Dziwnów

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Dziwnów
Wappen von Dziwnów
Dziwnów (Polen)
Dziwnów
Dziwnów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Kamień Pomorski
Fläche: 4,90 km²
Geographische Lage: 54° 1′ N, 14° 45′ O54.01666666666714.75Koordinaten: 54° 1′ 0″ N, 14° 45′ 0″ O
Einwohner: 2756
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 72-420
Kfz-Kennzeichen: ZKA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 102 MiędzyzdrojeKołobrzeg
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 6 Schulzenämter
Fläche: 37,91 km²
Einwohner: 4053
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 107 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3207013
Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Grzegorz Jóźwiak
Adresse: ul. Szosowa 5
72-420 Dziwnów
Webpräsenz: www.dziwnow.pl

Dziwnów [ˈʥivnuf] (deutsch Dievenow) ist eine Stadt sowie ein Hafen- und Ostseebadeort im Powiat Kamieński der polnischen Woiwodschaft Westpommern mit Sitz einer gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Brücke über die Dievenow/Dziwna
Brücke über die Dziwna (Dievenow) (2011)
Hafen von Dziwnów mit nostalgischen Ausflugsschiffen

Die in Hinterpommern liegende Ortschaft befindet sich auf einer durchschnittlich 400 m breiten, 6 km langen Landzunge des pommerschen Festlandes zwischen der Dievenow-Mündung und der Ostsee. Die Landzunge erstreckt sich von Ost nach West der Insel Wolin (Wollin) entgegen und grenzt den Fritzower See (polnisch: Jezorio Wrzosowo) von der Ostsee ab. Bei Dziwnów mündet die Dziwna (Dievenow), der rechte von drei Meeresarmen, welche das Stettiner Haff mit der offenen Ostsee verbinden, in die Ostsee.

Geschichte[Bearbeiten]

Straßenbild des Badeorts.

Die Ortschaft war seit 1827 als deutsches Seebad bekannt. Dievenow gehörte bis 1945 zum Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern. Vor 1945 bestand die Ortschaft aus vier selbstständigen Orten:

1. Ost Dievenow

2. Berg Dievenow

3. Klein Dievenow

4. West Dievenow

Die Ortsteile lagen mit Ausnahme von Klein Dievenow auf der 6 km langen Landzunge zwischen der Dievenow-Mündung und der Ostsee. Bis auf West Dievenow, das zum Landkreis Usedom-Wollin gehörte,[3] lagen die Ortsteile im Landkreis Cammin i. Pom.. Am weitesten auf der Landzunge vorgeschoben war das See- und Solbad Ost-Dievenow, der seinerzeit bedeutendste Ortsteil von Dievenow. Berg Dievenow war seit 1895 auch Solbad. Das Fischerdorf Klein Dievenow war ursprünglich ein Vorwerk des Dorfes Fritzow[4] in der nördlichen Ecke des Camminer Boddens (Fritzower See). 1935 wurden die Orte Berg Dievenow und Ost Dievenow, vor denen sich eine lange Strandpromenade entlangzieht, zu Dievenow zusammengeschlossen.[5]

Zwischen Ost und West Dievenow verkehrte noch 1920 (lt. MTB) eine Fähre über die Dievenow.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war die Roten Armee am 4. und 5. März 1945, aus südöstlicher Richtung kommend, rasch auf das Stettiner Haff, die Dievenow und die Oder vorgerückt, dort jedoch neun Wochen lang zum Stehen gekommen. Auf der Halbinsel Dievenow wurde noch bis Anfang Mai weitergekämpft.[6] Während dieser Zeit lag die Region von der Insel Wollin sowie von der Ostsee aus unter beständigem deutschen Artilleriebeschuss. Dievenow und weitere Ortschaften wurden stark zerstört.[7]

Nach Kriegsende wurde Dievenow zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Das deutsche Seebad Dievenow wurde in Dziwnów umbenannt.

Am 1. Januar 2004 erhielt Dziwnów das Stadtrecht.[8]

Entwicklung der Einwohner- und Gästezahlen[Bearbeiten]

  • Ost-Dievenow
    • 1910: 2700 Badegäste[9]
    • 1923: 1830 Badegäste[10]
  • Berg Dievenow
    • 1910: 339 Einwohner, 2700 Badegäste[9]
    • 1923: 450 Einwohner, 6000 Badegäste[10]
  • Klein Dievenow
    • 1910: 130 Einwohner[9]
    • 1923: 200 Einwohner[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Dziwnów (Dievenow) umfasst ein Territorium von 37,91 km², auf denen etwa 4000 Menschen leben. Zur Stadt gehören drei weitere Ortschaften:

  • Dziwnówek (Wald Dievenow, auch Klein Dievenow genannt) liegt etwa 2 km von Dziwnów entfernt.
  • Łukęcin (Lüchenthin)
  • Międzywodzie (Heidebrink) besitzt ausgedehnte Strände. Im Winter fast ausgestorben, wird der Ort im Sommer jedoch als polnische Côte d'Azur bezeichnet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dievenow-Klappbrücke
  • Hafen Dievenow
  • Kormorankolonie gegenüber dem Ortsteil Berg-Dievenow

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Kreis Cammin – Ein pommersches Heimatbuch (zusammengestellt und erarbeitet von Hasso von Flemming-Benz). Holzner, Würzburg 1970.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dziwnów – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 15. Dezember 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 15. Dezember 2013.
  3. Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde West Dievenow im Landkreis Usedom-Wollin in Pommern (2011)
  4. Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern (Ludwig Wilhelm Brüggemann, Hrsg.). II. Teil, 1. Band, Stettin 1784, S. 35-36, Nr. 13.
  5. Landkreis Cammin. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871–1990. Michael Rademacher, 2006, abgerufen am 15. November 2010.
  6. Flemming-Benz (1970), S. 532.
  7. Flemming-Benz (1070), S. 533.
  8. Verfügung des Ministerrates vom 22. Juli 2003 Dz.U. 2003 nr 134 poz. 1248. Online
  9. a b c Meyers Reisebücher: Ostseebäder und Städte der Ostseeküste. 4. Aufl., Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1910, S. 130-134.
  10. a b c Meyers Reisebücher: Deutsche Ostseeküste. Teil II: Rügen und die pommersche Küste mit ihrem Hinterland. 2. Aufl., Leipzig 1924, S. 158-261.