Eisfabrik (Hannover)

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Gebäude der Eisfabrik

Die Eisfabrik (Eigenschreibweise: EISFABRIK) ist ein Kunst- und Kulturzentrum in der Südstadt in Hannover.[1] Auf einem rund 5.000 m² großen Gelände beherbergt sie zwei Ausstellungshallen, ein Theater mit zwei Sälen sowie Künstlerateliers, Musikübungsräume und -studios.

Geschichte[Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Gebäudekomplex von der Germania Brauerei zunächst als Brauerei errichtet. Mitten im Ersten Weltkrieg erfolgte 1917 ein Umbau zu einer Klareis-Fabrik, die Eis zum Kühlen herstellte: Die neugegründeten Heuweg-Werke, ein Kurzname für die „Hannoversche Eishaus- und Waren-Einkaufs-Gesellschaft mbH“, deckten mit einer Tageskapazität von 2.400 Zentnern Klareis den Gesamtbedarf Hannovers. Die Fabrik wurde im Zweiten Weltkrieg zu 90 % zerstört und konnte erst gegen 1953 ihre Vorkriegskapazität wiedererlangen.[2] Bis 1965 wurde in der Eisfabrik Eis produziert und von hier aus ganz Hannover mit Klareis versorgt.[3] Nachdem die Eisproduktion eingestellt wurde, siedelten sich verschiedene Kleingewerbe auf dem Gelände an.

Gebäude der Heuweg-Werke, hier als „Hannoversche Zuckerwaren und Konfitürenfabrik Aktiengesellschaft“ bezeichnet
Blick über einen Hof der EISFABRIK auf die Künstlerateliers und ein Gebäude des freien Theaters Commedia Futura

Ende der 1970er Jahre entdeckten zunächst bildende Künstler den ruinösen Gebäude-Komplex.[1] Unter der Leitung von Hans Hörmann wurden in den leerstehenden Hallen Konzerte und Ausstellungen veranstaltet und erste Ateliers notdürftig hergerichtet. Mit der Gründung des Kunstvereins Foro Artistico (1987) und dem Einzug des freien Theaters Commedia Futura (ebenfalls 1987) in die Eisfabrik begann sich eine zukunftsfähige Struktur herauszubilden. 1999 erwarb der Verein Eisfabrik e.V. mit Unterstützung der Stadt Hannover und des Landes Niedersachsen das Gelände. Heute hat sich die „EISFABRIK“ als fester Bestandteil der Tanz-, Theater- und Kunstszene etabliert. Im März 2014 ist die GAF (Galerie für Fotografie) in der Blauen Halle eröffnet worden.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erwin Schütterle (Geschäftsführer): Stadtkulturpreis 1999, Laudatio zur Verleihung der Auszeichnung durch den Freundeskreis Hannover von 1999, herunterladbar als PDF-Dokument, 1999
  • Hugo Thielen: Eisfabrik, in: Stadtlexikon Hannover, S. 157
  • Angela Kriesel: Vom Reiz der Entdeckung. Kunstszene in und um Hannover. In: Dieter von Herz: Hannover. Potentiale einer Region. Hannover (Fackelträger) 1992, S. 24f
  • Bultmann u.a.: Hannover zu Fuß. 18 Stadtteilrundgänge durch Geschichte und Gegenwart. Hamburg (VSA) 1989, S. 56f

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eisfabrik (Hannover, Kulturzentrum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Hugo Thielen: Eisfabrik (siehe Literatur)
  2. Heuweg-Werke, Hannover. Hannoversche Eishaus- und Waren-Einkaufsgesellschaft m.b.H., in: Paul Siedentopf (Haupt-Schriftleitung), Karl Friedrich Leonhardt (Zusammenstellung des Bildmaterials): Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahr 1927, Jubiläums-Verlag Walter Gerlach, Leipzig 1927, S. 91
  3. Waldemar R. Röhrbein: Heuweg-Werke Hannover, in: Stadtlexikon Hannover, S. 294
  4. Erwin Schütterle (Geschäftsführer): Stadtkulturpreis 1999 (siehe Literatur)

52.3649459.752442Koordinaten: 52° 21′ 54″ N, 9° 45′ 9″ O