Calciumacetat

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Strukturformel
Calciumkation \mathrm{ \ \Biggl[} Acetatanion \mathrm{ \ \!\ \Biggr]_2}
Allgemeines
Name Calciumacetat
Andere Namen
  • Calciumethanoat (nach IUPAC)
  • Kalziumacetat
  • Calciumdiacetat
  • E 263
Summenformel Ca(C2H3O2)2
CAS-Nummer
  • 62-54-4 (wasserfrei)
  • 114460-21-8 (Hydrat)
ATC-Code

A12AA12

Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 158,17 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,34 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

Zersetzung: ab 160 °C[1]

Löslichkeit

gut löslich in Wasser (374 g·l−1) [1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​36
Toxikologische Daten

4280 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Calciumacetat (E 263) ist eine chemische Verbindung mit der chemischen Formel Ca(H3CCOO)2. Es ist ein Calcium-Salz der Essigsäure. Es ist ein weißer Feststoff, mit leichtem Geruch nach Essigsäure und stark herbem Geschmack.

In der Lieferform enthält Calciumacetat wechselnde Mengen Kristallwasser. Bei normalen Bedingungen (Raumtemperatur, 65 % Luftfeuchtigkeit) ist die Verbindung mit etwa 2 Mol Kristallwasser beständig. Bei 60 °C löst sich die Verbindung im eigenen Kristallwasser, was einem Schmelzen gleichkommt. Calciumacetat ist ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von Aceton aus Calciumcarbonat und Essigsäure mit der sogenannten "Kalksalzdestillation", da es beim Erhitzen u.a. in Aceton zerfällt.

Herstellung von Aceton aus Calciumcarbonat und Essigsäure ("Kalksalzdestillation").

Verwendung[Bearbeiten]

Calciumacetat wird als säureregulierender, konservierender und festigender Lebensmittelzusatzstoff verwendet. Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 263 ohne eine Höchstmengenbeschränkung (quantum satis) für alle für Zusatzstoffe zugelassenen Lebensmittel zugelassen.

Calciumacetat wird oft als Extraktionsmittel für Bodenproben gebraucht. Zudem wird es in Kombination mit Brennspiritus als Brennpaste verwendet.

Darüber hinaus wird es als Medikament zur Behandlung erhöhter Phosphatspiegel bei chronischer Niereninsuffizienz in der Nephrologie eingesetzt.

Auch die vielerorts erhältlichen Wärmekissen enthalten eine Calcium- oder Natriumacetatlösung. Durch Verformung des Metallplättchens entsteht ein Kristallisationskeim. Nach wenigen Sekunden ist das gesamte Acetat kristallisiert, gibt aber über einen längeren Zeitraum die entstandene Kristallisationswärme ab. Die Dauer ist dabei vor allem von der Größe des Wärmekissens (Verhältnis von Volumen zu Oberfläche) und von der Umgebungstemperatur abhängig.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Eintrag zu Calciumacetat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. Dezember 2007 (JavaScript erforderlich).
  2. Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 629.
  3. a b Datenblatt Calcium acetate hydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 15. März 2011 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Datenblatt Calciumacetat bei Carl Roth, abgerufen am 14. Dezember 2010.