Duchroth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Duchroth
Duchroth
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Duchroth hervorgehoben
49.7836111111117.7386111111111247Koordinaten: 49° 47′ N, 7° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Münster am Stein-Ebernburg
Höhe: 247 m ü. NHN
Fläche: 9,68 km²
Einwohner: 561 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55585
Vorwahl: 06755
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 027
Adresse der Verbandsverwaltung: Rheingrafenstraße 11
55583 Bad Kreuznach
Webpräsenz: www.duchroth.de
Ortsbürgermeister: Manfred Porr
Lage der Ortsgemeinde Duchroth im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild

Duchroth ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Münster am Stein-Ebernburg an.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Duchroth liegt 240 m über dem Meeresspiegel im Naherholungsgebiet Rheingrafenstein, südlich des Hunsrücks, zwischen der Kurstadt Bad Kreuznach und der Edelsteinstadt Idar-Oberstein, unweit des benachbarten Odernheim am Glan, wo der Glan in die Nahe mündet.

Gemeindeteile[Bearbeiten]

Zu Duchroth gehören auch die Wohnplätze Dimrotherhof, Hof Schönblick und Montforterhof.[2]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 633 mm. Die Niederschläge liegen im unteren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 27 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monate ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,7 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 15 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsplan von 1798, gezeichnet von J. Eimann

Der Ort wurde im Jahr 1128 erstmals in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. als Royde erwähnt; sie bezieht sich auf die Zeit des Erzbischofs Willigis (ab 975). Darin wird das Dorf verpflichtet, die St. Marien-Kapelle auf dem Disibodenberg teilweise zu unterhalten.

Im Jahre 1418 stritten Herzog Stephan von Zweibrücken, Sohn des Kaisers Ruprecht von der Pfalz, und Graf Friedrich von Montfort um das Dorf. Während des sog. „Duchrother Kriegs“ kam es auf beiden Seiten zu Toten und Verletzten sowie zu Raub und Brand im Dorf.

Im 16. Jahrhundert wurde das Rathaus errichtet, das heute eines der ältesten in Rheinland-Pfalz ist.

Im 17. und 18. Jahrhundert führten die wirtschaftlich schweren Zeiten dazu, dass viele nach Russland, Amerika oder nach Südosteuropa (Batschka, Banat) auswanderten. Johann Eimann aus Duchroth ist ein Siedlungspionier, der die Siedlungsgeschichte der Batschka begründet hat.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wurde Duchroth durch seinen Landesherrn Christian IV. gezwungen an der Lotterie zur Erbauung der Zweibrücker Herzogsvorstadt teilzunehmen. Tatsächlich gewann das Los des Dorfes. Gewonnen wurde ein Gebäude am Herzogsplatz. Dieses wurde sofort verkauft und mit dem Erlös eine Woche durchgefeiert.

Das Dorf, wie es sich 1798 darstellte, ist durch eine von Eimann aus dem Gedächtnis angefertigte Skizze überliefert. Der Plan zeigt die noch heute größtenteils vorhandene Dorfstruktur, kreisförmig umschlossen von Ringpfad und Graben.

Durch den Wiener Kongress kam das bislang pfälzische Duchroth zu Bayern, wo es bis 1945 verblieb und zum Rheinkreis, ab 1838 Rheinpfalz genannt, gehörte. 1848 standen viele Duchrother auf Seite der nationalen Freiheitsbewegung, weshalb eine längere Zeit im Dorf eine Kompanie bayrischer Jäger zur Strafe einquartiert war. Der Duchrother August Geib war Gründungsmitglied der SPD und ihr erster Schatzmeister.

Bei der Gebietsreform 1969 wurde der Ort vom Landkreis Rockenhausen in den Landkreis Bad Kreuznach umgegliedert. Kirchlich gehört Duchroth weiterhin zur Evangelischen Kirche der Pfalz und zum Bistum Speyer.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Duchroth; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 809
1835 1.016
1871 1.138
1905 1.107
1939 671
1950 729
Jahr Einwohner
1961 671
1970 643
1987 588
1997 577
2005 591
2013 561

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Duchroth besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Duchroth gehört zum „Weinbaubereich Nahetal“ im Anbaugebiet Nahe. Im Ort sind elf Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 35 Hektar. Etwa 85 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2007). Im Jahre 1979 waren noch 36 Betriebe tätig, die damalige Rebfläche war mit 59 Hektar annähernd doppelt so groß.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Duchroth – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 14 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Infothek