Durchsteckschlüssel

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Berliner Schlüssel mit Halterung

Der Durchsteckschlüssel (auch: Berliner Schlüssel, Doppelschlüssel; engl.: ‚berlin key‘) ist ein Schlüssel mit zwei identischen Bärten. Nach dem Aufschließen des Schlosses lässt sich der Schlüssel durch das Schloss hindurchschieben und die Tür von der anderen Seite abschließen, ohne den Schlüssel aus dem Schloss zu nehmen. Der Durchsteckschlüssel erleichtert daher die Benutzung von Durchgangstüren, die verschlossen gehalten werden sollen, also immer nur kurzzeitig zum Hindurchgehen aufgeschlossen und danach sofort wieder verriegelt werden. Solche Türen waren im Berliner Mietswohnungsbau mit teilweise mehreren Hinterhöfen, auch Mietskaserne genannt, häufig zu finden.

Der Durchsteckschlüssel kann auch in Verbindung mit speziellen Schlössern eingesetzt werden, die das Herausziehen des Schlüssels verhindern, wenn das Schloss nicht verriegelt ist. In diesem Zusammenhang wird auch von einem Schließzwangschlüssel gesprochen, obwohl der Schließzwang eine Eigenschaft ist, die allein vom Schloss abhängt und nicht vom Schlüssel. Der Durchsteckschlüssel macht lediglich die Verwendung von Schlössern mit Schließzwang in Durchgangstüren möglich.

Der Schlüssel wurde von dem Berliner Schlossermeister Johann Schweiger[1] erfunden und von seiner Firma, Albert Kerfin & Co GmbH aus Berlin-Wedding, 1912 zum Patent (damals noch in Berlin-Kreuzberg, Adalbertstraße) angemeldet.[2] Heute wird der Durchsteckschlüssel nur noch vereinzelt in Altbaugebieten mit entsprechenden Türen und Toreinfahrten verwendet, ist aber dafür inzwischen ein beliebtes Berlin-Souvenir. Eine Weiterentwicklung erfolgte bei Schlüsseln für Zylinderschlösser, hier allerdings nur für einseitig zu begehende Türen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Petra Ullmann:Vor fast 90 Jahren erfand ein Weddinger Handwerker den Durchsteckschlüssel. In: Der Tagesspiegel, 8. März 2000, abgerufen am 19. August 2013
  2. Jens Sethmann: Der Siegeszug des Doppelschlüssels. In: MieterMagazin, November 2005, abgerufen am 19. August 2013