Dwem

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Dwem ist ein Akronym für dead white European male (deutsch „toter weißer europäischer Mann“) und vor allem in den USA ein Schlagwort in der Kultur- und Literaturwissenschaft. Es steht eng im Zusammenhang mit dem Diskurs der Politischen Korrektheit.

Begriff[Bearbeiten]

Als dwems werden von den Gegnern des traditionellen Bildungskanons Philosophen, Schriftsteller und andere historische Größen bezeichnet, die in den Schulen und Universitäten als wichtig und für die westliche Kultur konstitutiv erachtet werden, also etwa Aristoteles oder Shakespeare. Im Gegensatz dazu fordern Reformer oft seit den 1970er Jahren, von denen einige durch feministische oder marxistische Theorien inspiriert sind, auch und besonders die Errungenschaften von Frauen, Schwarzen, ethnischen Minderheiten, Einwanderern oder Autoren der „Dritten Welt“ auf die Lehrpläne zu setzen. Zu diesen Reformern gehören etwa die Philosophen Charles Taylor und Jürgen Habermas.

Kritiker dieser Reformen wie der Politikwissenschaftler Charles Murray weisen dagegen darauf hin, dass die moderne Menschheit nahezu alle ihrer Errungenschaften in Naturwissenschaft und Technik, Kunst und Philosophie dem alten Europa verdanke. Auch Wissenschafts- und Technikhistoriker außerhalb Europas kämen stets zu diesem Ergebnis.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernard MacGregor Walker Knox: The Oldest Dead White European Males and Other Reflections on the Classics. 1993. Nachdruck 1994
  • Günter Rieger: Political correctness. In: Dieter Nohlen, Rainer-Olaf Schultze: Lexikon der Politikwissenschaft. Band 2, N–Z. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-54117-8, S. 696

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles Murray: „Europa, du warst besser“. In: Die Zeit, Nr. 18 vom 22. April 2004