Brillantblau FCF

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Strukturformel
Strukturformel des Brillantblau FCF
Allgemeines
Name Brillantblau FCF
Andere Namen
  • Dihydrogen(ethyl)[ [4-[4-[ethyl- (3-sulfonatobenzyl)]amino]-2′-sulfonato- benzhydryliden]-cyclohexa-2,5-dien- 1-yliden]-(3-sulfonatobenzyl)ammonium-Dinatriumsalz
  • E 133
  • Patentblau AE
  • Amidoblau AE
  • Erioglaucin A
  • C.I. 42090
  • C.I. Acid Blue 9, Disodium salt
  • C.I. Food Blue 2
Summenformel C37H34N2Na2O9S3
CAS-Nummer 3844-45-9
PubChem 19700
Kurzbeschreibung

feinkristallines, dunkellilafarbenes Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 792,85 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

4600 mg·kg−1 (LD50Mauss.c.)[3][4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Brillantblau FCF (E 133) ist ein blauer Triphenylmethanfarbstoff und synthetischer Lebensmittelfarbstoff.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Brillantblau FCF ist ein rötlich-blaues Pulver, wasserlöslich und stabil. Mit sinkendem pH-Wert zersetzt sich der Farbstoff, wodurch das farbgebende π-Elektronensystem verkürzt wird. Dadurch schlägt die Farbe von Blau zuerst nach Grün und dann nach Gelb um. Sinkt der pH-Wert noch weiter entfärbt sich Brillantblau vollständig. Die neutrale Lösung hat ein Absorptionsmaximum bei λmax. = 630 nm.

Herstellung[Bearbeiten]

Brillantblau FCF wird aus 2-Sulfobenzaldehyd und 3-{[Ethyl(phenyl)amino]methyl}benzolsulfonsäure hergestellt:

Synthese von Brillantblau FCF

In Handel ist das Dinatriumsalz. Auch das Calcium-, Ammonium- [CAS: 2650-18-2] und Kaliumsalz [CAS: 71701-18-3] sowie der Aluminiumlack des Farbstoffes sind zugelassen.

Verwendung[Bearbeiten]

Verwendung im Blue Curaçao

Brillantblau FCF wird zur Färbung von Getränken und Speisen verwendet sowie in flüssigen Tensidprodukten (Flüssigwaschmittel, Weichspüler) und in Mundwasser, Gel-Zahnpasta und Parfümen.[5]

Um Grün-, Violett- oder Brauntöne zu erreichen, wird Brillantblau FCF mit anderen Farbstoffen gemischt, z.B. mit Tartrazin (E 102), um Grüntöne zu erzeugen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Brillantblau FCF gilt als unbedenklich.[6] Als erlaubte Tagesdosis wurden 6 mg/kg Körpergewicht festgesetzt. Der größte Teil des Farbstoffs wird unverändert ausgeschieden.[7]

Tierversuche zeigten, dass sich Brillantblau FCF bei Einnahme in hohen Dosen in Nieren und Lymphgefäßen ablagert.

Rechtliche Situation[Bearbeiten]

Brillantblau FCF ist nur für bestimmte Produkte zugelassen.[8] Dazu gehören unter anderem[7]:

  • essbare Überzüge für Käse und Wurst (qs)
  • Süßigkeiten (max. 300 mg/kg)
  • Kuchen, Kekse, Gebäck (max. 200 mg/kg)
  • Spirituosen, Obst- und Fruchtweine (max. 200 mg/kg)
  • Speiseeis, Desserts (max. 150 mg/kg)
  • Saucen, Würzmittel, Appetithappen (max. 500 mg/kg)[9]
  • alkoholische und nicht-alkoholische Getränke[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Datenblatt Brillantblau FCF bei Acros, abgerufen am 20. Februar 2010..
  2. a b Datenblatt Erioglaucine disodium salt bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 5. Mai 2011 (PDF).
  3. Eintrag zu Brillantblau FCF in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM).
  4. Zeitschrift fuer Krebsforschung. Vol. 64, S. 287, 1961.
  5. Farbmittel für Kosmetika (PDF-Datei; 72 kB)
  6. E 133 – Brillantblau FCF
  7. a b zusatzstoffe-online.de: E133
  8. ZZulV Einzelnorm: Anlage 1 (zu § 3 Abs. 1 und § 7); Zusatzstoffe, die zum Färben von Lebensmitteln oder zum Erzielen von Farbeffekten bei Lebensmitteln zugelassen sind
  9. a b Verordnung zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Vorschriften über Zusatzstoffe vom 29. Januar 1998 (BGBl. I S. 230)