Dunningen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Dunningen war von 1915 bis 1918 auch der Name der französischen Gemeinde Donnelay im Département Moselle.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dunningen
Dunningen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dunningen hervorgehoben
48.2113888888898.5072222222222666Koordinaten: 48° 13′ N, 8° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 666 m ü. NHN
Fläche: 48,44 km²
Einwohner: 5953 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 78655,
78713 (Gifizenmoos)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07403, 07402
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 014
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 25
78655 Dunningen
Webpräsenz: www.dunningen.de
Bürgermeister: Dr. Stephan Kröger (parteilos)
Lage der Gemeinde Dunningen im Landkreis Rottweil
Donau Landkreis Freudenstadt Landkreis Tuttlingen Ortenaukreis Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aichhalden Bösingen (bei Rottweil) Deißlingen Dietingen Dornhan Dunningen Eschbronn Epfendorf Fluorn-Winzeln Hardt (Schwarzwald) Lauterbach (Schwarzwald) Oberndorf am Neckar Rottweil Rottweil Schenkenzell Schiltach Schramberg Sulz am Neckar Villingendorf Wellendingen Vöhringen (Württemberg) Zimmern ob RottweilKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Dunningen liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich von Rottweil im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Dunningen liegt zentral in einem den Landkreis Rottweil von Nord nach Süd durchziehenden Offenlandstreifen, der überwiegend ackerbaulich genutzt wird. Dunningen befindet sich im Bereich des Muschelkalks und damit zwischen den geographischen Landschaftseinheiten Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Es gehört noch zum Bereich der Ostabdachung des Mittleren Schwarzwaldes, der im Osten von den Oberen Gäuen abgelöst wird.

Dunningens verkehrsgeographische Lage ist günstig, da die Gemeinde an der B 462, einer wichtigen Verbindungsachse zwischen Rottweil und Schramberg, liegt. So erreicht man die Schweiz in etwa einer Stunde und Österreich in etwa zwei Stunden. Ins nahe gelegene Elsass ist es ebenfalls nicht weit. Nach Stuttgart beträgt die Fahrtzeit etwa eine Stunde, am Bodensee ist man in weniger als einer Stunde. Durch die Ortsteile Seedorf und Lackendorf sowie durch Dunningen selbst fließt die Eschach, ein Nebenfluss des Neckars.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an den Schramberger Stadtteil Waldmössingen, im Osten an den Oberndorfer Stadtteil Beffendorf sowie an Bösingen und Villingendorf, im Süden an das zu Rottweil gehörende Gewann Hochwald, Zimmern ob Rottweil und Eschbronn und im Westen an den Stadtteil Sulgen der Stadt Schramberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Dunningen besteht aus den drei Ortsteilen Dunningen, Seedorf und Lackendorf. Zum Ortsteil Dunningen gehören das Dorf Dunningen, die Weiler Auf der Stampfe und Frohnhof (Berghof), die Höfe Eichhof, Gifizenmoos, Stittholz, Staudenrain und Beckenwäldle und der Wohnplatz Hinterburg. Zu den Ortsteilen Lackendorf und Seedorf gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Im Ortsteil Lackendorf liegt die abgegangene Ortschaft Händelbrunner Hof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge des Dorfes reichen bis zu den Römern. Beweis dafür ist der Fund einer Römerstraße und einer Villa Rustica, eines römischen Bauernhofes. Außerdem gab es im benachbarten Waldmössingen ein Römerkastell. Nach den Römern besiedelten die Alemannen das Gebiet.

Im Jahre 786 wurde Dunningen in einer Schenkungsurkunde des Grafen Gerold (+ 799) an das Kloster St. Gallen erstmals urkundlich erwähnt. Dunningen war zunächst ein reichsfreies Dorf, seit 1435 dann Gebietsort der Reichsstadt Rottweil. 1803 wurde es durch den Reichsdeputationshauptschluss württembergisch und in das neugeschaffene Oberamt Rottweil eingegliedert. Die im 11. Jahrhundert erbaute Burg Dunningen ist über die Jahrhunderte abgegangen.

Im Zuge der Verwaltungsreform in Baden-Württemberg in den 1970er Jahren wurden die Gemeinden Lackendorf am 1. August 1972 und Seedorf am 1. Januar 1974 eingemeindet. Seedorf gehörte früher zur Reichsstadt Rottweil und wurde nach der Mediatisierung im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses dem Oberamt Oberndorf zugeschlagen. Nach dessen Auflösung 1938 fiel der Ort an den Landkreis Rottweil.

Seit dem 1. Mai 1988 gibt es in Dunningen das kulturgeschichtliche Museum im Rathaus.

Religionen[Bearbeiten]

Kirche St. Martin

Auch nach der Reformation blieb Dunningen römisch-katholisch geprägt. So gibt es bis heute mit der Gemeinde St. Martin lediglich ein katholisches Pfarramt. Die wenigen protestantischen Gläubigen sind in die evangelische Gemeinde Locherhof in Eschbronn eingepfarrt.

Politik[Bearbeiten]

Dunningen bildet mit Eschbronn eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Rathaus Dunningen

Die Kommunalwahl im Juli 2014 führte zu folgendem Ergebnis:

  1. Freie Liste 60,4 % (+12,4) - 11 Sitze (+3)
  2. CDU 25,0 % (-5,6) - 4 Sitze (-1)
  3. SPD 14,7 % (-6,7) – 3 Sitze (±0)

Für Lackendorf und Seedorf besteht jeweils ein eigener Ortschaftsrat.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Im Juli 2014 wurde in Dunningen nach Nicht-Wiederantritt des vier Amtszeiten amtierenden Bürgermeisters Gerhard Winkler ein neuer Bürgermeister gewählt. Im zweiten Wahlgang konnte Stephan Hans Kröger die Wahl mit 39,3 % (944 Stimmen) für sich entscheiden. Die Wahlbeteilung lag bei 50,2 %.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Dunningen

Blasonierung: In von Silber und Rot schräggeteiltem Schild oben und unten je eine goldbesamte Rose in verwechselten Farben mit grünen Kelchblättern, an einem Stiel aus dem roten und silbernen Feld wachsend.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum im Rathaus in Dunningen: Im Museum im Rathaus ist auch das Leben und das Wirken von Emil Maier dargestellt. Er war ein SPD-Politiker im Kaiserreich und in der Weimarer Republik und hat es bis zum badischen Innenminister gebracht. Kommunalpolitisch hat er insbesondere in Mannheim und Heidelberg gewirkt.
  • Eine Abteilung ist auch dem klassizistischen Künstler Landolin Ohnmacht (1760-1834) gewidmet. Er lebte und wirkte ab 1803 vor allem in Straßburg. Dort schuf er bedeutende Denkmale berühmter Persönlichkeiten der Stadt und des Umlandes. Sein berühmtestes Werk ist das der Frankfurter Bankiersgattin Susette Gontard, die als die Diotima Hölderlins in die Literaturgeschichte einging.[3]
  • Im Museum findet sich auch eine Abteilung, die das Leben und Wirken von Jacob Mayer zum Inhalt hat. Dieser hat in den 1840er Jahren ein Verfahren erfunden, wie man Stahl in Formen gießen kann (Stahlformguss). Er fertigte neben Glocken insbesondere Eisenschienen und Räder. Zusammen mit Eduard Kühne gründete er den Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation. Sein größter Konkurrent war die Firma Krupp in Essen. Mayer ist 1813 in Dunningen geboren und starb 1875 in Bochum. Dort hat er ein Ehrengrab im Kortumpark.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Alljährlich findet im Advent das Weihnachtskonzert des Musikverein 1900 Dunningen e. V. statt. Im Wechsel mit dem Ortsteil Seedorf findet jährlich am letzten Juniwochenende ein großes Dorffest statt.

Das Museum im Rathaus ist an jedem 1. Sonntag eines Monats von 14.00-17.00 bei freiem Eintritt geöffnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Dunningen ist über die Bundesstraße 462 (RastattRottweil) an das überregionale Verkehrsnetz angebunden.

Dunningen liegt im Gebiet des Verkehrsverbundes Rottweil. Mehrere Buslinien bedienen das Gemeindegebiet. Zum etwa 14 km östlich von Dunningen gelegenen Intercity-Bahnhof Rottweil verkehren die Linie 9 des, von der Energieversorgung Rottweil betriebenen, Stadtbusses Rottweil und die Südbadenbus-Linie 7478. Die Linie 7478 verkehrt auch zum 23 km nordwestlich gelegenen Bahnhof Schiltach an der Kinzigtalbahn (FreudenstadtHausach). Den Ortsteil Seedorf bedient die Südbadenbus-Linie 7477 zum etwa 15 km nordöstlich gelegenen Bahnhof Oberndorf (Neckar), der, wie Rottweil, an der Gäubahn (Stuttgart–Singen) liegt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Dunningen befindet sich die Güteprüfstelle der Bundeswehr Oberndorf.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Dunningen verfügt über eine Real- und Hauptschule mit Werkrealschule (Eschachschule), eine Grundschule im Ortsteil Seedorf und eine Förderschule (Jakob-Mayer-Schule). Gymnasien können in Rottweil und Schramberg besucht werden. In allen drei Ortsteilen besteht ein Gemeindekindergarten, im Kernort außerdem ein Kindergarten in römisch-katholischer Trägerschaft. Mit dem Dunninger Forum hat die Gemeinde eine weit ins Umland hinein tätige Erwachsenenbildungseinrichtung. Für die Kinder und Jugendlichen besteht eine Musikschule und eine Jugendkunstschule.

Sport[Bearbeiten]

Sportvereine der Gemeinde sind der FC Dunningen (Fußball), der TSV Dunningen (u.a. Turnen und Handball), der TC Dunningen (Tennis), der TTV Dunningen (Tischtennis), der Schützenverein, die SpVgg Stetten-Lackendorf 1963 e.V., der SV Seedorf und der TTC Seedorf (Tischtennis). Der SV Seedorf ist dabei der mitgliederstärkste Verein der Gesamtgemeinde. Die Vereine bieten zusammen neben Fußball, Turnen und Handball verschiedene Sparten des Freizeitsports (Volleyball, Gymnastik, Badminton und Tanzen) an. Zudem gibt es für die Freunde des Skisport den Skiclub Seedorf e. V., der eine eigene Skihütte, das SCS-Alpenhaus in Braz/Österreich unterhält.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Gottfried Christoph von Zimmern (1524–1570), Domherr in Straßburg und Konstanz
  • Landolin Ohmacht (1760–1834), klassizistischer Bildhauer, der vor allem in Straßburg gewirkt hat, Schöpfer der Büste von Diotima, der Geliebten Hölderlins
  • Jacob Mayer (1813–1875), Fabrikant und Erfinder des Stahlformgusses, Gründer des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation
  • Hugo Sohmer (1854–1913), Klavierfabrikant, gründete 1872 Sohmer & Co. in New York City[4]
  • William Sohmer (1852–1929), Versicherungspionier und Politiker in New York City[5]
  • Emil Maier (1876–1932), SPD-Politiker im Großherzogtum Baden und später im Land Baden (ab 1919), 1932 Innenminister in Baden, der die Nationalsozialisten entschlossen bekämpfte
  • Walter Straub (1925-1986), Zirkusartist, war mit 238 cm Körperlänge der größte Europäer seiner Zeit

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 471–473.
  3. Dr. Mechtild Ohnmacht, Landelin Ohnmacht, Fink-Verlag 2012
  4. Hugo Sohmer in der englischsprachigen Wikipedia
  5. William Sohmer in der englischsprachigen Wikipedia

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dunningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien