Elektroherd

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Elektroherd als freistehendes Gerät

Ein Elektroherd (kurz E-Herd) ist ein Großelektrogerät, das in Küchen für die Zubereitung bzw. Erhitzung von Nahrung gebraucht wird. Der erste Elektroherd wurde 1893 bei der Weltausstellung in Chicago vorgestellt[1].

Der Begriff Herd bezeichnet ein Kombinationsgerät mit zwei Bereichen: dem Kochfeld mit den Kochplatten oben (zum Erhitzen von Töpfen und Pfannen), und dem Backofen (der Backröhre) unten (zum Backen und Braten). Dabei werden beide Geräte elektrisch betrieben.

In modernen Küchen werden diese Funktionen meist auf zwei getrennte Geräte aufgeteilt. Das hat unter anderem den Vorteil, dass der Backofen getrennt vom Kochfeld eingebaut werden kann, beispielsweise im ergonomisch günstigen Hocheinbau. Ein solches autarkes Kochfeld wird als Kochstelle bezeichnet. Ferner wird zwischen Einbauherd und Stand-/Anstellherd unterschieden, wobei letzterer nicht fest im Küchenmöbel integriert ist.

Geschichte[Bearbeiten]

George B. Simpson erfand den Elektroherd in den 1850er Jahren. In die Platte eines Kohleherdes integrierte er einen Draht, der mit elektrischem Strom erwärmt wurde. Am 20. September 1859 erhielt er ein US-Patent auf diesen electroheater. Da damals jedoch kaum Haushalte über Strom verfügten und da man an dem Herd außer durch Ein- und Ausschalten nicht die Temperatur regeln konnte, wurden nur sehr wenige Exemplare nachgefragt. Zudem waren die Herde noch sehr teuer. Daher bevorzugten viele Haushalte einen Gasherd.

Erst ab den 1920er Jahren – nach vielen technischen Weiterentwicklungen – verbreitete sich der Elektroherd in den USA und in Europa. In manchen europäischen Ländern konnte sich der Elektroherd bis heute noch nicht durchsetzen (z. B. Italien). Ein Grund dafür ist der hohe Anschlusswert eines Vierplattenherdes von etwa 10 kW – die meisten häuslichen Verbraucher haben unter 2 kW.

Anschluss[Bearbeiten]

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Die in diesem Abschnitt erwähnten Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (BGV) sind nur für Mitglieder der Berufsgenossenschaften verbindlich.

In Europa verbindet man Elektroherde bevorzugt als "Festanschluss" mittels einer Herdanschlussdose (meist mit Schraubklemmen) mit dem Stromnetz. Für die Energieversorgung ist ein 400-V-Dreiphasen-Wechselstromanschluss üblich, aber auch einphasige 230-V-Versorgungen mit einem Anschlussquerschnitt mit bis zu 6 mm² und einer Absicherung von bis zu 35 A sind speziell in älteren Installationen gängig. Mit einem 400-V-Dreiphasen-Wechselstromanschluss und gängiger Absicherung mit 16 A können Elektroherde mit einer Anschlussleistung von bis zu 11 kW versorgt werden.

Im Falle einer Versorgung mit Dreiphasen-Wechselstrom ist eine flexible 5-polige Herdanschlussleitung mit einem Querschnitt von 2,5 mm² zwischen der Herdanschlussdose und dem E-Herd erforderlich. Die einzelnen Leiter der Herdanschlussleitung werden für den Schutzleiter (PE), den Neutralleiter (N) und für die drei Außenleiter (L1, L2, L3) verwendet. Aktuelle Herdanschlussleitungen entsprechen der Norm DIN EN 50525-1:2012-01 (VDE 0285-525-1); die einzelnen Adern haben eine Farbkennzeichnung entsprechend DIN VDE 0293-308:2003. Gemäß einschlägiger Normen ist die Farbkombination "Grün-Gelb" dem Schutzleiter, die Farbe "Blau" dem Neutralleiter und die Farben "Braun", "Schwarz" und "Grau" den drei Außenleitern zugeordnet.[2]

Bedingt durch die mehrmalige Umstellung der Normen für die Aderkennzeichnung (Ausführungen nach Norm vor 1964 und bis heute mehrmals geänderten Normen) kann die Farbgebung speziell in Altbauten erheblich abweichen. Eine verbindliche Zuordnung ist einzig mit einer fachgerechten zweipoligen Messung möglich.

In Deutschland darf ein Festanschluss für einen E-Herd nur durch eine Elektrofachkraft oder durch eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten entsprechend BGV-A3 hergestellt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Elektroherd – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Elektroherde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Electricity at the World Fair. cooking by Electricity. Trove, 16. September 1893, abgerufen am 25. Februar 2014 (englisch).
  2. Kabelkennzeichnung. Fachverband Kabel und isolierte Drähte, S. 3, 5, abgerufen am 10. Oktober 2012 (PDF; 90 kB).