Dun Aengus

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Dun Aengus bzw. Dún Aonghasa

Dun Aengus (irisch Dún Aonghasa) ist ein ursprünglich bronzezeitliches Fort (irisch. dún) auf der vorgelagerten irischen Insel Inishmore, im County Galway. Der innere halbkreisförmige Wall wurde vor etwa 3000 Jahren errichtet, wonach die äußeren, eisenzeitlichen Wälle hinzugefügt wurden, mit zusätzlichen Erweiterungen bis ins Frühmittelalter.[1]

Lage[Bearbeiten]

Die Anlage liegt unmittelbar an der Kante der Steilküste.

Die Anlage auf der Hauptinsel der Aran-Inseln liegt an einem der höchsten Punkte, am Rande einer fast 90 Meter hohen Klippe.[2] Da neben der historischen Bedeutung auch die Aussicht über die Insel als bemerkenswert gilt, die an klaren Tagen bis zu 120 km entfernten Mount Brandon auf der Halbinsel Dingle reicht, wurde der Ort zum beliebtesten Ausflugsziel auf Inishmore. Vom Besucherzentrum, das ein kleines Museum mit den wesentlichen Informationen zu Dun Aengus beherbergt, kann man das etwa einen Kilometer entfernte prähistorische Fort nur zu Fuß erreichen.[3] Besondere Vorsicht ist beim Besuch der Anlage am Rand des fast 90 m hohen Klippenabbruchs geboten, da keinerlei Sicherungen vorhanden sind. An wenigen Stellen kann der Rand der Klippe mit geringerem Risiko betreten werden, da Felsformationen natürliche Stützen oder Geländer bilden.

Der Name Dun Aengus stammt vom Irischen Gott Angus, dem Gott der Liebe und Jugend.

Geschichte und Kontext[Bearbeiten]

Vor der ersten Bauphase der Steinwälle in der Bronzezeit existieren Nachweise für eine Besiedelung ab 1500 v.Chr., ebenso wie das Vorhandensein von Holzbauten innerhalb der später errichteten Festungsanlage.[2] Das Fort gehört neben Cahergall und Leacanabuaile (beide bei Cahersiveen), Staigue Fort im Süden der Iveragh-Halbinsel alle im County Kerry, Dún Chonchúir auf Inishmaan im County Galway und dem Grianán von Aileach im County Donegal zu den bestrestaurierten großen steinernen Ringforts Irlands. Es ist eines von sieben Steinforts auf den Aran-Inseln.

Form und Funktion[Bearbeiten]

Kern der Anlage ist ein Halbkreis von 45 Metern Durchmesser am Rand der Klippe, umgeben von der ersten und mächtigsten der vier Trockensteinmauern. Das Baumaterial ist der charakteristische, oft in geraden Linien und fast rechtwinklig brechende Kalkstein, der Aran-Inseln, wie er auch im nahegelegenen Burren des Countys Clare vorkommt. Die innerste Mauer ist an der Basis 5,20 m breit und über 6 m hoch, wobei rekonstruierte Teile durch Mörtelverbindung erkennbar sind. Zur Zeit der Nutzung befanden sich dort einige Lehmhütten. Inmitten des Halbkreises erhebt sich eine steinerne, rechteckige Plattform, deren Bedeutung unbekannt ist. Ob die Anlage eine inzwischen ins Meer abgestürzte weiterreichende Mauer an der Abbruchkante der Steilküste hatte, die womöglich einen Ringwall oder eine D-förmige Befestigung bildete, ist heute nicht mehr nachweisbar. Um den inneren, halbkreisförmigen Ring liegen noch drei weitere Steinwälle, die unterschiedlich gut erhalten sind. Vor dem dritten Ring befinden sich an manchen Abschnitten sogenannte Cheval de frise, die aus tausenden in den Boden gerammten spitzen Steinen bestehen.[4] Letzteres spricht für die Nutzung als Verteidigungsanlage, wenngleich eine Funktion als Kultstätte, wie für Dún Chonchúir vorgeschlagen, nicht ausgeschlossen werden kann.

Visuelle Eindrücke[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Irische Ausgrabungen The Heritage Council
  2. a b Dún Aonghasa Ausführliche Beschreibung bei The Discovery Programme
  3. Besucherzentrum Dun Aengus
  4. Celtic culture: a historical encyclopedia, von John T. Koch, Verlag ABC-CLIO, 2006 ISBN 1-85109-440-7, Seite 622f., [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dún Aonghasa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

53.125833333333-9.7680555555556Koordinaten: 53° 7′ 33″ N, 9° 46′ 5″ W