Dubrawka von Böhmen

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Büste der Herzogin Dąbrówka, Palais von Julian Ursyn Niemcewicz in Ursynów, Warschau

Dubrawka von Böhmen (auch Dabrowka, tschechisch Doubravka, Dubrovka, polnisch Dąbrówka, Dobrawa Przemyślidka; † 977) aus der Herrscherfamilie der Přemysliden war ab 965 als Ehefrau des polnischen Herzogs Mieszko I. Herzogin von Polen.

Leben[Bearbeiten]

Dubrawka war die Tochter des Herzogs Boleslav I. von Böhmen. Ihr Geburtsdatum ist unbekannt und kann nicht genauer als in die Zeitspanne zwischen den Jahren 929 und 953 eingegrenzt werden.

Sie war möglicherweise in erster Ehe mit dem Markgrafen Günther von Merseburg verheiratet. 965 (nach älteren Angaben 963) heiratete sie den polnischen Herzog Mieszko I., der im Rahmen der Hochzeit seinem alten Glauben abschwor, sich taufen ließ und zum Christentum übertrat. Diese Ehe band die slawischen Herzogtümer Böhmen und Polen politisch enger aneinander. Eine spätere historische Tradition schreibt Dubrawka den Bau einiger Kirchen in Posen und Gnesen zu. Auch an der Gründung des ersten polnischen Bistums in Posen im Jahr 968 soll sie beteiligt gewesen sein.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Günther von Merseburg hatte einen Sohn, dessen Mutter Dubrawka gewesen sein könnte: Ekkehard von Meißen, den späteren Herzog von Thüringen.

Aus ihrer Ehe mit dem polnischen Herzog Mieszko I. ging Sohn Boleslaw I., der spätere polnische König, hervor. Ob Świętosława, die spätere schwedische und dänische Königin, eine Tochter Dubrawkas und Mieszkos war, ist ungewiss. Ebenso unsicher ist, ob auch der spätere böhmische Herzog Vladivoj aus dieser Ehe stammte.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Sláma: Slavníkovci ve středověkém písemnictví, Prag 1987, S. 403f.
  • Sommer, Petr; Třeštík, Dušan; Žemlička, Josef et al: Přemyslovci. Budování českého státu. Nakladatelství Lidové noviny, Prag 2009, ISBN 978-80-7106-352-0, S. 551.