Dukkha

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Dukkha (pali दुक्ख; sanskrit दुःख duḥkha ‚schwer zu ertragen‘) ist ein Schlüsselbegriff im Buddhismus, der meist als „Leiden“ übersetzt wird. Er ist zu unterscheiden von dukkhatā, der Leidhaftigkeit. In den alten im Pali-Kanon überlieferten buddhistischen Lehrreden wird dukkha als eines der Drei Daseinsmerkmale (ti-lakkhana) und als die erste der „Vier Edlen Wahrheiten“ (ariyasācca) genannt.[1] Damit ist dukkha, zumindest im Theravada-Buddhismus, der zentrale Begriff zum Verständnis von Buddha Siddhartha Gautamas Lehre:

„Nur eines lehre ich, jetzt wie früher: Das Leiden und das Ende des Leidens.“

Siddhartha Gautama: Anuradha Sutta (SN 44,2)

Das Paliwort dukkha steht im gewöhnlichen Sprachgebrauch für Leiden, Kummer, Elend im Gegensatz zu sukha, das Wohlsein, Behagen, Glück bedeutet. Im übertragenen Sinne bedeutet dukkha Leiden, Leidunterworfensein, Unzulänglichkeit, Elend, Übel, Schmerz, Verletzung, Unbefriedigtheit: also die spannungsreiche Qualität aller Erfahrungen, die von Verlangen, Anhaften und Ego begleitet werden.

Dukkha gilt als universelles Charakteristikum aller Phänomene; da die Dinge unbeständig sind, sind sie unzuverlässig und können uns nie zufriedenstellen. Der naturgegebene Verfall und die Auflösung der Dinge ist dukkha. Im Zusammenhang mit den Vier Edlen Wahrheiten werden drei Aspekte von dukkha betrachtet:

  1. dukkha im gewöhnlichen Sinn als Leiden (dukkha-dukkha)
  2. dukkha verursacht durch Veränderungen (viparinama-dukkha)
  3. dukkha verbunden mit bedingten Daseinsvorgängen (samkhara-dukkha)

Geburt ist dukkha, Altern ist dukkha, Krankheit ist dukkha, Tod ist dukkha; Sorgen, Trauer, Schmerz, Unwohlsein sind dukkha. Mit jemandem zusammen zu sein, den man nicht liebt, ist dukkha. Getrennt zu sein von dem, das man liebt, ist dukkha. Nicht zu bekommen, was man sich wünscht, ist dukkha.[2]

Als Ausdruck der ersten der Vier Edlen Wahrheiten enthält dukkha die tiefer gehende Vorstellung von Unvollkommenheit, Unbeständigkeit, Nichtigkeit und Unwirklichkeit.

Nach der buddhistischen Philosophie ist ein Lebewesen (Individuum) eine Verbindung von ständig sich wandelnden körperlichen und geistigen Kräften oder Energien, die man in fünf Gruppen klassifiziert. Diese fünf Gruppen (fünf Skandhas; Sanskrit: pañca upādānaskandhāḥ; Pāli: khandha) lassen durch Anhaften ebenfalls dukkha entstehen.

In die englische Sprache wird dukkha meist als suffering oder stress übersetzt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Dhammacakkappavattana-Sutta (Samyutta-Nikaya 56,11). Übersetzungen: palikanon.de; englisch von Peter Harvey, Ñanamoli Thera, Piyadassi Thera, Thanissaro Bhikkhu
  2. Saccavibhanga Sutta (Majjhima-Nikaya 141). Vgl. die Übersetzungen von K.E. Neumann und englisch von Piyadassi Thera, Thanissaro Bhikkhu