Duodenitis

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Klassifikation nach ICD-10
K29.8 Duodenitis
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Duodenitis ist eine akute oder chronische Entzündung der Schleimhaut des Zwölffingerdarms (Duodenums). Im Jahr 2010 traten durchschnittlich 1,44 Fälle je 100 Versicherungsjahre von Gastritis und Duodenitis auf, die zur Arbeitsunfähigkeit führten.[1]

Ursachen[Bearbeiten]

Für eine Duodenitis finden sich unterschiedliche Ursachen:

  • infektiöse Erkrankungen des übrigen Darmtraktes mit Bakterien, etwa Salmonellen oder Shigellen, Viren oder Amöben). Von dem Einzeller Giardia sind länger anhaltende Symptome beschrieben[2][3],
  • die Einwirkung schädigender Substanzen wie Alkohol oder bestimmter Rheumamittel (NSAR),
  • Schock, Stress und Störungen des zentralen Nervensystems sowie
  • andere Erkrankungen der benachbarten Organe (Gallenwege, Bauchspeicheldrüse oder Magen).

Symptome[Bearbeiten]

Die Entzündungszeichen äußern sich in Übelkeit, Erbrechen, Druck- oder stechendem Schmerz, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und auch Störungen im vegetativen Nervensystem.

Diagnose[Bearbeiten]

Die Diagnose wird nach dem endoskopischen und histologischen Befund gestellt:[4][5]

  • Normalbefund: Hier sind oft auch Fälle von nicht korrekt eingeordneten anderen Erkrankungen erfasst, die als „leichte“ oder „chronische“ Duodenitis eingestuft wurden.
  • leichte Duodenitis mit merklicher Veränderung der Plasmazellzahl, Ödem (meist mit vielgestaltiger intraepithelialer Infiltration) und Umwandlung (Metaplasie) zu Magenschleimhaut.
  • schwere Duodenitis mit vielgestaltigen Veränderungen und Schwund (Atrophie) der Zotten bei Abnahme der Plasmazellen - dies kann eine wichtige Anzeige einer Geschwürserkrankung sein.

Therapie[Bearbeiten]

Die Behandlung einer Duodenitis besteht im Wesentlichen darin, die zugrunde liegenden Ursachen zu beseitigen, also Infektbekämpfung oder Vermeiden der NSAR usw.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Gesundheitsreport Techniker Krankenkasse (PDF; 875 kB)
  2. Hanevik K. et al: Persisting symptoms and duodenal inflammation related to Giardia duodenalis infection. J Infect. 2007 Dec;55(6):524-30. Epub 2007 Oct 26. PMID 17964658
  3. Bătaga SM. et al: Giardia lamblia and duodenal involvement. Bacteriol Virusol Parazitol Epidemiol. 2004 Jul-Dec;49(3-4):145-50. PMID 16938937
  4. Jenkins D, Goodall A, Gillet FR, Scott BB: Defining duodenitis: quantitative histological study of mucosal responses and their correlations. J Clin Pathol. 1985 Oct;38(10):1119-26. PMID 4056067
  5. Remmele W.: Duodenum in Pathologie 2 (Verdauungstrakt), S. 381-416, Springer, 1996. ISBN 3540601198
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