Durchstoßenes Herz
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Das Durchstoßene Herz ist eine Flugfigur im Formations-Kunstflug, die durch die italienische Kunstflugstaffel Frecce Tricolori weltberühmt wurde.
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[Bearbeiten] Das Manöver
Es handelt sich um eine reine Showfigur, die nicht im Aresti-Katalog steht und keine Wettbewerbsfigur ist.
Bei der Flugfigur teilt sich - im Fall der Flugfigur der Frecce Tricolori - eine Zehnerformation (neun Maschinen bilden eine Raute, der Solist fliegt am unteren Ende der Raute) nach einem Steigflug (angehender Looping) der in ca. 75 – 90 Meter Flughöhe angesetzt wird, frontal vor dem Publikum in zwei Teilformationen von je fünf (nach links) und vier Luftfahrzeugen (nach rechts), deren Flugbahnen durch den Showrauch gekennzeichnet, ein vertikales Herz parallel zu den Zuschauern zeichnen, und sich exakt mittig unter dem Auflösungspunkt, seitlich versetzt, auf gleicher Flughöhe (ca. 75 – 90 Meter) im Begegnungsflug kreuzen.
Die Solomaschine behält ihre Flugbahn bei, und beschließt den Looping, indem sie das Herz der beiden Teilformationen wie ein Pfeil, schräg nach oben in Richtung Zuschauer durchstößt. Dabei soll der Solopilot die beiden anderen Gruppen mit kurzer zeitlicher Verzögerung (ca. vier Sekunden) bereits im Steigflug überfliegen.
Anmerkung: Unter Staffelführer Mario Naldini (Staffelführer der Frecce Tricolori von 1985 – 1988), der in Ramstein verunglückte, wurde die Kreuzung der beiden Teilformationen (je nach Geländebeschaffenheit mit oder ohne Baumbewuchs) oftmals bis auf 30 Meter heruntergezogen, was dem Solopiloten das Überfliegen (ca. 75 – 90 Meter Flughöhe) wesentlich erleichterte.
[Bearbeiten] Das Unglück
Beim Flugtag Ramstein 88 kollidierte der Solopilot mit dem Leader der von links kommenden Fünferformation. Insgesamt waren drei Maschinen in das Unglück verwickelt und stürzten sofort ab. Die Maschine des Solisten behielt ihre Flugbahn in Richtung Publikum bei, und stürzte direkt vor der Absperrung zu Boden. Die genauen Hintergründe des Zusammenstoßes sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Siehe auch Flugtagunglück von Ramstein.
Seither wird diese Flugfigur von den Frecce Tricolori ohne die Kreuzung des Solisten in Richtung Publikum geflogen.
[Bearbeiten] Varianten
Das Kunstflugteam Flying Bulls flog nachweislich bis 2004 eine abgespeckte Version des durchstoßenen Herzens mit sechs Propellermaschinen.
[Bearbeiten] Sonstiges
Den Titel "Das durchstoßene Herz" trägt auch ein Buch zum Flugtag-Unglück von Ramstein. Dieses Buch, verfasst von Hartmut Jatzko, Sybille Jatzko und Heiner Seidlitz, den Leitern der Selbsthilfegruppe der Flugtag-Opfer, befasst sich mit der psychosozialen Nachsorge nach dem Unglück und gilt heute als eines der Standardwerke zum Thema Notfallnachsorge.
[Bearbeiten] Weblink
Video des Manövers „Durgestochenes Herz“ der Frecce Tricolori im Jahr 2008 auf YouTube.com

