Dubí

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dubí (Begriffsklärung) aufgeführt.
Dubí
Wappen von Dubí
Dubí (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Teplice
Fläche: 3385,483[1] ha
Geographische Lage: 50° 41′ N, 13° 47′ O50.67888888888913.790833333333389Koordinaten: 50° 40′ 44″ N, 13° 47′ 27″ O
Höhe: 389 m n.m.
Einwohner: 8.127 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 417 01 - 417 32
Kfz-Kennzeichen: U
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 7
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Pípal (Stand: 2013)
Adresse: Ruská 264
417 01 Dubí
Gemeindenummer: 567507
Website: www.mesto-dubi.cz
Lageplan
Lage von Dubí im Bezirk Teplice
Karte

Dubí (deutsch: Eichwald / Erzgebirge) ist eine nordböhmische Stadt in der Region Ústí nad Labem in Tschechien.

Geographie[Bearbeiten]

Dubí liegt vier Kilometer nördlich von Teplice am Südhang des Osterzgebirges auf einer Seehöhe zwischen 300 und 870 Meter. In Dubí kreuzt die von Altenberg (Verlängerung der deutschen B 170) nach Teplice führende Staatsstraße I/8 mit der südlich parallel des Erzgebirgskamm verlaufenden Straße I/27 bzw II/253 von Krupka (Graupen) nach Hrob (Klostergrab) bzw. Litvínov (Ober-Leutensdorf).

Geschichte[Bearbeiten]

Eichwald wurde an einer Furt im hier von Eichenwald dominierten Miriquidi-Wald des Erzgebirges gegründet. Durch diese Furt führte ein alter Handelsweg der Kelten, von Dux kommend nach Aussig an der Elbe. In Nachbarschaft dieses Handelswegs befanden sich 3 große Oppida: Dux und Doxan in Böhmen sowie Dohna in Sachsen. Diese Oppida waren Handelszentren und Münzstätten, die durch sogenannte „Wegefahrten“ miteinander verbunden waren. Von Dux aus führten 2 Wege nach Osten: die „große Wegefahrt“ (Langujest) über Teplitz, Modlan nach Aussig, die „kleine Wegefahrt“ (Kleinujest) über Haan, Klostergrab, Eichwald, Jüdendorf, Hohnstein im Eulaugrund nach Tetschen. Diese „kleine Wegefahrt“ führte unmittelbar am Fuße des Erzgebirges entlang und furtete im Eichenwald den Seegrundbach (Bystřice).

Da die damals mögliche tägliche Marschleistung 25 km betrug, war es von Dux zur Furt im Eichenwald ein Tagesmarsch. Aus diesem Grunde entstanden an der Furt bald Hütten und Lagerschuppen, um die Rastenden und ihre Waren aufzunehmen. Diese Hütten mögen lange Zeit die einzigen im Tal des Seegrundbaches gewesen sein, denn erst mit der Zunahme des Handels und vor allem mit dem Aufblühen des Bergbaues im 14. und 15. Jahrhundert wurden Kolonisten durch den Grundherren angesiedelt.

Die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1494, als Graupener Bergleute unweit der Furt ein Schmelzwerk für Zinn erbauten. Denn auch im Tale des Seegrundbaches (Flössbach) wurden Zinngraupen gefunden. Später wurde Holz für die Turner Schmelzhütten auf der aufgestauten Flössbach nach Turn (Trnovany) geflösst. Weiterer Bergbau auf Zinn wurde vor allem am Glantzberg (Uhliště) und am Bornhauberg (Pramenáč, 909 m), wo noch heute Reste von Mundlöchern zu finden sind, betrieben.

Eichwald gelangte im 16. Jahrhundert zur Herrschaft Teplitz, nach dem es Gegenstand von dauernden Streitigkeiten zwischen der Klosterherrschaft Ossegg und der Herrschaft Graupen wegen großer Erzlagerstätten war.

Kirche der Unbefleckten Empfängnis

Durch seine Lage in einem Kerbtal des Erzgebirges ist Eichwald durch den Kamm des Gebirges vor Nordwinden geschützt, Eichwald wurde so wegen seines angenehmen Gebirgsklimas, der reinen Luft und der schönen waldreichen Umgebung zu einem gern besuchten Kurort. Etwa um 1860 errichtete der Fabrikant Anton Tschinkel eine Wasserheilanstalt. Den Anstoß dazu erhielt er von dem Balneologen Löschner. Durch Zukauf weiterer Grundstücke konnte Tschinkel den Kurbereich erweitern, woraus sich später das Theresienbad entwickelte. Das Theresienbad war eines der bekanntesten Heilbäder Mitteleuropas.

Die zwischen 1897 und 1906 im Stil der italienischen Gotik errichtete Kirche der Unbefleckten Empfängnis war eine Filialkirche der Pfarrkirche Weißkirchlitz (Novosedlice), die durch die Fürsten Clary-Aldringen errichtet wurde. Sie ist ein Nachbau der Kirche Madonna dell´Orto in Venedig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde der größte Teil der deutschböhmischen Bevölkerung aufgrund der Beneš-Dekrete enteignet und vertrieben.

In den Jahren nach der Wiedervereinigung Deutschlands erlangte die Stadt und die in Richtung Deutschlands führende Fernstraße E55 zweifelhafte Bekanntheit für die dort, trotz späterer dagegen gerichteter Bemühungen tschechischer Behörden, konzentrierte Prostitution.

Die Stadt ist durch ihre Heilquellen als Kurort, und die Porzellan- und Majolikaherstellung mit Imitationen des Meißener Zwiebelmusters bekannt. Außerdem gibt es eine Glasindustrie (Farb- und Tafelglas) und Herstellung von Isolierstoffen. Im Ortsteil Cínovec befindet sich auf 855 m n.m. ein Grenzübergang nach Sachsen über den Kamm des Erzgebirges.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Ortsteil Pozorka

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Dubí besteht aus den Ortsteilen Běhánky (Pihanken), Bystřice (Wistritz), Cínovec (Böhmisch Zinnwald), Drahůnky (Dreihunken), Dubí (Eichwald), Mstišov (Tischau) und Pozorka (Zuckmantel).[3] Grundsiedlungseinheiten sind Běhánky, Běhánky-jih, Bystřice, Bystřice-jih, Cínovec, Dolní Drahůnky, Dolní Dubí (Unter Eichwald), Drahůnky, Drahůnky-sever, Dubí-střed, Lesní brána (Waldthor), Mstišov, Na dolech, Nádraží, Pozorka, Rudolfova Huť und Strážný vrch.[4] Auf dem Gemeindegebiet liegt außerdem der aufgelassene Ort Přední Cínovec (Vorderzinnwald).

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Běhánky, Cínovec, Drahůnky, Dubí u Teplic, Dubí-Bystřice, Dubí-Pozorka und Mstišov.[5]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Gustav Brecher (1879–1940), deutsch-jüdischer Dirigent und von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben
  • Volkmar Gabert (1923–2003), deutscher sozialdemokratischer Politiker
  • Carl Oskar Renner (1908-1998), bayerischer Schriftsteller

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dubí – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/567507/Dubi
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/567507/Obec-Dubi
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/567507/Obec-Dubi
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/567507/Obec-Dubi