E. M. Lilien

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E. M. Lilien (1910)
Old Age von E. M. Lilien

Ephraim Moses Lilien (* 23. Mai 1874 in Drohobycz, Galizien, Österreich-Ungarn; † 18. Juli 1925[1] in Badenweiler, auch Efraim Mose Lilien oder אפרים משה בן יעקב הכהן ליליען) war ein jüdischer Künstler, der zu seiner Zeit vor allem durch grafische Arbeiten im Jugendstil auf sich aufmerksam machte.

Leben[Bearbeiten]

Ephraim Moses Lilien wurde 1874 in einer galizischen Kleinstadt im Kreis Lemberg als Sohn eines Drechslermeisters geboren. Die Armut der Familie verhinderte den Abschluss an einer höheren Schule. Er machte eine Lehre bei einem Schildermaler in Lemberg. Mit finanzieller Unterstützung eines Verwandten konnte er ab 1890 die Kunstakademie in Krakau besuchen. 1892 ging er nach München. 1896 erhielt er den 2. Preis in einem Fotografierwettbewerb der Zeitschrift Jugend. Er arbeitete für diese Zeitschrift sowie für den Süddeutschen Postillon.

Erste Erfolge als Künstler konnte Lilien verbuchen, nachdem 1897 in der Münchner Zeitschrift Jugend erstmals einige seiner Illustrationen veröffentlicht worden waren.

1899 übersiedelte Lilien nach Berlin, wo er sich erfolgreich als Werbegrafiker etablierte und in den Kreisen der Bohème verkehrte. Eine Freundschaft verband ihn mit der Schriftstellerin und Diseuse Maria Eichhorn.[2]

Mit dem von ihm illustrierten und gestalteten Buch Juda, einer Sammlung von Balladen des nichtjüdischen Dichters Börries von Münchhausen, wurde Lilien 1900 zum „ersten zionistischen Künstler“ und stellte in den folgenden Jahren seine Arbeit fast gänzlich in den Dienst der nationaljüdischen Idee. Mit seinen Arbeiten prägte er das Erscheinungsbild der jungen zionistischen Bewegung nachhaltig. Neben der Einladungskarte zum 5. Zionistenkongress[3] stammt unter anderem auch das bekannte Foto von Theodor Herzl auf dem Balkon des Hotels „Drei Könige“ in Basel von Lilien.

Lilien engagierte sich im Rahmen der Demokratisch-Zionistischen Fraktion um Chaim Weizmann und Martin Buber. 1902 gehörte er zu den Mitbegründern des Jüdischen Verlages.

Lilien starb im Juli 1925 an den Folgen eines Herzinfarkts, den er im Jahr davor erlitten hatte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Oz Almog, Gerhard Milchram (Hrsg.): E.M. Lilien: Jugendstil, Erotik, Zionismus. Mandelbaum, Wien 1998.
  • Lothar Brieger: E. M. Lilien - Eine künstlerische Entwicklung um die Jahrhundertwende. Verlag Benjamin Harz, Berlin 1922.
  • Haim Finkelstein: Lilien and Zionism (PDF; 225 kB). In: Assaph: Studies in Art History. Band 3, 1998, S. 195–216.
  • Alfred Gold: E.M. Lilien. In: Martin Buber (Hrsg.): Jüdische Künstler. Jüdischer Verlag, Berlin 1903, S. 73-104.
  • Dirk Heißerer: Der Radierer und Lichtzeichner Ephraim Moses Lilien (1874–1925). Galerie Michael Hasenclever, München 2004.
  • M. S. Levussove: The New Art of An Ancient People. The Work of Ephraim Mose Lilien. B. W. Huebsch, New York 1906.
  • Hans Ries: Lilien, Ephraim Mose. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 550 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: E. M. Lilien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John F. Oppenheimer (Red.): Lexikon des Judentums. Bertelsmann, Gütersloh 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 428
  2. Mark H. Gelbert: Melancholy Pride, Nation, Race, and Gender in the German Literature of Cultural Zionism. M. Niemeyer, Tübingen 2000, S. 227.
  3. Gedenkblatt des Fünften Zionisten-Congresses in Basel. In: Ost und West. Band 2, 1902, Sp. 17–18.