Durchlaufzeit
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Die Durchlaufzeit (engl. lead time) ist die Zeit, die eine Entität zum Durchlaufen eines Systems benötigt. Die Berechnung der Durchlaufzeit ist von dem jeweiligen System- und Entitätstypen abhängig.
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[Bearbeiten] Durchlaufzeit in der Fertigung
Innerhalb der Fertigung bezeichnet die Durchlaufzeit die Zeitspanne, die von Beginn der Bearbeitung bis zur Fertigstellung eines Erzeugnisses benötigt wird. Im Einzelnen setzt sich die Durchlaufzeit dabei zusammen aus Rüstzeit, Bearbeitungszeit und Liegezeit.
Im Rahmen des Reihenfolgeproblems, das durch Scheduling gelöst wird, werden die drei Zeiten folgendermaßen unterschieden:
- Die Liegezeit ist die ungewollte Wartezeit des Erzeugnisses innerhalb des Produktionssystems.
- Die Bearbeitungszeit ist die Zeit, die technologisch für die Herstellung des Produktes benötigt wird. Hierzu zählt demnach auch gewollte Liegezeit wie z. B. das Trocknen nach dem Lackieren.
- Die Rüstzeit ergibt sich aus der Eigenschaft von manchen Ressourcen, verschiedene Bearbeitungen ausführen zu können. Hierzu muss die Ressource allerdings in den richtigen Zustand versetzt (gerüstet) werden. Ein einfaches Beispiel ist ein Backofen, der erst mit verschiedenen Temperaturen unterschiedliche Dinge backen kann.
Die Liegezeit und die Rüstzeit sind die Zeiten, die innerhalb eines Produktionssystems optimiert werden können. Dieses Optimierungspotential kann durchaus sehr groß sein. Abhängig von der Branche sind Liegezeiten von über 90% keine Seltenheit.
In einigen Modellen wird die Durchlaufzeit auch in planmäßige Durchlaufzeit und (ungewollte) Zusatzzeit unterteilt. Dabei besteht die planmäßige Durchlaufzeit aus
- Bearbeitungszeit (1)
- Rüstzeit (2)
- ablaufbedingte Wartezeit (3)
- technologisch bedingte Liegezeit (4)
- Transportzeit (5)
Hierbei bilden (1) und (2) die Belegungszeit, (3) bis (5) werden als Übergangszeit bezeichnet. (2) und (3) können durch Ablaufplanung optimiert werden.
Aus globaler Sichtweise kann man Durchlaufzeit in mittlere Durchlaufzeit und auftragsbezogene Durchlaufzeit unterteilen. In diesem Zusammenhang bildet die Zykluszeit die Zeit für die Herstellung ganzer Auftragskomplexe.
[Bearbeiten] Durchlaufzeit verringern
Das Ziel in der Fertigung sollte es immer sein die Kosten eines Fertigungsauftrages so gering wie möglich zu halten. Dies kann durch Reduzierung der Durchlaufzeit erreicht werden, wobei bei der Reduzierung die Qualität der Fertigung nicht beeinträchtigt werden darf.
- Es gibt zum einen die Möglichkeit die Kapazität eines Arbeitsplatzes zu erhöhen. Durch die höhere Kapazität kann in gleicher Zeit mehr gefertig werden (Durchsatz).
- Zum Anderen kann der Durchsatz durch eine höhere Intensität vergrößert werden (zum Beispiel Erhöhung der elektrischen Leistung), da der Zusammenhang zwischen Durchlaufzeit und Durchsatz invers ist.
- Um Rüstzeit zu sparen sollten gleichartige Aufträge, die zeitnah gefertigt werden sollen zu einem Auftrag (Los) zusammengefasst werden. Dadurch entsteht nicht für jeden Auftrag die Rüstzeit, sondern nur für den ersten. Durch die Erhöhung der Losgröße kann die durchschnittliche Durchlaufzeit pro Stück verringert werden.
- Die Liegezeit lässt sich reduzieren, indem die Produktionsanlagen sinnvoll angeordnet werden und sich dadurch die Transportzeiten zwischen den einzelnen Maschinen verringert.
- Falls von einem Produkt Teillose gebildet werden können, so kann durch Überlappen von Arbeitsgängen ein erstes Teillos an Maschine B bereits weiterverarbeitet werden, während Maschine A das zweite Teillos fertigt.
[Bearbeiten] Gesetz von Little
Nach dem Gesetz von Little gilt folgender Zusammenhang zwischen Durchlaufzeit, Beständen und Durchsatz:

wobei:
DLZ = Durchlaufzeit (Einheit: Zeit)
WIP = Work in Progress; Bestände, die innerhalb des Prozesses liegen (Einheit: Stück)
Durchsatz = Prozess-Ausstoss; Output innerhalb einer bestimmten Zeit (Einheit: Stück pro Zeit)
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Joachim Käschel, Tobias Teich: Produktionswirtschaft, 1. Aufl., GUC Verlag, 2004, ISBN 3-934235-19-0

