Polyglycerin-Polyricinoleat

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Strukturformel
Strukturformel von PGPR
R = H und/oder Ricinolsäure und/oder Polyricinolsäure
Allgemeines
Name Polyglycerin-Polyricinoleat
Andere Namen
CAS-Nummer 29894-35-7
Monomere/Teilstrukturen Triricinolein
PubChem 9843407
Kurzbeschreibung

Klare, hellbraune, viskose Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Aggregatzustand

flüssig[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Polyglycerin-Polyricinoleat (PGPR) ist ein erst seit jüngerer Zeit verwendeter Lebensmittelzusatzstoff. Es handelt sich um den Carbonsäureester eines oligomeren Glycerins mit polymerer Ricinolsäure.

Herstellung[Bearbeiten]

Im ersten Schritt wird aus Glycerin mit 2,3-Epoxy-1-propanol (Glycidol) basenkatalysiert oligomeres Glycerin dargestellt.

oligomeres Glycerin

Parallel dazu wird Ricinolsäure intermolekular unter kontrollierter Wärmezufuhr zu Polyricinolsäure verestert.

Darstellung der Polyricinolsäure

Anschließend erfolgt die Veresterung des oligomeren Glycerins und der Polyricinolsäure zum PGPR mit der allgemeinen Strukturformel

PGPR

wobei, je nach Prozessführung, R = H und/oder Ricinolsäure und/oder Polyricinolsäure sein können.[3]

Eine mögliche Struktur des PGPR sieht wie folgt aus:

PGPR mit unterschiedlichen Resten

Verwendung[Bearbeiten]

PGPR wird als Emulgator und Stabilisator häufig in Kombination mit Lecithin verwendet. In der EU ist es als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 476 begrenzt zugelassen, jedoch nur für fettarme Aufstriche sowie Soßen und Süßwaren auf Kakaobasis.[4]

Sicherheit[Bearbeiten]

Hohe Dosierungen dieses Mittels haben in Tierversuchen keine carcinogenen Effekte aufgezeigt, jedoch zu Hypertrophien von Nieren und Leber geführt, deren Ursache vermutlich in der Veränderung der Permeabilität der Darmschleimhaut liegt. Histologische Untersuchungen des Gewebes haben keine Beeinträchtigungen aufgezeigt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d GRAS Notice 000270: polyricinoleic acid (PDF; 821 kB) FDA. Abgerufen am 25. Oktober 2011.
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Das Lehrbuch der Lebensmittelchemie von H.-D. Belitz, W. Grosch und P. Schieberle, 6. Auflage, Springer Verlag, ISBN 978-3-540-73201-3 Google Books
  4. ZZulV Anlage 4 (zu § 5 Abs. 1 und § 7) Begrenzt zugelassene Zusatzstoffe
  5. Food and Chemical Toxicology, Band 36, 1998, Seiten 747-754: Assessment of the Carcinogenic Potential of Polyglycerol Polyricinoleate (PGPR) in Rats and Mice, M. R. Smith, R. Wilson and P. A. Hepburn doi:10.1016/S0278-6915(98)00056-8