EHC Arosa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
EHC Arosa
EHC Arosa
Grösste Erfolge
  • 9-facher Schweizer Meister
    1951, 1952, 1953, 1954, 1955, 1956, 1957, 1980, 1982
  • Schweizer Vize-Meister 1948, 1981, 1984
Vereinsinfos
Geschichte Eishockey Club Arosa (seit 1924)
Vereinsfarben gelb, blau, weiß
Liga 1. Liga Ostschweiz
Spielstätte Sport- und Kongresszentrum Arosa (SKZA)
Kapazität 2'200 Plätze
Cheftrainer Marcel Habisreutinger[1]
2012/13 Platz 8, Playoff-Viertelfinale

Der Eishockeyclub Arosa ist ein traditionsreicher Schweizer Eishockeyclub aus Arosa/Graubünden. Er wurde 1924 gegründet und gewann neunmal den Meistertitel, davon siebenmal in Folge (1951–1957, 1980 und 1982). Damit steht er bis heute an dritter Stelle der nationalen Bestenliste.

Gründung und frühe Jahre[Bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde im Kurort Arosa Bandy gespielt. Zu diesem Zweck errichtete man auf dem gefrorenen Obersee eigens einen Bandyrink. Die Begeisterung für die damals in Europa noch junge Sportart Eishockey ging jedoch schon kurze Zeit später von der örtlichen Jugend aus. Diese spielte im Sommer zusammen im Fussballclub und traf sich winters jeweils beim heutigen Robinson Club Arosa um auf dem Rothornseeli zu trainieren und Spiele auszutragen. Im Dezember 1924 gründeten acht Mitglieder des Fussballclubs den EHC Arosa. Darunter befanden sich neben Hans Staub – Vater von Roger und Grossvater von Heini Staub – auch die Skirennfahrer David Zogg und Beni Führer. Das erste offizielle Spiel wurde am 14. Dezember 1924 in Arosa gegen den Grasshopper Club Zürich ausgetragen, den der EHC Arosa überraschend mit 3:1 bezwingen konnte. Gespielt wurde in den Anfangsjahren ohne Schoner in Fussballtrikots mit kurzen Hosen.

Zunächst absolvierte man hauptsächlich Freundschaftsspiele gegen andere Schweizer Clubs. Zu den Begegnungen mit dem HC Davos im Landwassertal überquerten die Aroser Spieler mit Skiern und Hockeyausrüstung jeweils die Maienfelder Furgga. 1930 wurde von einigen Sporthotels der Aroser Goldcup (später: Sonnengold-Cup) ins Leben gerufen, ein stark besetztes, internationales Turnier, nach dem Vorbild des Spengler Cups. 1930/31 stieg der EHC Arosa in die sogenannte A-Klasse auf. 1938 konnte die von den Stürmern Karl und Werner Lohrer angeführte Mannschaft erstmals einem Kanadischen Gegner sowie der Polnischen Nationalmannschaft ein Unentschieden abringen. Im darauffolgenden Jahr spielte der EHC Arosa in der Schweizer Nationalliga mit. 1942 feierte der sogenannte Aroser Sturm mit Ueli und Gebi Poltera sowie Hansmartin Trepp Première in der Schweizer Nationalmannschaft. 1944/45 erreichte die Mannschaft in der Nationalliga den vierten Schlussrang, und 1946 beendete man die Meisterschaft als Drittklassierte erstmals auf dem Podest. Im gleichen Jahr konnte zudem in der regülären Meisterschaft erstmals der als praktisch unschlagbar geltende HC Davos mit 6:5 bezwungen werden. Damit begann für den EHC Arosa eine über ein Jahrzehnt andauernde Phase des sportlichen Erfolgs.

Die erfolgreichen 1950er und 1980er-Jahre[Bearbeiten]

Legendär in der Schweizer Sportgeschichte waren die Erfolge des Vereins in den 1940er und 1950er Jahren, als der Aroser Sturm zu den besten Angriffsformationen Europas zählte und der Club 1951-57 siebenmal in Folge den Meistertitel feiern konnte. Die teilweise erdrückende nationale Dominanz dieser Linie konnte erst 1957/58 mit ihrem verletzungsbedingten Auseinanderfallen gebrochen werden.

Daneben sorgte Ende der 1970er Jahre der – nach einer langen sportlichen Durststrecke nicht mehr für möglich gehaltene – Wiederaufstieg von der 1. Amateurliga in die oberste Spielklasse, sowie in den 1980ern die sportliche Rivalität mit dem EHC Biel um den Meistertitel und die sogenannten Bündner Derbys mit dem HC Davos für Schlagzeilen. Die beiden Bündner Vereine waren nicht nur etwa gleich alt und bis dahin ähnlich erfolgreich gewesen, sie konnten sich auch auf eine treue Fangemeinde verlassen, welche die jeweiligen Stadien in ein blau/gelbes Meer tauchten, den Farben beider Clubs. 1980 und 1982 konnte der EHC Arosa unter Trainer Lasse Lilja und Präsident Peter Bossert die Meistertitel Nummern acht und neun feiern. 1984/85 schien der 10. Titelerfolg praktisch sicher, als der Club die Tabelle nach der Hinrunde mit sieben Punkten Vorsprung anführte, nach einer durchzogenen Rückrunde aber kurz vor Schluss noch auf Rang 3 zurückfiel.

Der freiwillige Rückzug aus der Nationalliga[Bearbeiten]

Ehemaliges Logo des EHC Arosa

Die Anfang der 1980er-Jahre rasch fortschreitende Professionalisierung des Schweizer Eishockeys, gestiegene Anforderungen an das Vereinsbudget sowie eine gewisse Sättigung des Zuschauerinteresses nach dem Meistertitel 1982 brachten den Club zusehends in finanzielle Bedrängnis. Die geografische Lage am Ende des langgezogenen und kurvenreichen Schanfiggs und die damit verbundene mühsame Anreise für die Fans erwiesen sich ebenfalls nicht als vorteilhaft.

Nach der Etablierung des EHC Chur 1984 als dritter Bündner Eishockeyclub in der Nationalliga A liess schliesslich die finanzielle Situation keine andere Lösung zu als der Abstieg in die 1. Liga. Diese freiwillige Relegation nach Abschluss der Saison 1985/86, die Arosa auf Platz acht beendete, war ein Novum in der Geschichte des Schweizer Eishockeys.

Stabilisierung in der obersten Amateurklasse[Bearbeiten]

Nach diversen Wechseln zwischen 1. und 2. Liga spielt der Club seit der Saison 2005/06 in der 1. Liga (nach den Nationalligen A und B), der dritthöchsten Spielklasse in der Schweiz.

In jüngerer Vergangenheit bestand die Absicht, den EHC Arosa bis zur Saison 2011/12 wieder in die NLB zu führen. Dank diverser finanzieller Zusagen und Abschlüssen von Sponsoringverträgen sowie der Zustimmung des Aroser Stimmvolkes zum Umbau der Eissporthalle präsentierte der EHC Arosa diese ambitionierte Vorwärtsstrategie. Dazu wurde ein 5-Jahres Businessplan erarbeitet und der Vereinsversammlung die zu überwindenden Hindernisse im Weg zum Aufstieg aufgezeigt.

Das hochgesteckte Ziel konnte nicht erreicht werden. Zum einen sind die regulatorischen Anforderungen an Nationalliga-Vereine zwischenzeitlich – insbesondere im Nachwuchsbereich – deutlich verschärft worden, und zum anderen musste die erste Mannschaft in der Saison 2011/12 mit dem Nichterreichen der Playoff-Runde einen herben sportlichen Dämpfer in Kauf nehmen; dies, nachdem man ein Jahr zuvor noch den Ostschweizer Amateurmeistertitel feiern konnte. 2013/14 konnte ein Abstieg in die 2. Liga nur knapp verhindert werden, weshalb sich der Club im März 2014 nach sechs Saisons von Trainer Andreas Ritsch trennte.[2] Ein Wiederaufstieg in die Nationalliga B erscheint angesichts der Umstände in naher Zukunft als unwahrscheinlich.

Filme und Medien[Bearbeiten]

Im April 2008 erschien der Dokumentarfilm Arosa isch besser über den EHC Arosa und dessen freiwilligen Abstieg in die 1. Liga. Auch die Handlung des Schweizer Spielfilms Champions mit Marco Rima, Andrea Zogg und Jörg Schneider von 2010 knüpft an diesen vereinsgeschichtlichen Tiefpunkt an. 2011 strahlte das Schweizer Fernsehen einen Sonderbeitrag zum 25. Jahrestag des Abstiegs aus.

Varia[Bearbeiten]

Bis heute geniessen die früheren Erfolge des EHC Arosa in der Öffentlichkeit eine bemerkenswerte Wahrnehmung und Sympathie. Dazu beigetragen haben neben der breiten medialen Aufbereitung der Ereignisse von 1986 auch die gelegentlichen sportlichen Auftritte der Legenden von damals, wie etwa im Vorfeld der Euro Hockey Challenge 2012 am 6. April 2012 in Arosa, bei den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Arosabahn am 13. Dezember 2014 oder anlässlich des Spengler Cups 2014.[3]

Obwohl der Verein über keine eigene Damenmannschaft verfügt, stehen vier Spielerinnen aus der Nachwuchsabteilung des EHC Arosa im Kader der Schweizer Damen-Nationalmannschaft (Monika, Nina und Isabel Waidacher sowie Livia Altmann).

Der von 2006 bis August 2012 amtierende Vereinspräsident, Roger Meier, ist ein Enkel von Ueli Poltera. Sein Vorgänger und Nachfolger ist Ludwig Waidacher junior.

2014 wurden im Rahmen einer Crowdfunding-Aktion der EHC Arosa-Fans knapp 35.000 Franken gesammelt, nachdem sich der bisherige Hauptsponsor am Ende der vergangenen Saison von seinem Engagement zurückgezogen hatte.[4]

Erfolgreiche Spieler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Danuser: Arosa - wie es damals war, Bde. 2,3,4+6, Eigenverlag Danuser, Arosa 1998, 1999, 2000, 2002.
  • Elmar Brunner: 70 Jahre EHC Arosa - Ein Dorf schreibt Schweizer Sportgeschichte, Eigenverlag F&L Planungen AG / Store Line AG, Chur 1994.
  • EHC Arosa - eine Legende lebt weiter, in: Terra Grischuna, 48. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 1990, S. 33 f.
  • Hans Danuser, Ruedi Homberger: AROSA und das Schanfigg, Eigenverlag Danuser/Homberger, Arosa 1988, S. 94 ff.
  • Fritz Maron: Vom Bergbauerndorf zum Weltkurort Arosa, Verlag F. Schuler, Chur 1934, S. 89 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMarcel Habisreutinger neuer Arosa-Coach. In: www.suedostschweiz.ch. 3. April 2014, abgerufen am 25. April 2014.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDer EHC Arosa braucht einen neuen Trainer. In: www.suedostschweiz.ch. 19. März 2014, abgerufen am 23. März 2014.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDie Lengenden von Davos und Arosa gehen nochmals ran. In: www.suedostschweiz.ch. 27. November 2014, abgerufen am 1. Dezember 2014.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEHC Arosa erhält Unterstützung aus der ganzen Schweiz. In: www.suedostschweiz.ch. 6. November 2014, abgerufen am 1. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: EHC Arosa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien