DuckDuckGo

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DuckDuckGo
duckduckgo.com
Motto The search engine that doesn't track you. ("Die Suchmaschine, die dich nicht verfolgt.") [1]
Beschreibung Suchmaschine
Registrierung Nein
Sprachen Englisch, teils Deutsch uvm. [2]
Eigentümer Duck Duck Go Inc., Paoli (Pennsylvania) [3]
Erschienen September 2008 [4]
Status Aktiv

DuckDuckGo ist eine Suchmaschine, die keine persönlichen Informationen sammelt und dadurch auch Filterblasen verhindern soll.[5][6][7] Der Datenschutz war nicht das ursprüngliche Ziel, sondern folgte aus Rückfragen in den Hacker News und auf Reddit.[8]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründer von DuckDuckGo ist Gabriel Weinberg, Sohn eines Arztes, der in sehr jungen Jahren einen Onlineshop für die Schneiderei seiner Mutter programmierte, Physik am Massachusetts Institute of Technology studierte und seine Datenbank für E-Mail-Adressen im Jahr 2006 für 10 Millionen US-Dollar verkaufte.[9] Weinberg ist Bachelor of Science der Physik und Master of Science.[10] Im Jahr 2005 verfasste Weinberg seine Masterarbeit im Studiengang Technologie und Politik über das Problem Spam.[11]

Weniger Werbung und mehr Relevanz war auch das ursprüngliche Ziel von DuckDuckGo.[12] Noch im Januar 2011 wurde DuckDuckGo von Weinberg allein betrieben und fiel damals durch eine Werbefläche im Bezirk South of Market von San Francisco auf, die das Tracking durch Google thematisierte.[13] Diese ungewöhnliche Maßnahme an der Straße über die Bay Bridge wurde von diversen Massenmedien der Vereinigten Staaten aufgegriffen.[14] Im Herbst 2011 stiegen verschiedene Investoren ein, als die Nutzung von DuckDuckGo deutlich zugenommen hatte.[15] Mancher Journalist sah die abschaltbare Werbung auf DuckDuckGo und kein Geschäftsmodell.[16] Offizielles Geschäftsmodell von DuckDuckGo ist Werbung, die auf die Suchbegriffe bezogen ist.[17] Die Suchmaschine ist in Perl programmiert und läuft auf FreeBSD mit nginx.[7]

DuckDuckGo ist eine Kombination aus Metasuchmaschine und eigenem Webcrawler. Primär auf Programmierschnittstellen der großen Konkurrenten gestützt (z. B. Yahoo! Search BOSS), wird das Produkt deshalb von TechCrunch als Hybrid bezeichnet.[18][19]

Einige Journalisten bezeichneten den Namen der Suchmaschine als unangemessen.[20] Als Weinberg wegen des Namens gefragt wurde, erklärte er:

“Really it just popped in my head one day and I just liked it. It is certainly influenced/derived from Duck Duck Goose, but other than that there is no relation, e.g. a metaphor.”

„Eigentlich kam er mir eines Tages einfach in den Kopf, und ich mochte ihn einfach. Er ist natürlich beeinflusst/abgeleitet von Duck Duck Goose, aber ansonsten gibt es keinen Bezug, beispielsweise eine Metapher.“[21]

Duck Duck Goose („Ente Ente Gans“) ist ein Kinderspiel, das dem Spiel Plumpsack ähnelt.

DuckDuckGo veröffentlicht detaillierte Statistiken über den Datenverkehr und verzeichnete am 1. März 2012 erstmals mehr als 1,5 Millionen direkte Suchanfragen pro Tag.[22][23]

Die Suchmaschine wurde in der Reihe Elevator Pitch Friday des Weblogs TechCrunch vorgestellt[24] und war Finalist in der Yahoo! Search BOSS – Mashable Challenge.[25] Im Juli 2010 startete Weinberg eine DuckDuckGo-Community-Website, um Benutzern die Möglichkeit zu geben, Probleme zu veröffentlichen, die Verbreitung der Suchmaschine im Netz zu diskutieren, neue Funktionen zu beantragen und darüber zu diskutieren, den Code freizugeben.[26]

Die Linux-Distribution Linux Mint nahm DuckDuckGo in der Version 12 als Standardsuchmaschine auf.[27]

Nach dem Bekanntwerden des Überwachungsprogramms PRISM stiegen die Abfragen diskreter Suchmaschinen wie DuckDuckGo und Ixquick/Startpage sprunghaft an, bei DuckDuckGo verdoppelten sie sich auf rund 3 Millionen täglich.[28] DuckDuckGo unterliegt jedoch wie alle Unternehmen in den Vereinigten Staaten dem USA PATRIOT Act und ist damit verpflichtet, Behörden wie dem FBI, der NSA und der CIA nach einer Genehmigung durch das FISA-Geheimgericht Zugriff auf die eigenen Server zu gewähren. Die Datenschutzbemühungen von DuckDuckGo werden weiter durch den Umstand relativiert, dass die Hosting-Infrastruktur von Amazon genutzt wird, statt eigener Server. Seit Anfang September 2014 wird die Suchmaschine in China blockiert.[29]

Funktionen[Bearbeiten]

Zero-Click-Info über einen gesuchten Begriff der Programmiersprache JavaScript

Die Suchergebnisse von DuckDuckGo sind eine Mashup, eingeschlossen Yahoo! Search BOSS, Wikipedia und seinen eigenen Webcrawler DuckDuckBot.[7][30] DuckDuckGo benutzt dabei Daten von vielbesuchten Websites, speziell Wikipedia, um die „Zero-click“-Infokästchen zu bestücken.[31] Dabei handelt es sich um kleine Bereiche oberhalb der Suchergebnisse, die Themenzusammenfassungen und verwandte Themen beinhalten.[32] Duck Duck Go bietet außerdem die Möglichkeit, entweder hauptsächlich kommerzielle Einkaufsseiten bzw. hauptsächlich Info-Seiten ohne Verkaufsabsichten anzuzeigen. Dies kann durch verschiedene Such-Buttons auf der Homepage ausgewählt werden.[33] Auch kann man gezielt in bestimmten Webseiten, darunter etwa Amazon, eBay und verschiedene Weblogs, suchen, indem man die „!Bang“-Syntax nutzt. Hierbei handelt es sich um spezielle Schlüsselwörter, die mit einem Ausrufezeichen beginnen und die man in seiner Suchabfrage verwenden kann. Suchen auf Amazon.de sind etwa mit dem Schlüsselwort !amde möglich.[34]

DuckDuckGo positioniert sich auf dem Markt als eine Suchmaschine, bei der die Privatsphäre ihrer Nutzer an erster Stelle steht. Aus diesem Grund werden keine IP-Adressen gespeichert, keine Informationen über Besucher protokolliert und Cookies nur verwendet, wenn sie absolut notwendig sind.[35][36] Weinberg sagt: „DuckDuckGo sammelt oder teilt standardmäßig keine persönlichen Informationen. Das ist kurz gesagt unsere Datenschutzrichtlinie.“[37] Weinberg hat die Qualität seiner Suchmaschine dahingehend weiterentwickelt, dass Suchergebnisse für Firmen, die, wie er glaubt, reine „Inhaltsmühlen“ sind, wie z. B. Demand Medias eHow, ausgefiltert werden. Dort werden täglich 4.000 Artikel veröffentlicht, die von selbständigen und dafür bezahlten Autoren produziert werden. Weinberg bezeichnet diese Inhalte als „schlechte Qualität und ausschließlich dafür erstellt, die Seite beim Google-Suchindex weit nach oben zu bringen“. DuckDuckGo versucht ebenso eHow-Resultate zu filtern sowie auch Ergebnisse mit Seiten, die sehr viel Werbung beinhalten.[38]

Im August 2010 führte DuckDuckGo die anonyme Suche ein, einen Ausgangspunkt für die Kooperation der Suchmaschinen mit dem Anonymisier-Netzwerk Tor. Diese erlaubt Anonymität durch Routing des Datenverkehrs durch eine Vielzahl von verschlüsselten Relais. Weinberg sagte: „Ich glaube, das passt genau in unsere Datenschutzrichtlinie. Durch die Nutzung von Tor und DDG kann jeder nun ganz anonym auf der Suche sein. Und wenn Sie unsere verschlüsselte Homepage benutzen, können Sie dazu noch „Ende-zu-Ende-verschlüsselt“ suchen.“[39] DuckDuckGo ist diesbezüglich auch als Tor-Hidden-Service unter http://3g2upl4pq6kufc4m.onion/ erreichbar.

Weiterhin betreibt DuckDuckGo einen XMPP-Bot. Dieser lässt sich zur Kontaktliste eines jeden XMPP-Nutzerkontos hinzufügen und beantwortet Suchanfragen wie die normale Website auch.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DuckDuckGo Startseite. DuckDuckGo. Abgerufen am 4. Juni 2014.
  2. DuckDuckGo Einstellungen. DuckDuckGo. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  3. Company Overview of Duck Duck Go, Inc.. Bloomberg Businessweek. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  4. September 2008 Archives. In: Gabriel Weinberg's Blog. 28. September 2008. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  5. Websites aktuell. In: c't 11/2009. Heise Zeitschriften Verlag. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  6. Markus Franz: Duck Duck Go: Suchmaschine mit maximalem Datenschutz. In: netzwelt. 22. November 2011. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  7. a b c Jon Buys: DuckDuckGo: A New Search Engine Built from Open Source. Giga Omni Media. Juli 2010. Abgerufen am 16. Juli 2010.
  8. DuckDuckGo Founder Gabriel Weinberg Talks About Creating a More Private Search Engine. In: Time. 23. März 2012. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  9. Ducking Google in search engines. In: The Washington Post. 9. November 2012. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  10. Gabriel Weinberg: Gabriel Weinberg. Abgerufen am 7. Mai 2011.
  11. Gabriel R. Weinberg: A Systems Analysis of the Spam Problem (PDF; 7,1 MB) Massachusetts Institute of Technology. 1. Juni 2005. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  12. NSA scandal delivers record numbers of internet users to DuckDuckGo. In: The Guardian. 10. Juli 2013. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  13. DuckDuckGo Challenges Google on Privacy (With a Billboard). In: Wired. 19. Januar 2011. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  14. Billboard to highlight how Google tracks users across the Web. In: USA Today. 14. Januar 2011. Abgerufen am 7. Mai 2011.
  15. Union Square Ventures, Others Invest In Alternative Search Engine DuckDuckGo. In: TechCrunch. 13. Oktober 2011. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  16. Patrick Beuth: DuckDuckGo profitiert von Googles neuen Regeln. In: Die Zeit. 2. März 2012. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  17. Why I've built a search engine that doesn't follow you. In: New Scientist. 24. Juni 2013. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  18. Dan Kimerling: Duck Duck Go, the Hybrid Search Engine. Abgerufen am 7. Mai 2011.
  19. Gabriel Weinberg: Public remarks by Gabriel Weinberg. Abgerufen am 7. Mai 2011.
  20. Frederic Lardnois: Duck Duck Go: Silly Name, Interesting Search Engine, Say Media. 30. April 2009. 
  21. Hacker News. Y Combinator. Abgerufen am 7. Mai 2011.
  22. Alternative Suchmaschine DuckDuckGo! wächst rasant. In: Der Standard. 31. März 2012. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  23. Direct queries per day. Abgerufen am 1. April 2012.
  24. Dan Kimerling: Duck Duck Go, The Hybrid Search Engine. 12. Dezember 2008. 
  25. Adam Hirsch: Voting Round for the BOSS Mashable Challenge. 7. Oktober 2008. 
  26. Gabriel Weinberg: duck.co – The DuckDuckGo Community. July 2010. Abgerufen am 21. Juli 2010.
  27. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatClement Lefevbre: The Linux Mint Blog: Linux Mint signs a partnership with DuckDuckGo. 26. November 2011, abgerufen am 27. November 2011.
  28. Huge traffic spike hits ‘private’ search engines after NSA leaks. In: San Francisco Chronicle. 24. Juni 2013. Abgerufen am 28. Oktober 2013.
  29. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChina blockiert DuckDuckGo. 23. September 2014, abgerufen am 23. September 2014.
  30. Duck Duck Go – FAQ. 
  31. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStefan von Gagern (Computerwoche): Duckduckgo.com: Metasuche mit Tastatur-Turbo. 15. Oktober 2011, abgerufen am 13. Juni 2013.
  32. Duck Duck Go, Inc.: About Duck Duck Go. 
  33. Duck Duck Go, Inc.: Duck Duck Go Launches Shopping Filter. 9. Juni 2009. 
  34. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDuck Duck !Bang. Abgerufen am 25. September 2011.
  35. Ben Schwan (Wirtschaftswoche): Suchen ohne Schnickschnack: DuckDuckGo im Test. 23. Januar 2012. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  36. Ole Reißmann (Spiegel online): Google-Alternative: DuckDuckGo findet ohne Firlefanz. 15. November 2012. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  37. DDG Privacy
  38. Christopher Mims: The Search Engine Backlash Against 'Content Mills'. July 2010. Abgerufen am 26. Juli 2010.
  39. Gabriel Weinberg: DuckDuckGo now operates a Tor exit enclave. August 2010. Abgerufen am 30. September 2010.