Dummheit

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Dumm ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum gleichnamigen deutschen Unternehmer siehe Anton Dumm.

Dummheit bezeichnet umgangssprachlich eine törichte Handlung sowie einen Mangel an Intelligenz oder Weisheit. Im Unterschied zu anderen Bezeichnungen, die auf Mangel an Intelligenz hinweisen, bezeichnet Dummheit (alltagssprachlich) aber auch die Einstellung, nicht nur etwas nicht wahrnehmen zu können, sondern auch es nicht wahrnehmen zu wollen: Etwas nicht sehen zu wollen, was offensichtlich ist, kann auch auf einer emotionalen Einstellung gründen.

In Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon (von 1866) wird allerdings eine weitere Dimension der Dummheit hervorgehoben: In der sehr umfangreichen Sammlung von Sprichwörtern zu dem Thema wird deutlich, dass es auch die Dummen gibt, die sich hindurchmogeln und damit weit kommen („Den Dummen gehört die halbe Welt“; „Der Dumme hat’s Glück“), eine Sichtweise, die heute ungewöhnlich ist.

Definition

Im engeren Sinne ist Dummheit die mangelhafte Fähigkeit, aus Wahrnehmungen angemessene Schlüsse zu ziehen beziehungsweise zu lernen. Dieser Mangel beruht teils auf Unkenntnis von Tatsachen, die zur Bildung eines Urteils erforderlich sind, teils auf mangelhafter Intelligenz oder Schulung des Geistes bzw. auch auf einer gewissen Trägheit und Schwerfälligkeit im Auffassungsvermögen beziehungsweise der Langsamkeit bei der Kombination der zur Verfügung stehenden Fakten oder Daten (siehe Wahrnehmung, Kognition). Die Dummheit ist ein Sachverhalt, der noch innerhalb der Grenzen normaler kognitiven Fähigkeiten liegt und deshalb von geistiger Behinderung oder Unsinn unterschieden werden kann.[1]

Kritik

Die Bezeichnung Dummheit ist im alltäglichen Sprachgebrauch eine starke Wertung oder eine Beleidigung sowie Herabminderung, sobald sie im Zusammenhang mit einer Person verwendet wird. (Eine Person kann als dumm bezeichnet werden; etwas Erarbeitetes/Konstruiertes kann dumm genannt werden; z. B. ein dummer Aufsatz, ein dummer Diskussionsbeitrag). In der heutigen Pädagogik verbietet sich eine solche Wertung, weil sie die Fähigkeiten eines Kindes oder Jugendlichen extrem herabmindert („Du bist so dumm, dass du brummst“; hessisch). Der Wertende erhebt sich überdies arrogant und beleidigend über den Status des Bewerteten – eine Einstellung, die in Erziehungsprozessen heutzutage als indiskutabel gilt.

Literatur

Siehe auch

Weblinks

  • Dummheit auf psychosoziale-gesundheit.net
  • Dummheit aus Alois Reutterer: „Die globale Verdummung – Zum Untergang verurteilt?“

Einzelnachweise

  1.  Dummheit. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 5, Bibliographische Institut, Leipzig 1906 (zeno.org).