EHC Visp

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EHC Visp
EHC Visp
Grösste Erfolge
  • Meister NLA 1962
  • Meister NLB 1960, 2011, 2014
Vereinsinfos
Geschichte Gründungsjahr: 1939
Standort Visp
Vereinsfarben rot, weiss
Liga National League B
Spielstätte Litterna-Halle
Kapazität 4’300 Plätze (davon 850 Sitzplätze)
Saison 2013/14 5. Platz, NLB-Meister

Der EHC Visp ist ein Schweizer Eishockeyclub aus Visp, dessen Profimannschaft unter Führung der EHC Visp Sport AG in der Nationalliga B spielt. Der grösste Erfolg des Clubs ist der Gewinn des Meistertitels in der NLA im Jahre 1962. Zudem holte man den Meistertitel 1960, 2011 und 2014 in der zweithöchsten Spielklasse NLB.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1939 gegründet (ein ursprünglicher Verein, der 1930 gegründet wurde, ging 1933 wegen Schulden von 300 Franken in Konkurs) und ist in der Saisons 1959/60 in die Nationalliga A aufgestiegen, konnte sich dort über mehr als 10 Jahre etablieren. Der Höhepunkt des Vereinslebens war der Schweizer Meistertitel. Am 3. Februar 1962 siegte man damals gegen den HC Davos mit 3:0 – dieser Meistertitel wiederholte sich jedoch nicht. Im Jahre 1964 wurde EHC Visp Cup-Sieger.

Neuzeit[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1988, 1990, 1997 und 1999 Gruppensieger in der 1. Liga und stieg 1999 in die NLB auf. In dieser zweithöchsten Spielklasse der Nationalliga erlangte man in den Jahren 2003, 2007 und 2010 den Vizemeistertitel. 2011 sicherte sich der EHC Visp nach 1960 seinen zweiten NLB-Meistertitel, in dem man im Final HC Lausanne mit 4:0 schlug. 2014 holten die Walliser erneut den Titel, als einzige Mannschaft in der Geschichte der NLB zum zweiten Mal innert drei Jahren. Sie gewannen als Aussenseiter gegen den NLA-Absteiger SC Langnau 4:3 in der Serie.

Zu Beginn der Saison 2013/2014 wurde ein neues Club-Wappen präsentiert.

Seit 2001 besteht der EHC in Form einer Aktiengesellschaft, die den Spielbetrieb von 2 Mannschaften (ca. 50 aktive Spieler) organisiert und finanziert. Für die Saison 2009/10 plant man mit einem Budget von Fr. 2'250'000.

Die Nachwuchsabteilung ist in den Verein Young Lions ausgegliedert und unterhält insgesamt 12 Mannschaften (ca. 250 aktive Spielerinnen & Spieler), davon 1 Damen-, 1 Senioren- und 9 Nachwuchsteams. Außerdem spielt der EHC Visp II unter dem Dach des Vereins.

Gegenwart[Bearbeiten]

Saison 2006/07[Bearbeiten]

Unter Cheftrainer Kevin Ryan gewann der EHC Visp einen großen Teil der Heimspiele: Die Oberwalliser verloren lediglich ein Heimspiel nach 60 Minuten und zwei in der Verlängerung. Durch diese Heimstärke war der EHC Visp die ganze Saison an der Tabellenspitze anzutreffen. In der ersten Playoff-Runde traf der EHC auf den Kantonsrivalen HC Sierre-Anniviers. Nach einer Heimniederlage wurden die Sonnenstäter danach viermal in Serie besiegt. In den Halbfinals traf das Team auf die GCK Lions, diese hatten den Qualisieger SC Langenthal bezwungen. Die Visper gewannen auch diese Serie mit 4:1-Siegen. Somit stand das Final gegen den EHC Biel fest. Das Reglement erlaubte nun, sich noch mit Ausländer zu verstärken. Visp verpflichte mit Derek Cormier und Lee Jinman zwei Spieler vom Rivalen aus Siders. Ari Vallin (finnischer Nationalspieler) komplettierte das Trio. In der Serie gegen Biel verlor die Mannschaft mit 2:4, der vierte Sieg gelang Biel in der Verlängerung.

Saison 2007/08[Bearbeiten]

Nach dem letztjährigen Finaleinzug und der guten Leistungen der Mannschaft verliessen einige namhafte Spieler und Trainer Kevin Ryan den Club, neuer Cheftrainer wurde John Fust, assistiert von Spielertrainer Terry Yake. Trotz der Abgänge konnte sich der EHCV am Anfang der Saison in der Spitzengruppe behaupten, diese Ausgangslage wurde von dem positiven Dopingbefund von Terry Yake überschattet. Die Mannschaft verlor zunehmend mehr an Konstanz. Gegen Ende der Qualifikation konnte wurde eine Siegserie von acht Spielen verzeichnet und somit näherte sich das Team wieder den ersten drei Plätzen der Tabelle. Diese gute Ausgangslage wurde nicht genutzt und die Mannschaft wurde am letzten Spieltag vom HC Ajoie auf Platz fünf verdrängt. Topscorer des Teams war Greg Hogeboom mit 76 Punkten. In den Viertelfinals wurde im ersten Spiel auswärts das Break geschafft, verlor dieses jedoch im zweiten Spiel wieder. In den restlichen Spielen gewann immer das Heimteam und somit wurde die Serie vom HC Ajoie mit 4:3 gewonnen.

Saison 2008/09[Bearbeiten]

Mit zwei neuen Ausländern, Steve Brulé und Jason Guerriero, im Team verlief der Saisonstart durchzogen. Nach zehn Runden rangierte der EHC um den siebten Platz und die beiden Ausländer standen bereits in der Kritik. Nach der Verletzung von Guerriero wurden temporär der überzählige Ausländer von SC Langenthal (Marco Charpentier) und der in Lausanne in Ungnade gefallene Cory Pecker verpflichtet. Pecker wurde danach auch von Lausanne HC definitiv übernommen. Zusätzlich wurden von den SCL Tigers der überzählige Stürmer Roman Botta verpflichtet. Diese Kadermutationen wirkten sich auch auf der Tabelle aus, nach und nach schoben sich die Oberwalliser immer weiter in Richtung Spitze. Nach Abschluss der Qualifikation und Zwischenrunde platzierte sich der EHC Visp auf dem zweiten Platz. Bei der Auswahl des Playoffgegners konnten die Visper als zweites Team wählen und sie entschieden sich für den EHC Olten. In dieser Playoffserie spielt das Duo Brulé-Pecker gross auf und entschied die Serie fast im Alleingang (4:1 Siege). Nach den Solothurnen ging es im Halbfinal gegen den HC La Chaux-de-Fonds. Dabei erwiesen sich die Neuenburger für den EHC Visp als zu stark. Die Serie ging somit auch mit 4:0 Siegen an die „Chaux-fonnier“. Jedoch wurden alle Ziele der EHC Visp Sport AG erreicht mit dem Klassieren in den Top 4 (Platz 2) und mit dem erreichen des Playoff-Halbfinals.

Saison 2009/10[Bearbeiten]

Mit der Verpflichtung des Kanadiers Dominic Forget konnte Trainer John Fust sein Kader durch einen weiteren starken Stürmer ergänzen. Der EHC Visp startete erfolgreich in die Saison 2009/10 und setzte sich nach kurzer Zeit an die Spitze der Tabelle. Visp schloss die Qualifikation mit 95 Punkten auf dem ersten Platz ab. Mit 224 Treffern schoss der NLB- Qualifikationssieger mit Abstand am meisten Tore aller Teams. Fast die Hälfte davon gingen auf das Konto des Stürmerduos Forget-Pecker, die auch die Topscorer-Wertung der NLB nach der Vorrunde mit 105 beziehungsweise 101 Scorerpunkten anführten.

Trainer John Fust gab Anfang Januar seinen Wechsel zu den SCL Tigers aus Langnau nach Ende der Saison bekannt. Kurz darauf stellten die Klubverantwortlichen Real Paiment als dessen Nachfolger vor. In den Playoff-Viertelfinals setzte sich Visp gegen Basel souverän mit 4:0 in der Serie durch. Im Halbfinal, gegen den Kantonsrivalen Siders, gewann Visp die ersten drei Spiele. Danach verloren das Team zweimal nach Verlängerung, konnte aber mit dem Gewinn des sechsten Spiels die Serie mit 4:2 für sich entscheiden. Mit dem Finaleinzug hatte Visp sein Saisonziel erreicht. Den Final verlor Visp gegen den HC Lausanne in der Serie mit 1:4, obwohl es das erste Spiel noch für sich entschied. Der EHC Visp wurde hinter den Waadtländern Vizemeister der Nationalliga B der Saison 2009/10.

Saison 2010/11[Bearbeiten]

Mit den Ausländern Dominic Forget und Steve Brulé und unter der Leitung von Real Paiement, spielte Visp in der Saison 10/11 eine durchzogene Qualifikation. Im Oktober wurde Paiement aufgrund ungenügender Resultate freigestellt. Für ihn übernahm Michel Zeiter interimistisch als Spieler-Trainer, im Dezember kam der Kanadier Bob Mongrain an die Bande. Das Team belegte den 6. Schlussrang in der Qualifikation. Nachdem Visp den SC Langenthal mit 4:2 im Viertelfinale und HCC La Chaux-de-Fonds im Halbfinale mit 4:3 eliminierte, schlugen sie den Ligakrösus und Aufstiegskandidaten HC Lausanne glatt mit 4:0 Spielen. So konnte man den zweiten NLB-Meistertitel nach 1960 feiern. In den Spielen um den Aufstieg unterlag der EHC Visp gegen den HC Ambri-Piotta 1:4.

Saison 2011/12[Bearbeiten]

Der Trainer hiess auch 2011/12 Bob Mongrain. Zu Dominic Forget gesellte sich ein weiterer Kanadier, Alexandre Tremblay. In der Qualifikation erreichte Visp den 4. Platz. Mit einem 4:1 im Viertelfinal der Playoffs über den EHC Olten sicherte sich Visp den Einzug ins Halbfinale, den man gegen HC Lausanne allerdings 0:4 verlor.

Saison 2012/13[Bearbeiten]

Forget und Tremblay bildeten auch zu Beginn der neuen Saison das Ausländerduo. Der als Spieler zurückgetretene Michel Zeiter löste Bob Mongrain an der Bande ab. Im Dezember wurde Tremblays Vertrag aufgelöst und an seiner Stelle kam Domenico Pittis bis zum Saisonende. Die Qualifikation beendete Visp als fünfter. In den Playoffs schied man bereits im Viertelfinal mit 1:4 gegen HC Lausanne aus.

Saison 2013/14[Bearbeiten]

Mit der Verpflichtung des ehemaligen russischen NHL Profis, Stanleycupsiegers, Olympiasiegers und U20-Junioren-Weltmeisters Alexei Kowaljow gelang dem EHC Visp ein Sensationstransfer.

Der Start in die Saison misslang gründlich, zeitweilig rangierten die Oberwalliser sogar auf dem letzten Tabellenplatz. Der Club zog die Reissleine und besetzte mit Kim Collins den Trainerposten neu. Der langjährige Spieler Forget musste ebenfalls den Verein verlassen, er wurde durch James Desmarais ersetzt. Visp erholte sich und schloss die Qualifikation auf dem fünften Platz ab. Das Team konnte sich in den Playoffs steigern. Kowaljow und Desmarais schossen Visp praktisch im Alleingang gegen HC Red Ice (4:0) ins Halbfinale. Dort bezwangen sie den SC Langenthal mit 4:3. Der EHC Visp stieg als Aussenseiter ins Finale und setzte sich in einer hart umkämpften Serie gegen die SCL Tigers mit 4:3 durch. In den Liga-Aufstiegsspielen unterlag man dem EHC Biel mit 1:4.

Fans[Bearbeiten]

Der EHC Visp kann seit jeher auf eine treue Anhängerschaft zählen. Er gehört seit vielen Jahren zu den drei NLB-Clubs mit dem höchsten Zuschaueraufmarsch. Im Schnitt besuchen mehr als 3500 Fans die Spiele. Die Verkäufe der Saisonabonnements steigen seit Jahren kontinuierlich, in der Saison 2013/14 hat man mit über 2200 Stück einen neuen Rekord gebrochen. Nach dem Konkurs des Kantonsrivalen HC Sierre besuchen vermehrt auch Zuschauer aus dem französischspracheigen Kantonsteil die Spiele der Visper. Neben Unternehmen aus dem gesamten Oberwallis, konnte der Club in den letzten Jahren auch Sponsoren aus dem Unterwallis gewinnen. Die Durchsagen des Stadionspeakers erfolgen auf Deutsch und Französisch.

Im laufe der Jahre wurden diverse Fanclubs gegründet. Manche davon wurden wieder aufgelöst. Zurzeit existieren die Fanclubs Litterna Lions `11 und One Passion.

Spielstätte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Litterna-Halle

Eng verknüpft mit der Geschichte des EHC Visp ist auch die Litterna-Halle, in welcher der EHC Visp seine Heimspiele austrägt. Eine erste Eisbahn mit Tribünen wurde 1956 eröffnet. Im Jahre 1978 fand das letzte Spiel des EHC Visp auf dem Eisfeld unter freiem Himmel statt. Seither wird in der im Jahre 1979 erbauten Litterna-Halle gespielt. Die Eishalle, die mitten in einem Wohnquartier steht, beherbergt auch ein kleines Bistro und bietet 4300 Zuschauern Platz. Daneben befindet sich eine weitere kleinere Eishalle, die der Curlingverein nutzt.

In der eisfreien Zeit wird die Litterna-Halle auch für diverse Ausstellungen oder kulturelle Anlässe, wie zum Beispiel Konzerte, genutzt.

Weit fortgeschritten ist ein Neubau-Projekt einer Multifunktionalen Eishalle an einem neuen Standort auf dem Gemeindegebiet. Je nach Finanzlage wird als Alternative auch eine umfassende Sanierung der bestehenden Litterna-Halle ins Auge gefasst.

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: EHC Visp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Dirigent der Visper. In: Tages-Anzeiger vom 13. September 2012