Dubrovnik (Schiff, 1931)

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Dubrovnik
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Schiffsdaten
Flagge JugoslawienKönigreich Jugoslawien (Seekriegsflagge) Jugoslawien
ItalienItalien (Seekriegsflagge) Italien
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
andere Schiffsnamen
  • Premuda
  • TA-32
Schiffstyp Zerstörer
Stapellauf 12. Oktober 1931
Indienststellung Mai 1932
Verbleib Am 25. April 1945 gesprengt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
113,2 m (Lüa)
105,1 m (Lpp)
Breite 10,66 m
Tiefgang max. 3,22 m
Verdrängung Konstruktion: 1.910 t
Maximal: 2.845 t
 
Besatzung 200 Mann
Maschine
Maschine 3 Yarrow-Dampfkessel
2 Satz Parson-Getriebe-Dampfturbinen
Maschinen-
leistung
42.000 PS (30.891 kW)
Geschwindigkeit max. 37 kn (69 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung ab 1931
  • 4 × 14 cm Sk
  • 2 × 8,4 cm Sk
  • 6 × 4.0 cm Flak
  • 6 × Torpedorohr ∅ 53,3 cm
  • 40 Seeminen
Bewaffnung ab 1941
Bewaffnung ab 1943
  • 4 × 10,5 cm L/65 Flak
  • 10 × 3,7 cm Flak
  • bis zu 7 × 2-cm-Fla-Vierlinge
  • 3 × Torpedorohr ∅ 53,3 cm
  • 40 Seeminen
  • 4 Wasserbombenwerfer

Die Dubrovnik war ein Zerstörer der Jugoslawischen Marine, der Anfang der 1930er Jahre gebaut wurde. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges kam er auch unter dem Namen Premuda in der Königlich Italienischen Marine und als Torpedoboot TA-32 in der deutschen Kriegsmarine zum Einsatz.

Geschichte[Bearbeiten]

Jugoslawische Marine[Bearbeiten]

Die Dubrovnik bei hoher Fahrt (37 kn), etwa 1936

Als Flottillenführer nach britischen Vorbild wurde das Schiff auf der Werft Yarrow & Co. Ltd in Glasgow am 10. Juni 1930 auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 12. Oktober 1931, die Indienststellung für die jugoslawische Marine im Mai 1932. Es war der zu diesem Zeitpunkt größte bisher gebaute Zerstörer. Jugoslawien hatte gefordert, dass das Schiff stärker bewaffnet und schneller sein sollte als seine eventuellen italienischen Gegner. Die Geschütze wurden von der tschechischen Firma Škoda geliefert, und das Schiff hatte eine für damalige Zeit sehr starke Flugabwehr-Bewaffnung.

Die Dubrovnik brachte König Alexander I. zu seinem Staatsbesuch im Oktober 1934 nach Frankreich und brachte nach seiner Ermordung in Marseille seinen Leichnam wieder zurück.

Bei Ausbruch des Krieges mit Jugoslawien verhinderte der schnelle Vormarsch der Truppen der Achsenmächte jeden operativen Einsatz durch die jugoslawische Marine. Die Dubrovnik wurde am 17. April 1941 zusammen mit den beiden Zerstörern Beograd und Ljubljana in Kotor von Italien erbeutet.

Italienische Marine[Bearbeiten]

Sie wurde in Premuda umbenannt und nach teilweiser Auswechslung ihrer Bewaffnung im Januar 1942 von der italienische Marine in Dienst gestellt. Die 84-mm-Geschütze wurden durch vier 37-mm-Flak ersetzt, und das Schiff erhielt ein neues Feuerleitgerät italienischer Bauart. Sie wurde ab Februar 1942 zur Sicherung der Geleitzüge nach Nordafrika eingesetzt und nahm im Juni 1942 an der Operation gegen die britischen Geleitzüge Vigorous und Harpoon teil. Darauf erfolgte die erneute Verwendung im Geleitsicherungsdienst, bis sie 1943 für eine Grundüberholung nach Genua in die Werft ging. Dort sollte ihre Hauptbewaffnung auf vier 13,5-cm L/45 Geschütze umgestellt und die Fla-Bewaffnung mit 37-mm L/54 Flak and 20-mm L/70 MGs modernisiert werden. Um eine Überladung zu verhindern, sollte einer der beiden Torpedo-Drillingssätze entfernt werden. Bei der Verkündung der italienischen Kapitulation war sie nicht fahrbereit und wurde daher am 9. September von den Deutschen erbeutet.

Deutsche Kriegsmarine[Bearbeiten]

Das Schiff wurde zunächst zum Jägerleitschiff umgebaut. Dazu wurde ein Funkmessgerät des Typs „Freya“ A1 auf dem Achterschiff eingebaut. Die Hauptbewaffnung bestand nunmehr aus drei 10,5 cm L/65 Flak, und die Torpedorohre wurden entfernt. Als der Umbau im Frühsommer 1944 vollendet war, war die alliierte Luftüberlegenheit jedoch bereits so überwältigend, dass Jägerleitschiffe nutzlos geworden waren, und am 18. Juni 1944 wurde entschieden, das Schiff wieder zum Torpedoboot zurückzubauen. Das Funkmessgerät wurde durch eine vierte 10,5-cm-Flak und zusätzliche 2-cm-Fla-Vierlinge ersetzt, und drei 53,3-cm-Torpedorohre deutscher Fertigung wurden im Drillingssatz eingebaut.[1]

Am 18. August 1944 wurde die Premuda mit der Bezeichnung TA-32[2] von die Kriegsmarine in Dienst gestellt. Sie diente als Flaggschiff der in Genua stationierten 10. Torpedoboot-Flottille und versah Einsätze im Ligurischen Meer. Am 18. März 1945 wurde sie bei einer Minenlegeunternehmung nordwestlich von Korsika zusammen mit den ebenfalls erbeuteten ehemals italienischen Torpedobooten TA-24 und TA-29 (ex Arturo und Eridano) von den beiden britischen Zerstörern HMS Meteor und HMS Lookout angegriffen. TA-24 und TA-29 wurden in dem Gefecht versenkt; TA 32 wurde zwar beschädigt, konnte aber aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit und im Schutz von starker Rauchentwicklung entkommen. Nach dem Gefecht vom 18. März war von den ursprünglich acht Booten der Flottille nur noch TA-32 geblieben.

Bei der deutschen Räumung Genuas wurde TA-32 am 24. April von der eigenen Besatzung im Hafen durch Sprengung versenkt. Das Wrack wurde im März 1950 gehoben und in Savona verschrottet.

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Flugabwehrbewaffnung wechselte mehrfach; zeitweise waren bis zu sieben 2-cm-Fla-Vierlinge an Bord.
  2. TA = Torpedoboot Ausland

Literatur[Bearbeiten]

  • M. J. Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1991, ISBN 3-613-01426-2.
  • Wirich von Gartzen: Die Flottille. Außergewöhnlicher Seekrieg deutscher Mittelmeer-Torpedoboote. Köhler, Herford 1982, ISBN 3-7822-0261-9.
  • Zvonimir Freivogel: Kriegsmarine in der Adria 1941-45; Ex-jugoslawische Kriegsschiffe unter deutscher Flagge - ein Stück weitgehend unbekannter Marine- und Seekriegsgeschichte. (Marine-Arsenal Band 40), Podzun-Pallas, Wölfersheim-Berstadt 1998, ISBN 3-7909-0640-9.
  • Zvonimir Freivogel: Beute-Zerstörer und Torpedoboote der Kriegsmarine. (Marine-Arsenal Band 46), Podzun-Pallas, Wölfersheim-Berstadt 2000, ISBN 3-7909-0701-4.

Weblinks[Bearbeiten]