich gegen Jesiden richteten, werden als Racheakte muslimischer Extremisten für die Steinigung gedeutet.[2]

Das Video[Bearbeiten]

In diesem Video ist unter anderem zu erkennen, wie das Mädchen um Hilfe schreit, während ihm einige Personen aus der Menschenmenge in die Magengegend treten. Schließlich lässt ein Mann einen großen Stein auf ihren Kopf fallen, woraufhin sie regungslos und blutüberströmt liegen bleibt. Ebenfalls ist in dem Video zu sehen, dass das Mädchen bei seiner Steinigung teilweise entblößt wurde, was zeigen soll, dass es seiner Familie und der Religion der Jesiden Schande gebracht hat. Im Verlauf des Videos kann man auch irakische Sicherheitskräfte sehen, die der Steinigung tatenlos zuschauen.[3][4]

Das Motiv der Steinigung[Bearbeiten]

Auch wenn das Motiv für die Steinigung nicht klar ist, deutet alles auf einen Ehrenmord hin. Weitere Quellen behaupten, dass das Mädchen angeblich wegen des Übertritts zum Islam gesteinigt worden sei. Der Übertritt zum Islam soll wegen der Liebe zu einem sunnitischen Jungen erfolgt sein.[5][6]

Beerdigung und Reaktionen[Bearbeiten]

Nach dem ca. 30 Minuten langen grausamen Mord wurde das Mädchen verbrannt und zusammen mit den Überresten eines Hundes begraben, was ihre Wertlosigkeit demonstrieren sollte. International erregte die grausame Steinigung große Empörung. Amnesty International reagierte mit einem Aufruf gegen Ehrenmorde.[7] Vier Männer wurden im Zusammenhang mit dem Mord im Nordirak verhaftet. Mehrere hundert Demonstranten nahmen an einer Demonstration in Arbil teil, die ein Ende der Ehrenmorde forderte.[8][9]

Es wird davon ausgegangen, dass die verheerenden Bombenanschläge auf zwei ausschließlich von Jesiden bewohnte nordirakische Ortschaften am 14. August 2007 ein Racheakt sunnitischer Extremisten für die Steinigung waren.[2] Bei den Anschlägen wurden fast 800 Menschen ermordet und mehr als 1.500 verletzt.[10] Am 22. April 2007 wurden bei Mossul 23 Jesiden von sunnitischen Extremisten erschossen.[11]

Siehe auch: Anschlag von Sindschar

Belege[Bearbeiten]

  1. http://www.aina.org/news/20070425181603.htm
  2. a b The Times: Survivors of bombs left to die in rubble, von Ayhem Omar, 19. August 2007
  3. http://www.cnn.com/video/player/player.html?url=/video/world/2007/05/18/todd.stoning.death.cnn&wm=11
  4. Das Video
  5. Daily Mail: The moment a teenage girl was stoned to death for loving the wrong boy, 3. Mai 2007
  6. http://web.amnesty.org/library/Index/ENGMDE140272007
  7. http://web.amnesty.org/actforwomen/svaw-060607-action-eng
  8. http://www.stophonourkillings.com/index.php?name=News&file=article&sid=1589
  9. http://www.kurdishaspect.com/doc050507G.html
  10. United States Commission on International Religious Freedom: Iraq Report - 2008
  11. AMNESTY INTERNATIONAL – Iraq: Amnesty International appalled by stoning to death of Yezidi girl and subsequent killings (Version vom 6. Juni 2008 im Internet Archive) www.amnesty.org