Duttweiler (Neustadt)

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49.2994444444448.2136111111111120Koordinaten: 49° 17′ 58″ N, 8° 12′ 49″ O

Duttweiler
Ehemaliges Gemeindewappen von Duttweiler
Höhe: 120 m ü. NHN
Fläche: 4,2 km²
Einwohner: 945 (19. Dez. 2012)
Eingemeindung: 16. März 1974
Postleitzahl: 67435
Vorwahl: 06327
Karte

Duttweiler (rot) innerhalb der Gemarkung von Neustadt

Duttweiler war ein pfälzisches Winzerdorf und ist seit 1974 ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz). Einschließlich der Zweitwohnsitze hat es etwa 1000 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ortsteil liegt auf etwa 120 m ü. NHN im westlichen Teil der Rheinebene etwa 7 Kilometer südöstlich der Kernstadt. Unmittelbar am West- und am Südrand der Ortsgemarkung verläuft die Grenze zwischen der Stadt Neustadt und dem Landkreis Südliche Weinstraße.

Südlich der Wohnbebauung fließt der Flurgraben, der sein Wasser über Hörstengraben und Mühlbachgraben zum Speyerbach schickt, einem linken Nebenfluss des Rheins.

Nachbargemeinden sind von Norden aus im Uhrzeigersinn die weiteren Neustadter Ortsteile Lachen-Speyerdorf und Geinsheim sowie die Ortsgemeinden Altdorf und Kirrweiler im Landkreis Südliche Weinstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Chronik[Bearbeiten]

Das Dorf wurde erstmals 965 als Dudenwilre urkundlich erwähnt, was „Weiler des Dudo“ bedeutet. Bis 1969 gehörte der Ort dem Landkreis Neustadt an der Weinstraße an; mit dessen Auflösung wurde Duttweiler dem neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim zugeordnet.[1] Am 16. März 1974 erfolgte die Eingemeindung nach Neustadt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Duttweiler von 1605 bis 2012[3]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1605 ~100 1801 411 1933 710 1964 814 1999 914 2012 945
1624 ~80 1836 663 1939 706 1965 848 2002 972
1775 275 1916 636 1950 721 1974 931 2008 1002[4]
1785 381 1925 702 1960 813 1998 924 2011 957

Der 1624 verzeichnete Bevölkerungsschwund um ca. 20 % ist mit dem Dreißigjährigen Krieg zu erklären, der Anfang der 1620er Jahre vor allem auf kurpfälzischem Gebiet ausgetragen wurde. Dabei fiel ein Teil der Bevölkerung Kriegshandlungen oder Seuchen zum Opfer oder musste wegen der schweren Verwüstungen auswandern.

Politik[Bearbeiten]

Im Jahre 1959 wurde eine Ortsrufanlage installiert, ein akustisches Informationsmedium, das im 21. Jahrhundert kaum noch gebräuchlich ist. Mithilfe von 60 Lautsprechern kann die Ortsverwaltung, deren Büro im ehemaligen Schulhaus untergebracht ist, die Einwohner erreichen und Neuigkeiten, Termine u. ä. bekanntgeben. Ortsvorsteher ist Gerhard Syring-Lingenfelder.

Seit September 1959 wird eine Gemeindepartnerschaft mit Dudweiler gepflegt, das 1974 ein Stadtteil der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken wurde. Patenschaften bestehen mit Hockenheim in Nordbaden und Pfungstadt in Südhessen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die denkmalgeschützten Bauten sind in der Liste der Kulturdenkmäler in Duttweiler erfasst.

Die Kirche St. Michael besitzt einen Chorturm aus dem 13. Jahrhundert. Das Kirchenschiff als neugotischer Saalbau aus Sandsteinquadern wurde von Architekt Franz Schöberl aus Speyer geplant und 1877/78 errichtet. Im Jahr 2006 wurde die Kapelle im Turm renoviert, das Kirchenschiff dann 2009.[5]

Der Wasserturm aus dem Jahr 1929 hat eine Höhe von 44 Metern und ein Fassungsvermögen von 1000 Kubikmetern.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wein wird im Ort bereits seit über 1000 Jahren angebaut. An der Gesamtfläche Duttweilers von 420 Hektar haben die Rebflächen einen Anteil von mehr als 130 Hektar. Sie werden bewirtschaftet von 20 Weinbaubetrieben. Das Weingut Bergdolt gehört seit 1992 dem Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) an.

Verkehr[Bearbeiten]

Die westlich vorbeiführende Autobahn 65 (LudwigshafenKarlsruhe) ist über zwei Anschlüsse erreichbar: 13 Neustadt-Süd (5 Kilometer) und 14 Edenkoben (7 Kilometer). 2 Kilometer nördlich von Duttweiler verläuft von West nach Ost die Bundesstraße 39, die Neustadt und Speyer verbindet und gegen Ende des 20. Jahrhunderts als Umgehung der Anliegergemeinden ausgebaut wurde. Nächstgelegene Bahnhöfe sind Neustadt (7 Kilometer, Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken) und Maikammer-Kirrweiler (5 Kilometer, Bahnstrecke Neustadt–LandauWissembourg).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Freibad wurde 1936 eröffnet und wird seit 1993 von einem Förderverein betrieben.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1946 wird jährlich das Weinfest der Freundschaft gefeiert und eine Weinprinzessin gekürt.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Duttweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Bossert: Chronik zum 40. Weinfest der Freundschaft. Weindorf Duttweiler, 1986, abgerufen am 18. Juni 2014.
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 189 (PDF; 2,6 MB)
  3. Einwohnerzahlen. Weindorf Duttweiler, abgerufen am 18. Juni 2014.
  4. mit Zweitwohnsitzen
  5. Pfarrgemeinde St. Michael, Duttweiler. Pfarreiengemeinschaft Geinsheim, abgerufen am 18. Juni 2014.
  6. Duttweiler.de
  7. Geschichte. Weingut Bossert, abgerufen am 18. Juni 2014.