ELIN

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Dieser Artikel befasst sich mit der Aktiengesellschaft für elektrische Industrie. Für Personen mit dem Vornamen Elin und weitere Bedeutungen siehe Elin.
ELIN
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1908 als ELIN Aktiengesellschaft für elektrische Industrie
Sitz Linz, Österreich

Leitung

  • Herbert Wegleitner
  • Gerhard Schreidl
  • Oskar Kern
Mitarbeiter etwa 1.500[1]
Umsatz etwa 200 Mio. EUR
Branche Elektrotechnik
Website www.elin.com
Stand: 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012

Die ELIN Aktiengesellschaft für elektrische Industrie entstand 1908 aus den Pichlerwerken in Weiz und war auf den Generator-, Trafo-, Schaltanlagen-, Leitungs- und elektrischen Anlagenbau spezialisiert. 1959 folgte der Zusammenschluss mit der AEG (ELIN-UNION AG für elektrische Industrie). 30 Jahre später wurde das Unternehmen in ELIN Energieanwendung und ELIN Energieversorgung aufgespalten.

1994 wurde die VA Technologie AG gegründet.

  • Aus der ELIN Energieanwendung entstand die VA TECH ELIN EBG (Infrastruktur).
  • Aus der ELIN Energieversorgung entstanden die VA Tech Hydro (Energieerzeugung) und
  • die VA TECH T&D (Energieübertragung & -verteilung).

Durch die Übernahme des VA Tech-Konzerns 2006 durch Siemens wurde die ELIN EBG später zur Siemens Elin und die T&D in Siemens PTD integriert. Die Hydro musste verkauft werden und ist jetzt im Besitz der Andritz AG.

Geschichte[Bearbeiten]

bis 1918[Bearbeiten]

Im Jahre 1892 gründete der damals 26-jährige Ingenieur Franz Pichler im steirischen Weiz die F. Pichler Werke. Erzeugt wurden elektrische Maschinen, darunter auch bereits Dynamos für die Vernickelung und Gleichstrom-Nebenschlussdynamos in der ersten Werkstätte in der Birkfelderstraße.

1897 wurde das Unternehmen nach dem durch Eigenkapitalmangel erforderlich gewesenen Eintritts von Ing. Cornel Masal in „Weizer Elektrizitätswerke Franz Pichler & Co.“ umbenannt. Eine erste großen Fabrikshalle im Ausmaß von 350 m² konnte errichtet werden. Der im aufstrebenden Technologiezweig Elektrizität tätige Betrieb expandierte und eröffnete erste Außenbüros und –posten.

Der Konkurrenzkampf mit den damals schon großen Konzernen Siemens und AEG ließ die finanzielle Stärkung durch die Einlage des Ingenieurs Masal schon bald verblassen. Im Jahr 1900 trat daher die Wiener „Gesellschaft für elektrische Industrie“ als stiller Gesellschafter in das Unternehmen ein. Durch die neue Verbindung entstanden Verkaufsbüros in Wien und der weitere Ausbau der Fabrik in Weiz wurde vorangetrieben. Neue Maschinen und Werkzeuge wurden angeschafft und in den Jahren darauf kamen einige Neuentwicklungen zustande, wie 800 kW-Generatoren, mehrpolige Gleichstrommaschinen und das Kühlrippenpatent.

Im Jahr 1908 entschloss sich Pichler zur Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft, um mehr Eigenkapital zu beschaffen. Das Unternehmen hieß fortan „ELIN Aktiengesellschaft für elektrische Industrie“ und bot vom elektrischen Maschinen- und Schaltgerätebau bis zur Antriebs- und Schweißtechnik bereits ein breites Leistungsspektrum auf.

Während des ersten Weltkriegs ging der Verkauf an Privatkunden deutlich zurück, während Rüstungsaufträge immer häufiger eintrafen. Das Unternehmen stellte Geschosse, Motoren und Transformatoren für die k.u.k. Armee her und erhielt sogar einen Geheimauftrag zur Herstellung elektrischer Einrichtungen von U-Booten. Zu dieser Zeit erfolgte auch der Bahnanschluss der Fabrik, was den bis dahin mühseligen Transport zum Bahnhof ersetzte.

1918 bis 1938[Bearbeiten]

Nachdem Franz Pichler im August 1919 einem Herzinfarkt erlegen war, wurde Ingenieur Emanuel Rosenberg, der unter anderem durch die Erfindung der Querfeld-Schweißmaschine bekannt wurde, sein Nachfolger.

Nach der Weltwirtschaftskrise in den Jahren nach 1929, die dem Unternehmen große Absatzprobleme bescherte, die es aber dennoch überstehen konnte, wurde nach mehreren Akquisitionen die Erzeugung von Elektroherden ins Sortiment aufgenommen. Auch ein Kurzschlussläufer, der unter dem Namen „Robax-Motor“ bekannt wurde, wurde entwickelt.

1938 bis 1945[Bearbeiten]

Im Zuge der Arisierung durch die Nationalsozialisten nach dem Anschluss an das Deutsche Reich kam es zu einer vollständigen Umbesetzung der Weizer und Wiener Direktion. Die ELIN wurde zudem mit der rheinischen Schorch-Werke AG verschmolzen, wodurch sich Änderungen in der Organisation und in der Fabrikation ergaben, die sich negativ auf das Unternehmen auswirkten. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs stellten sich große Rüstungsaufträge für U-Boot-Ausrüstungen, Motoren, Transformatoren und Schweißumformer für die Kriegsmarine und das Heer ein.

seit 1945[Bearbeiten]

Nach dem Krieg transportierte die sowjetische Besatzungsmacht fast alle Maschinen und Werkzeuge ab, die beschädigten Betriebsgebäude wurden unter Ing. Dr. Karl Widdmann, der die Leitung der Fabrik übernahm, wiederaufgebaut. Im Jahr 1946 wurde die ELIN verstaatlicht, womit die Fabriken in Penzing, Ottakring und Weiz in das Eigentum der Republik Österreich übergingen. Die restlichen Fabrikationsstätten führten bis zu ihrer Rückgabe 1955 als USIA-Betriebe eine Art Eigenleben unter der russischen Verwaltung. Nach einer Neuorganisation und durch die Beschaffung von Auslandskrediten war die ELIN jedoch bald wieder in der Lage, bedeutende Großprojekte auszuführen. So konnte zum Beispiel das Kraftwerksprojekt Glockner-Kaprun, an dessen Errichtung die ELIN einen Großteil Anteil hatte, vollzogen werden.

Im Zuge der branchenmäßigen Zusammenfassung verstaatlichter Betriebe wurde im Jahr 1959 die AEG-Union mit der ELIN unter dem Namen „ELIN-UNION AG für elektrische Industrie“ fusioniert. Es folgten eine Straffung und ein weiterer Ausbau der Produktionsstätten des Konzerns sowie der Neubau eines zentralen Verwaltungsgebäudes in Penzing. Die billig produzierende Konkurrenz bedeutete für das Unternehmen, dass noch knapper kalkuliert werden musste, um genügend Mittel für Neuanschaffungen frei zu haben, was auch auf Kosten der Mitarbeiterlöhne ging. Die Auslastung der Produktionsstätten nahm ab, da Großkunden weniger investierten. Weitere Umstrukturierungen im Produktionsbereich waren nötig.

In den Jahren 1967 und 1971 wurden Verträge mit dem Siemens-Konzern abgeschlossen, die neben einer Aufteilung des Erzeugungsprogrammes auch eine gegenseitige Belieferung und den Zugang zu Lizenzen vorsahen. ELIN startete ein großes Sanierungsprogramm, das die Zusammenlegung der Wiener Betriebsstätten in das Werk Wien-Floridsdorf sowie den Ausbau der Fabrik Weiz vorsah. Gleichzeitig wurden unrentable Produktionszweige aufgelassen, wodurch sich ELIN zum größten österreichischen Unternehmen auf dem Starkstromsektor entwickelte, das auf fast allen Gebieten der Elektrotechnik und Elektronik tätig war.

Die Ölkrise Anfang der 1980er Jahre führte zu einem weltweiten Konjunktureinbruch, was in der verstaatlichten Industrie durch starke Auftragsrückgänge bemerkbar wurde. Der enorme Konkurrenzdruck, der Verlust von Marktanteilen, steigende Kosten bei sinkenden Erträgen, und die geringe Investitionstätigkeit der österreichischen Wirtschaft zwangen zu einer Neuordnung der „ELIN-UNION AG“ 1989. Das Unternehmen wurde in die „Elin Energieversorgung Ges.m.b.H.“ (EEV) und die „Elin Energieanwendung Ges.m.b.H.“ (EEA) aufgeteilt, und eine „Service Ges.m.b.H.“ wurde ebenfalls gegründet. Weiters wurde der Transformatorenbereich in eine eigenständige Tocherunternehmung ELIN Transformatoren GmbH ausgegliedert.

Alle Teilunternehmen erhielten 1992 bzw. 1996 die Staatliche Auszeichnung und durften das Bundeswappen Österreichs im Geschäftsverkehr verwenden.

Nach mehreren Umstrukturierungen war ELIN nun seit dem 8. August 2008 ein Unternehmen der Ortner Gruppe und der Siemens AG Österreich. Seit Oktober 2008 firmiert dieses Unternehmen unter dem Namen ELIN GmbH & Co KG.[2] Seit dem 30. November 2011 gehört die Marke ELIN vollständig zur Ortner Gruppe.[3]

Historisches ELIN Austria-Logo

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. elin.com: Unternehmenspräsentation (PDF; 7,0 MB)
  2. Unternehmensinformation auf der Website der ELIN GmbH & Co KG
  3. elin.com: Die Entwicklung des Unternehmens in der letzten Dekade