E-MU Systems

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E-MU Emulator XP

Das Unternehmen E-MU Systems ist ein Hersteller von Tontechnik-Equipment. Es wurde 1971 gegründet und war ein Pionier in der Herstellung von Synthesizern und Samplern. Das Unternehmen wurde 1993 vom Computer Multimedia-Hardware-Hersteller Creative Labs übernommen und mit dem ebenfalls übernommenen Unternehmen Ensoniq fusioniert. Es ist aber weiter aktiv.

Sampler[Bearbeiten]

Bekannt wurde das Unternehmen mit einer Reihe von Samplern unter dem Namen Emulator.

E-MU SP-1200

Die erste Version, der Emulator I, kam 1981 auf den Markt und war der erste Sampler, der mit einem Preis von circa 10.000 US$ „erschwinglich“ war, verglichen mit dem Fairlight CMI, welcher ca. das zehnfache kostete. Daten konnten zunächst auf 5,25" Disketten gespeichert werden.

Dem Emulator I folgte 1984 der Emulator II und 1987 der Emulator III. 1985 folgte der Drumcomputer Drumulator SP-12 und 1988 dessen Nachfolgemodell Drumulator SP-1200, der aufgrund des großen Erfolges 1993 und 1997 nachproduziert wurde. Beide Geräte werden inzwischen als Rarität gehandelt, da sie sich aufgrund ihres rauen Lo-Fi-Klanges und harten Timings bis heute großer Beliebtheit bei Hip-Hop- und Dance-Produzenten erfreuen.

Als Nachfolger des Emulator III wurde der E IV eingeführt. Dieser mittels Einsteckkarten erweiterbare Sampler wurde über mehrere Generationen (E IV, E IV XT, E IV XT Ultra) weiterentwickelt, um im E IV Platinum seine letzte und am höchsten entwickelte Entwicklungsstufe zu erreichen. Dieses Gerät bot 128 Stimmen mit eben so vielen Filtern, 128 MB Ram, 16 analoge und 16 digitale Einzelausgänge und einen komplexen Multieffektprozessor ("RFX-Board").

Neben den Emulatoren produzierte E-MU auch die ESI-Reihe. Hierbei handelte es sich um abgespeckte Geräte. Das erste Gerät dieser Serie war der ESI 32 mit 32 Stimmen und maximal 32 MB Ram. Nachfolger war der ESI 4000, der bis zu 128MB Ram verwalten konnte und über 64 Stimmen verfügte. Das letzte Gerät dieser Serie war der ESI 2000, welcher technisch mit dem ESI 4000 identisch war, jedoch eine geänderte Farbgestaltung aufwies und mit einer deutlich umfangreicheren Sample-Bibliothek ausgeliefert wurde.

Expander[Bearbeiten]

Innenleben eines E-MU ORBIT V2 mit Beat Mode:

Weiterhin produzierte das Unternehmen eine Reihe von erfolgreichen, weil preisgünstigen und zugleich vielseitigen Rack-Modulen unter dem Namen „Proteus“ auf Basis von hochwertigen ROM-Samples (Rompler).

Weitere Geräte dieser Linie waren u. a. der Orbit, Carnival, Extreme Lead, Planet Phat und Mo Phat, die ab Mitte der 1990er in vielen Dance, Techno und HipHop-Produktionen Verwendung fanden. Alle Geräte sind intern praktisch baugleich, unterscheiden sich oft lediglich in den verwendeten ROM-Bausteinen, in denen die Klänge untergebracht sind. Ein wesentlicher Vorteil der Geräte gegenüber vergleichbaren Systemen war umfangreichen Einstellmöglichkeiten für die Synthesizer- und Filtersektionen der sogenannte Beat Mode, in dem vorgefertigte Schlagzeug- und Klangmuster selbständig abgespielt wurden. Zudem war ein reiner stand-alone Betrieb möglich, da auch eine Songliste auf der Basis verketter links auf jeweils einen der Beats hinterlegt werden konnte. Dies gestattete es, mehrere Geräte ohne externe MIDI-Quellen zu verbinden, parallel laufen zu lassen und die Klänge im Stile eines DJs zu mischen.

Die späteren Geräte dieser Serie verfügten über ROM-Steckplätze, in die sich Module mit weiterem Klangmaterial nachrüsten ließen. Diese Module ließen sich auch mit Samplern aus der E IV Ultra Serie anfertigen.

Aktuelle Geschäftstätigkeit[Bearbeiten]

Heute verkauft Creative unter diesem Label professionelles Audiozubehör für Computer, wie z. B. Soundkarten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: E-mu Systems – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien