Dum diversas

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Dum diversas ist eine Päpstliche Bulle, mit der Papst Nikolaus V. am 18. Juni 1452 König Alfons V. von Portugal die Erlaubnis erteilte, Länder der „Ungläubigen“ zu erobern.

Portugiesische Expeditionsreisen[Bearbeiten]

Papst Nikolaus ermächtigte den portugiesischen König, Länder in Westafrika zu erobern, Sarazenen und Heiden zu unterwerfen und zu versklaven. Er kündigte für die Teilnehmer an den Expeditionen gegen die Ungläubigen einen Ablass an.

Beginn des Sklavenhandels[Bearbeiten]

Im Jahre 1441 waren die Portugiesen auf ihren Entdeckungsreisen am Kap Blanco (Westafrika) zum ersten Mal auf Neger gestoßen. Mit dieser Bulle erhielten sie nun von höchster Stelle des Heiligen Stuhls die Erlaubnis, diese Menschen zu versklaven. Diese Praxis war bereits seit 1441 üblich, wurde nun aber von Papst Nikolaus sanktioniert. [1]

Heinrich der Seefahrer[Bearbeiten]

Wenn in der Bulle auch nicht explizit eine geographische Festlegung erfolgte, so ergab sich durch die persönliche Bekanntschaft des Papstes mit Heinrich dem Seefahrer zunächst die Richtung nach Westafrika. Als weltlicher Administrator des Christusordens hatte Heinrich zudem gute Kontakte zum Papst. Somit hatten die christlichen Portugiesen eine moralische Rechtfertigung für ihre Geschäfte und Expeditionen. [2]

Weitere päpstliche Schreiben[Bearbeiten]

  • Papst Nikolaus V. griff mit seiner Bulle Romanus Pontifex vom 8. Januar 1455 nochmals die Eroberung und Versklavung der heidnischen Länder auf.
  • Die nachfolgenden Päpste stimmten den Expansionswünschen der Portugiesen und Spaniern zu, da sich die Päpste als die „Herrscher der Welt“ verstanden, genehmigten sie die Vorstöße bis nach Südafrika und Südamerika. Es ging sogar so weit, dass sie den Globus zwischen Spanien und Portugal aufteilten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Stein, Fahrplan der Weltgeschichte, F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München – Berlin, 1990, ISBN 3-7766-1476-5
  2.  Ronald Daus: Die Erfindung des Kolonialismus. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1983, ISBN 3-87294-202-6 (Gemeinsam herausgegeben mit der GEPA).

Weblinks[Bearbeiten]