EBS Universität für Wirtschaft und Recht

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EBS Universität für Wirtschaft und Recht
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Motto Inspiring personalities.
Gründung 1971
Trägerschaft privat
Ort Wiesbaden, Oestrich-Winkel
Bundesland Hessen
Staat Deutschland
Präsident Rolf Wolff, Vizepräsident Richard Raatzsch
Studenten 1.500 (plus 349 Austauschstudenten und 135 Doktoranden) Stand September 2014[1]
Mitarbeiter etwa 160 (ohne wissenschaftliche Mitarbeiter)
davon Professoren 33 (EBS Business School: 25 (davon 7 Juniorprofessoren) und EBS Law School: 8) (Stand September 2014) [2]
Website www.ebs.edu

Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht (EBS) ist eine private, staatlich anerkannte Universität in Hessen. Im Handelsregister ist sie als EBS Universität für Wirtschaft und Recht gGmbH eingetragen. Gesellschafterin der EBS Universität für Wirtschaft und Recht gGmbH ist die private Stiftung zur Förderung der EBS.

Geschichte[Bearbeiten]

Die EBS wurde 1971 von Klaus Evard als Fachhochschule für Wirtschaft in Offenbach am Main unter dem Namen European Business School gegründet. 1980 zog sie ins Schloss Reichartshausen in Oestrich-Winkel im Rheingau. 1989 wurde sie als wissenschaftliche Hochschule anerkannt und erhielt 1993 das Promotions- und 1998 das Habilitationsrecht. Am 16. Juni 2010 wurde die EBS Law School neben der EBS Business School als zweite Fakultät gegründet. Am 1. September 2011 erlangte die EBS Universitätsstatus.[3] Der Sitz der EBS Law School und der gesellschaftsrechtliche Sitz der EBS Universität für Wirtschaft und Recht gGmbH befinden sich in Wiesbaden.

Studium[Bearbeiten]

EBS Business School, Oestrich-Winkel, Blick in den Innenhof

Studienangebot[Bearbeiten]

Die EBS Universität bietet mit der Fakultät EBS Business School in der Erstausbildung für Betriebswirtschaftslehre folgende Bachelor- und Masterstudiengänge an:

  • Bachelor of Science-Programme
    • Bachelor in General Management
    • Bachelor in General Management (Part-time)
    • Bachelor in General Management (International Business Studies)
    • Bachelor in Aviation Management (in Kooperation mit der Lufthansa AG)
  • Master of Science-Programme
    • Master in Management
    • Master in Automotive Management
    • Master in Finance
    • Master in Marketing
    • Master in Real Estate

Die EBS Universität bietet mit der Fakultät EBS Law School in der Erstausbildung für Jura seit September 2011 folgende Studiengänge an:

  • Erste juristische Prüfung (vormals 1. Staatsexamen)
  • Bachelor of Laws (LLB)
  • Master of Arts in Business (MA)

Neben betriebs- und volkswirtschaftlichen Kursen belegen alle Studenten ein Philosophieprogramm, das Grundlagen der Wissenschaftstheorie und Ethik vermittelt. Zudem können Studierende und Doktoranden an einem Coaching-Programm teilnehmen.

Weiterbildung[Bearbeiten]

Im Bereich Weiterbildung bietet die EBS Universität folgende Programme an:

  • EBS Full-time MBA
  • DBS & EBS Executive MBA in General Management (Gemeinsamer Studiengang mit Durham Business School, UK)
  • Master in Business Innovation
  • Master in Real Estate Investment & Finance
  • Executive Master in Real Estate
  • Executive MBA in Health Care Management
  • Master in Wealth Management

Des Weiteren bietet die EBS Executive Education (Tochterfirma der EBS) zahlreiche Zertifikatsprogramme und Firmenprogramme an.

EBS Business School, Oestrich-Winkel, Blick vom Rheinufer auf das Kiep-Center und das Schloss

Studiengebühren[Bearbeiten]

Für das Studium an der EBS fallen Studiengebühren an. Das Bachelor-Studium (BSc) an der EBS Business School kostet 41.700 Euro (6.950 Euro pro Semester), das Master-Studium (MSc) 23.850 Euro (7.950 Euro pro Semester).

Die Studiengebühren für den achtsemestrigen Part-Time Bachelor in General Management betragen 34.260 Euro (4.295 Euro pro Semester).

Das Studium an der EBS Law School (Erste juristische Prüfung) kostet 44.400 Euro (3.700 Euro pro Trimester). Die Studiengebühr für den zusätzlichen Abschluss Master in Business (MA) beträgt 5.500 Euro.

Zusätzlich fallen einmalig 690 Euro Inskriptionsgebühren sowie 100 Euro für das Aufnahmeverfahren an.

Akkreditierung[Bearbeiten]

Alle Studiengänge der EBS sind durch die Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) akkreditiert. Seit dem 18. April 2012 ist die EBS Business School zudem EQUIS-akkreditiert.[4].

Am 29. Mai 2012 hat die EBS Universität für Wirtschaft und Recht die Institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat für zehn Jahre erhalten. Rechtswissenschaftliche Promotionen dürfen jedoch in den nächsten fünf Jahren nur in Kooperation mit anderen Universitäten abgelegt werden.[5]

Studentische Initiativen[Bearbeiten]

Es gibt an der EBS etwa 20 studentische Initiativen, zu denen unter anderem die studentische Unternehmensberatung JAMES und Kongresse wie das EBS Symposium, die Supply Chain Conference, der Gründerkongress EBSpreneurship Forum und der EBS Immobilienkongress gehören. Des Weiteren existieren Initiativen, die sich dem sozialen und kulturellen Engagement gewidmet haben.[6] Koordiniert werden diese Initiativen von der Studentenvertretung der EBS.[7]

Wirtschaftliche Entwicklung, Finanzprobleme[Bearbeiten]

2011 nahm die Hochschule 32,2 Millionen Euro ein (Vorjahr: 32,1 Millionen), davon 11,8 Millionen Euro aus Studiengebühren (Vorjahr: 10,5 Millionen). Dem standen Ausgaben von 33,4 (Vorjahr: 34,3) Millionen Euro gegenüber. Die Hochschule erwirtschafte damit 2010 einen Verlust von 2,2 Millionen Euro, im Jahr 2011 von 1,1 Millionen Euro. Das Eigenkapital lag Ende 2010 bei 1,45 Millionen Euro und war laut einem Medienbericht 2011 nahezu aufgebraucht gewesen.[8] Ende 2012 kam der hessische Landesrechnungshof zu dem Ergebnis, die EBS sei ohne nachhaltige Zuführung von Eigenkapital oder eigenkapitalersetzenden Darlehen „nicht in der Lage, eine Überschuldung zu verhindern und ihre Zahlungsfähigkeit auf Dauer zu sichern“.[9]

Das Land Hessen hatte 24,7 Millionen Euro für den Aufbau einer juristischen Fakultät bewilligt.[8] Der Hessische Rechnungshof warf der Landesregierung vor, im Vorfeld der Vergabe von Fördermitteln an die EBS die Bonität und Liquidität der Hochschule nicht ausreichend geprüft zu haben.[10] 2011 forderte das Land wegen Fehlbuchungen fast eine Million Euro von der Hochschule zurück.[8]

Die Zahl der Professoren ging in den letzten Jahren zurück (Stand: 2012). Die Hochschule beschäftigt heute 38 Senior- und Junior-Professoren.[8] Dazu kommen 32 außerplanmäßige Professoren und Honorarprofessoren.[11]

Im Februar 2013 gab die Universität bekannt, dass man von einem Neubau an der Moritzstraße, welcher ursprünglichen Planungen nach die juristische Fakultät sowie zentrale Einrichtungen beheimaten sollte, absieht. Es soll ausschließlich das alte Gericht genutzt werden.[12]

In dem im Mai/Juni 2013 mit Verzug vorgelegten Jahresabschluss für 2011 wurde aufgrund des auch mit Zahlungsmittelabflüssen verbundenen Jahresfehlbetrages 2011 von ca. 7,2 Millionen Euro in der Bilanz zum 31. Dezember 2011 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von 5,8 Millionen Euro ausgewiesen. 2012 betrug der Jahresfehlbetrag ca. 1,5 Millionen Euro. Dies führte zu einem Eigenkapital von ca. -7,3 Millionen Euro. Der Bericht prognostiziert weitere Verluste für die Jahre 2013 und 2014.

Mietpreisstundung wegen Insolvenzgefahr[Bearbeiten]

Im Mai 2013 machten Berichte der FAZ und der Frankfurter Rundschau bekannt, dass die Stadt Wiesbaden der EBS die Mietpreiszahlung für das von ihr genutzte Gebäude in Wiesbaden gestundet hatte.[13][14] Insgesamt ging es um 400.000 € Miete für die Monate April bis Dezember 2013. Rainer Schäfer, der Geschäftsführer der städtischen Holding WVV, rechtfertigte die Stundung damit, ihm sei dargelegt worden, dass die Insolvenz der EBS drohe, wenn die Stadt ihr nicht entgegenkomme.[15] Nachdem die wirtschaftliche Lage der EBS auch im Laufe des Jahres 2013 kritisch blieb, bat die Hochschule die Stadt Wiesbaden im November 2013 um die Stundung weiterer 188.000 Euro Miete für das Jahr 2014, was die Stadt jedoch ablehnte.[16]

Nach einem Bericht der Zeit vom 2. Februar 2014 habe die EBS aufgrund "ihres ramponierten Rufs" einen Rückgang an Drittmitteln und Spenden hinnehmen müssen. So sei die Business School trotz immer noch großzügiger Landesunterstützung tief in die roten Zahlen gerutscht.[17]

Lohnverzicht und Ausscheiden der Kanzler[Bearbeiten]

Da die Mietstundung ein wesentlicher Baustein der Fortführungsprognose war, mussten nach Ablehnung derselben durch die Stadt Wiesbaden die Mitarbeiter in den Jahren 2013 und 2014 auf das 13. Monatsgehalt sowie auf Bonuszahlungen verzichten. [18] Nachdem Mitarbeiter bereits für 2012 auf Bonuszahlungen verzichten hatten, sollen die neuerlichen Gehaltseinbußen zu weiteren Mitarbeiterverlusten beigetragen haben. [19] Am selben Tag, an dem die Ablehnung der Mietstundung bekannt geworden war, teilte die EBS mit, dass Kanzler Georg Garlichs die EBS zum 1. April 2014 verlassen würde [20] Sein Nachfolger als Kanzler, Olaf Güllich, verließ die EBS bereits sieben Monate nach Amtsantritt zum 31. Oktober 2014.[21] Seitdem ist die EBS ohne Kanzler.

Rankings[Bearbeiten]

  • 2014 belegte der Master in Management der EBS im Financial Times-Ranking Platz 14 weltweit. In den Kategorien "Corporate Strategy", sowie "Organisational Behaviour" erzielte der Master in Management Platz 1 weltweit. [22]
  • Im CHE-Hochschulranking 2014 erreichte die EBS in fünf von fünf Bewertungsbereichen die Spitzengruppe.[23] Im CHE-Hochschulranking 2011/12 erreichte die EBS in vier von fünf Bewertungsbereichen die Spitzengruppe (Studiensituation insgesamt, Studierbarkeit, Internationale Ausrichtung und Forschungsgelder) und die Mittelgruppe im Feld Forschungsreputation.[24] In der Masterbefragung 2011 vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zählt die EBS Business School in allen bewerteten Kategorien zur Spitzengruppe.[25]
  • 2012 erreichte die EBS im Handelsblatt-Betriebswirte-Ranking den 15. Platz.[26]
  • Bei der Umfrage der Wirtschaftswoche unter 500 Personalverantwortlichen in Deutschland belegte die EBS 2013 den 8. Platz im Bereich BWL.[27]
  • Im internationalen QS Global 200 Business Schools Report 2013/14 „MBA Employers Choice“ belegte die EBS den 2. Platz in Deutschland und Platz 20 in Europa.[28]

Öffentliche Wahrnehmung, Kontroversen, Ermittlungsverfahren[Bearbeiten]

Alkoholmissbrauch durch Studierende 2010[Bearbeiten]

Angehende Studierende der EBS sind in unmittelbarer Nachbarschaft der Hochschule im September 2010 durch ausuferndes Verhalten infolge übermäßigen Alkoholkonsums im Rahmen eines von fortgeschrittenen Semestern organisierten Aufnahmerituals aufgefallen.[29][30][31] Die Polizei musste mehrere Studierende aufsammeln, ins Krankenhaus bringen sowie mit einem Polizeihubschrauber die Rheingauer Weinberge absuchen.[32][33][34] Das Aufnahmeritual mit dem Namen „Bootcamp“ gab es nach Angaben der FTD bereits seit vielen Jahren.[35]

Die Hochschulleitung hat sich der Thematik angenommen, Alkoholverbote verhängt und eine verstärkte Sozialverpflichtung eingeführt.[36][37]

Anschubfinanzierung der EBS Law School durch Steuergelder[Bearbeiten]

Die Gründung der EBS Law School sollte durch das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden mit zunächst 25 Mio. Euro unterstützt werden.[38] Dies wurde insbesondere deswegen kritisiert, da gleichzeitig die öffentlichen Universitäten Einsparungen hinnehmen mussten.[39] Im April 2011 wurde dann bekannt, dass die Förderung mit 50 Mio. Euro doppelt so hoch wie ursprünglich geplant ausfallen soll.[40] Zudem sei die Verwendung der bereits ausgezahlten Steuergelder ungeklärt.[41]

Ende April verkündete das Wissenschaftsministerium, die Zwischen- und Verwendungsnachweise für die Landesförderung durch ein Beratungsunternehmen prüfen zu lassen und bis dahin alle Fördergelder einzufrieren.[42] Als Ergebnis der Prüfungen musste die EBS 950.000 Euro, die während der Präsidentschaft von Christopher Jahns statt für den Aufbau der juristischen Fakultät für andere Zwecke verwendet worden waren, an das Land zurückzahlen.[43]

In einem Bericht an den Landtag stellte der Hessische Landesrechnungshof Ende 2012 „die zweckentsprechende Mittelverwendung insgesamt in Frage” und bemängelte, dass „keine belastbaren Analysen über den Bedarf an einer wirtschaftsnahen Juristenausbildung in Hessen und an der Gründung einer weiteren hessischen Universität vorgelegt” wurden.[44] Dabei wurde auch kritisiert, dass ein großer Teil der Zuwendungen statt für den Aufbau der juristischen Fakultät für Allgemeinkosten der Universität verwendet wurden. Im Dezember 2012 setzte der Landtag daraufhin einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss ein, um die Vorgänge zu untersuchen.[45]

Untersuchungsausschuss, erneute Razzia 2014 wegen Betrugsvorwürfen[Bearbeiten]

Während des Untersuchungsausschusses gab der als Zeuge geladene ehemalige kaufmännischer Leiter Klaus-Peter Niesik zu, die EBS habe Unterlagen geschönt und manipuliert, um an Fördergelder zu gelangen und damit „Missbrauch von Steuergeldern“ betrieben.[46] Ermittlungen in Bezug auf einen möglichen „gemeinschaftlichen Betrug zum Nachteil des Landes Hessen“ der EBS in Höhe von mindestens 1,6 Millionen Euro führten zu einer erneuten Razzia in den Büroräumen von leitenden Angestellten am 9. April 2014.[47] Insgesamt wurden vier Büroräume der EBS und die Wohnungen von drei Beschuldigten durchsucht.[48]

Verwendung von Fördergeldern am Automotive Institute for Management[Bearbeiten]

Auch am Automotive Institute for Management (AIM) der EBS mussten 2011 Subventionen in Höhe von € 60.700 wegen Nichtverwendung zurückgezahlt werden; bezüglich weiterer € 300.000 aus dem Jahr 2010 wird derzeit (September 2012) eine weitere Rückforderung durch das Hessische Wirtschaftsministerium geprüft.[49] Bereits im Jahr 2011 musste das von Franz-Rudolf Esch geleitete Institut 60.700 Euro nicht vereinbarungsgemäß verausgabter Fördergelder an das Ministerium zurückzahlen, während die Stadt Frankfurt weitere 31.300 Euro zurückerstattet bekam. Bei den neuerlichen Prüfungen geht es u.a. darum, dass der Geschäftsführer des AIM dort nicht dort angestellt war, sondern ihm vielmehr die Möglichkeit eingeräumt worden sein soll, viel zu hohe Honorare abzurechnen.[50] Der betroffene Geschäftsführer, der das Institut zum 15. August 2012 verlassen haben soll, gilt als enger Weggefährte des inzwischen wegen gewerbsmäßiger Untreue angeklagten früheren EBS-Präsidenten Christopher Jahns, der das AIM zusammen mit ihm und EBS-Professor Ronald Gleich gegründet hatte.

Untreue-Affäre des ehemaligen Präsidenten Christopher Jahns (2011)[Bearbeiten]

Recherchen der Spiegel-Journalisten Armin Himmelrath und Markus Verbeet zeigten 2011 das Beziehungsgeflecht der Hochschule mit Unternehmen, insbesondere mit der Beratungsgruppe BrainNet auf. Deren Top-Manager Christian Rast saß im Stiftungsvorstand der Hochschule, wohingegen EBS-Präsident Christopher Jahns Verwaltungsräten mehrerer zu BrainNet gehörender Unternehmen angehörte. Der Reportage zufolge wirkten Verbindungen der EBS zu Jahns’ Firmenimperium außergewöhnlich eng.[51] Nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau ist auch Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller in die Affäre verwickelt. Demnach hat Müller, der Aufsichtsrat der EBS ist, einen Beratungsauftrag für die Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken an BrainNet erteilt. Für einen 16-seitigen Bericht wurden demnach 80.000 Euro abgerechnet. EBS-Präsident Jahns war zugleich Verwaltungsratspräsident von BrainNet.[52] Aufgrund der Vorwürfe hat das Bundesforschungsministerium einen Förderantrag der EBS zurückgestellt.[53]

Der Aufsichtsrat der EBS gGmbH hatte die Vorwürfe gegen Christopher Jahns zunächst zurückgewiesen. Die Verbindungen seien transparent und von Wirtschaftsprüfern bestätigt worden.[54][55] Studentensprecher und Vertreter des akademischen Mittelbaus forderten von Jahns die Offenlegung der Firmenbeziehungen. Mehrere Professoren forderten ihn danach schriftlich zum Verzicht auf das Präsidentenamt auf.[56] Am 4. April 2011 wurde Christopher Jahns in Frankfurt wegen des Verdachts der Untreue verhaftet; die Haft wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.[57][58][59] Am 7. April 2011 trennte sich die Hochschule von ihm[60], insgesamt wurden von der EBS acht Kündigungen ausgesprochen.[61]

Jahns klagte gegen diese Kündigungen und schloss im September 2011 mit der Hochschule einen Vergleich. Für seinen Weggang erhielt er demnach eine Abfindung im sechsstelligen Bereich.[62]. Jahns focht diesen Vergleich Mitte August 2012 zunächst wieder an und erhob Klage, da die Hochschule Beweise zurückgehalten habe,[8] zog Anfechtung und Klage kurz vor dem gerichtlichen Verhandlungstermin aber wieder zurück.[63] Jahns Nachfolger, Rolf Cremer, kritisierte im Gegenzug die Führung Jahns. So habe er ein fragwürdiges finanzielles und strukturelles Management betrieben, bei dem unter anderem fast eine Million Euro an Fördergeldern aufgrund von Fehlbuchungen zurückgezahlt hätten müssen und das Präsidium mit zuletzt neun Geschäftsführern unüberschaubar geworden sei.[64] Unter der Präsidentschaft von Cremer hat die EBS die Anzahl der Geschäftsführer auf drei reduziert.[65]

Im Mai 2012 erhob die Staatsanwaltschaft Wiesbaden Anklage gegen Jahns wegen gewerbsmäßiger Untreue, u. a. da die Beratungsfirma BrainNet, deren Verwaltungsrat Jahns neben seinem Amt als EBS-Chef war,[61] der Hochschule Leistungen in Rechnung gestellt habe, die nie erbracht worden seien.[66] Der Schaden wird mit 180.000 Euro beziffert. Ermittlungen zu einem weiteren Fall, in dem es um 450.000 Euro geht, sind noch nicht abgeschlossen (Stand: August 2012).[8] Schließlich wird gegen Jahns wegen Subventionsbetrug über mindestens 1,6 Mio. Euro ermittelt.[67]

Persönlichkeiten der Universität[Bearbeiten]

Präsidenten[Bearbeiten]

Professoren (Auswahl)[Bearbeiten]

Absolventen (Auswahl)[Bearbeiten]

Partnerhochschulen[Bearbeiten]

Die EBS unterhält Partnerschaften zu Universitäten, im Rahmen derer ein Austausch von Studenten der wirtschaftswissenschaftlichen und juristischen Fakultäten stattfindet. Zu den Partnerhochschulen zählen unter anderem:[72]

Im Ausland gibt es weitere European Business Schools, die von der deutschen EBS mitgegründet und mit ihr verbunden waren. Mittlerweile sind sämtliche ausländischen EBS-Ableger unabhängig.

Filme[Bearbeiten]

  • „grow or go“. Die Architekten des „global village“. Dokumentarfilm, Deutschland 2003, 94 Min., Buch: Marc Bauder, Dörte Franke, Regie: Marc Bauder, Produktion: ZDF, Das kleine Fernsehspiel[73] (vier Absolventen der EBS bei den ersten Schritten auf ihrem Weg, Unternehmensberater zu werden)
  • „Von Anfang an Elite“. Dokumentarfilm, Deutschland 2008, 45 Min., Buch: Julia Friedrichs, Eva Müller, Produktion: WDR, Die Story[74]
  • „Die jungen Manager“. Reportage über die Erwartung der Manager von Morgen, Deutschland, 5.06 Min., 25. März 2013[75]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: EBS Universität für Wirtschaft und Recht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hessische Landtagsdrucksache 19/818 [1]
  2. Hessische Landtagsdrucksache 19/818 [2]
  3. http://www.ftd.de/karriere-management/karriere/:business-schule-ebs-darf-sich-trotz-vorwuerfen-uni-nennen/60093098.html (Version vom 10. September 2011 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  4. http://www.ebs.edu/cms/accreditations.html?&L=0
  5. Pressemitteilung des Wissenschaftsrats
  6. http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/10379938.htm
  7. [3], http://www.ebs.edu/index.php?id=8
  8. a b c d e f Stefani Hergert: Privat-Uni unter Beschuss. In: Handelsblatt. Nr. 164, 24., 25., 26. August 2012, ISSN 0017-7296, S. 62 f (gekürzte Fassung online).
  9. Nach Prüfung durch Landesrechnungshof: EBS in Wiesbaden droht die Pleite. In: Wiesbadener Tagblatt, 10. Dezember 2012 (online).
  10. Rechnungshof bemängelt laxe Prüfung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 194, 21. August 2012, S. 21 (online).
  11. http://www.ebs.edu/artikel.html?&L=0&cHash=0cb02b73b94a5fb556b43dec41535b1e&tx_ttnews%5BbackPid%5D=5306&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1592
  12. Wiesbadener Kurier:Wiesbadener Kurier. Stand 28. Februar 2013.
  13. FAZ: Stadt stundet der EBS die Miete, 27. Mai 2013
  14. Frankfurter Rundschau: EBS darf Miete später begleichen, vom 25. Mai 2013
  15. FAZ: Stadt stundet der EBS die Miete, 27. Mai 2013
  16. Wiesbadener Kurier: Stadt Wiesbaden lehnt Stundung der Miete ab - EBS-Universität weiter in Finanz-Not, vom 26. November 2013
  17. Die Zeit: Wachstum auf Pump, 2. Februar 2014
  18. Wiesbadener Kurier: [4], 27. November 2013
  19. MBA-Journal: EBS-Finanznöte, 3. Dezember 2013
  20. FAZ:Auch Garlichs verlässt die EBS, vom 26. November 2013
  21. MBA-Journal:EBS: Prominente Abgänge, vom 30. Oktober 2014
  22. The top 70 masters in management programmes. In: FTbusiness education – Masters in management ranking 2014. Financial Times, S. 26-28, abgerufen am 15. Oktober 2014 (PDF; 14 MB, englisch).
  23. http://ranking.zeit.de/che2014/de/hochschule/78
  24. http://ranking.zeit.de/che2011/de/rankingkompakt?esb=24&ab=3&hstyp=1
  25. http://ranking.zeit.de/che2011/de/rankingkompakt?esb=24&ab=4&hstyp=1
  26. Handelsblatt-Ranking Betriebswirtschaftslehre 2012. Handelsblatt. Abgerufen am 10. Dezember 2012.
  27. Die besten Unis und Fachhochschulen. Wirtschaftswoche. Abgerufen am 19. Oktober 2013.
  28. http://www.topmba.com/mba-rankings/region/europe
  29. Elitäres Saufgelage im Freien – Polizei rettet Studenten, n-tv 5. September 2010
  30. Süddeutsche Zeitung: EBS: „Universität in Gründung“, vom 5. April 2011
  31. FAZ: European Business School Große Pläne schlecht verkauft, vom 19. Oktober 2010
  32. Die Zeit: Die European Business School will ihr Image verändern, vom 3. Januar 2011
  33. Frankfurter Rundschau: Koma-Saufen an Elite-Uni, vom 5. September 2010
  34. FAZ: Betrunken im „Bootcamp“ Ärger an der EBS, vom 6. September 2010
  35. FTD: Komasaufen an der EliteuniVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, vom 10. September 2010
  36. Elite-Studenten entschuldigen sich nach Saufgelage, FAZ 14. September 2010
  37. Privatunis: Edel – und gut: Die European Business School will ihr Image verändern, Zeit, 3. Januar 2011
  38. Wiesbaden wird Sitz einer Universität, FAZ, 3. Juni 2009
  39. Universitätsstadt Wiesbaden „Da haben wir ein Ding gedreht“, Frankfurter Rundschau, 17. Juni 2010
  40. European Business School – Immer mehr Steuergeld für die EBS, Frankfurter Rundschau , 11. April 2011
  41. Privatuniversität EBS: Wo steckt das Geld des Landes?, Frankfurter Rundschau, 14. April 2011
  42. 29. April 2011 – Pressemitteilung
  43. [5]
  44. Ministerin gab EBS Geld ohne Prüfung. Frankfurter Rundschau. Abgerufen am 11. Dezember 2012.
  45. Untersuchungsausschuss zur EBS: Opposition greift zu „schärfstem Schwert“. HR Online. Abgerufen am 14. Dezember 2012.
  46. Zeuge sieht "Missbrauch von Steuergeldern". hr online. Abgerufen am 9. April 2014.
  47. Betrug mit Fördergeld? Razzia bei European Business School. hr online. Abgerufen am 9. April 2014.
  48. Frankfurter Allgemeine Zeitung: European Business School. Betrugsermittlungen gegen Mitarbeiter der EBS, vom 9. April 2014
  49. Auch Rentsch will Geld von EBS, Frankfurter Rundschau, 12. September 2012
  50. Auch Noch mehr EBS-Geld versickert?, Hessischer Rundfunk, 13. September 2012
  51. Bildung: Schöner Schein
  52. EBS-Affäre erreicht das Rathaus
  53. Bund rügt Privat-Uni
  54. http://www.ebs.edu/index.php?id=130&L=0
  55. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEwald Hetrodt und Sascha Zoske: „Konkrete Planspiele mit dem Ziel, mich zu stürzen“. Im Gespräch: Christopher Jahns, Präsident der European Business School. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 30. Januar 2011, abgerufen am 2. Mai 2011.
  56. Umstrittener Hochschul-Boss: Professoren meutern gegen EBS-Präsidenten
  57. http://www.wiesbadener-kurier.de/nachrichten/vermischtes/10436984.htm
  58. Eliteschmiede EBS: Hochschule durchsucht, Präsident verhaftet, Spiegel Online, 4. April 2011
  59. Untreue-Verdacht: EBS-Präsident Jahns festgenommen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. April 2011
  60. Pitt von Bebenburg und Ralf Munser: Jahns, Bouffier und der „Maulwurf“. In: Frankfurter Rundschau. Abgerufen am 2. Mai 2011.
  61. a b  Ewald Hetrodt: „Wie im Putin-Land“. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main 20. Januar 2013, ISSN 0174-4909, S. 7.
  62. [6]
  63. Frankfurter Rundschau Online, EBS verliert ihren Chef, veröffentlicht am 14. Februar 2013
  64. Stefani Hergert: Die private EBS-Uni schlägt zurück. In: Handelsblatt. Nr. 169, 30. August bis 2. September 2012, ISSN 0017-7296, S. 62 f.
  65. http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/12363693.htm
  66. http://www.fr-online.de/rhein-main/european-business-school-wiesbaden-anklage-gegen-ex-ebs-chef-jahns,1472796,15175994.html
  67. [7]
  68. Präsident Cremer legt Ämter aus gesundheitlichen Gründen nieder, Mitteilung der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, 14. Februar 2013
  69. [8] am 27. Mai 2012
  70. Philipp Schindler | Economist Conferences UK, am 18. Oktober 2011
  71. Philipp Schindler steigt in Google-Führungsriege auf, am 18. Oktober 2011
  72. „Übersicht über Partnerhochschulen“
  73. Inhaltsangabe
  74. „Von Anfang an Elite“ auf phoenix.de
  75. Die jungen Manager

50.01258.05Koordinaten: 50° 0′ 45″ N, 8° 3′ 0″ O