Dummy-Variable

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Als Dummy-Variable (selten Scheinvariable[1] oder Stellvertreter-Variable, engl.: dummy variable, auch kurz Dummy) bezeichnet man in der statistischen Datenanalyse eine binäre Variable mit den Ausprägungen 1 und 0 (ja-nein-Variable), die als Indikator für das Vorhandensein einer Ausprägung einer mehrstufigen Variablen dient. Diese der Dummy-Variable zugrunde liegende Variable kann ein beliebiges Skalenniveau haben.

Anwendungen und Beispiele[Bearbeiten]

Bei statistischen Auswertungen kann es hilfreich sein zu wissen, ob eine Untersuchungseinheit eine bestimmte Ausprägung einer kategorialen Variablen aufweist oder nicht. Zu diesem Zweck bildet man eine Dummy-Variable mit den Ausprägungen 1 und 0:

  • 1 = Ausprägung liegt vor
  • 0 = Ausprägung liegt nicht vor

Beispiel: Bei einer Wahlumfrage gibt eine kategoriale Variable an, welche Partei der Befragte wählen würde. Um den Anteil der CDU-Wähler zu ermitteln, benutzt man eine Dummy-Variable mit den Ausprägungen 1 = CDU-Wähler und 0 = kein CDU-Wähler.

Für die logistische Regressionsanalyse kann es von Interesse sein, die Wahrscheinlichkeit für die Ausprägung einer Variablen zu operationalisieren. So bieten einige Statistikprogramme die Möglichkeit, aus einer kategorialen Variablen automatisiert für jede mögliche Ausprägung eine Dummy-Variable zu erzeugen. Bei insgesamt k Ausprägungen einer kategorialen Variablen sind im Prinzip k Dummies denkbar. Man kommt jedoch auch mit (k-1) Dummies aus, um die k Ausprägungen vollständig abzubilden: die (ausgelassene) k-te Ausprägung erkennt man daran, dass alle Dummies den Wert 0 aufweisen.

Bei intervallskalierten Variablen werden Dummys oft benutzt, um anzuzeigen, ob ein Wert dichotom unter oder über einer bestimmten Grenze liegt.

Beispiel: Die Dummy-Variable bekommt den Wert 1, wenn die befragte Person jünger als 50 Jahre ist, und ansonsten den Wert 0.

Literatur[Bearbeiten]

  • C. Reinboth: Multivariate Analyseverfahren in der Marktforschung, LuLu-Verlagsgruppe, Morrisville, 2006.
  • Brosius, F. (2002). SPSS 11. Bonn: mitp-Verlag.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernd Rönz, Hans G. Strohe (1994), Lexikon Statistik, Gabler Verlag, S. 90.