ERV Chemnitz 07

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ERV Chemnitz 07
ERV Chemnitz 07
Erfolge
  • Sachsenmeister 1996, 2000, 2008
  • Sachsenpokalsieger 2004, 2005
Vereinsinfos
Geschichte Chemnitzer Eislaufverein (1914)
Chemnitzer Roll- u. Schlittschuhclub (1929)
BSG Motor West Chemnitz (1952)
Sportclub Motor Karl-Marx-Stadt (1956)
Eislaufverein Chemnitz (1990)
Eis- und Rollsportclub Chemnitz (2004)
Eis- und Rollsportverein Chemnitz (2007)
Standort Chemnitz, Sachsen
Spitzname Wild Boys
Stammverein ERV Chemnitz
Vereinsfarben Blau-Gelb
Liga Oberliga Ost
Spielstätte Eissporthalle Chemnitz – Küchwald
Kapazität 3.850 Plätze (davon 3.850 Sitzplätze)
Geschäftsführer Gert Seifert
Cheftrainer André Dietzsch
Kapitän Esbjörn Hofverberg
Saison 2012/13 8. Platz (Ost)

Der ERV Chemnitz 07 – Eis- und Rollsportverein Chemnitz – ist ein sächsischer Eishockeyverein aus Chemnitz. Der Verein wurde 2008 gegründet und tritt ab der Saison 2010/11 in der neu geschaffenen Oberliga Ost an.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge (1914–1924)[Bearbeiten]

Die Wurzeln des Eissports in Chemnitz reichen bis ins Jahr 1910 zurück. Damals wurde der Chemnitzer Hockey Club (C.H.C.) gegründet. Später folgte der Chemnitzer Eislaufverein (CEV), welcher 1918 mit einem Tennisclub zum Chemnitzer Eis- u. Tennisverein (ETV) fusionierte. In diesem Verein wurde neben Tennis hauptsächlich Roll- und Eiskunstlauf ausgeübt. Dafür wurden im Winter die vereinseigenen Tennisplätze vereist. Das der ETV aber eine eigene Eishockeyabteilung besaß, ist wohl eher unwahrscheinlich. Die Freunde des Bandy bzw. (richtigen) Eishockeys jagten zu dieser Zeit noch in "wilden Truppen" z.B. über den vereisten Schlossteich, wo auch erste Wettkämpfe stattfanden.

Der Chemnitzer Schlossteich

Die frühen Jahre (1924–1946)[Bearbeiten]

Am 24. Februar 1924 wurde mit dem Chemnitzer Rollschuhclub (CRC) ein weiterer Verein in der Stadt gegründet, der sich dem Eissport verschrieben hatte und sogar eine Breitensportabteilung für Eishockey unterhielt. Durch die Fusion mit dem Chemnitzer Wintersportverein (WSV) entstand 1929 der Chemnitzer Roll- u. Schlittschuhclub (CRSC). Nun wurde Eishockey auch unter Wettkampfbedingungen auf "Polsters Eisbahn" (Nähe Treffurthbrücke) gespielt, was dem Verein sogar einige Sachsenmeisterschaften einbrachte. Selbst in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges fand ein Spielbetrieb statt.

Die Nachkriegsjahre (1946–1953)[Bearbeiten]

Der Auflösung des Clubs 1946 durch die sowjetische Militäradministration, folgte noch im selben Jahr die Gründung der SG Kaßberg, in der sich neben den CRSC-Spielern u.a. auch die Mitglieder des ETV wiederfanden. Im Jahre 1947 konnte das Team den 3. Platz der Sachsenmeisterschaft erreichen. Nun begann eine sehr turbulente Zeit - zumindest was den Namen betraf, denn über die Stationen SG Chemnitz-West (1947–1949), BSG NAGEMA Chemnitz (1949–1951) und BSG Stahl-West Chemnitz (1951/52) wurde man ab 1952 die BSG Motor West Chemnitz. Doch damit noch nicht genug, denn am 10. Mai 1953 (fünf Tage nach dem 135. Geburtstag von Karl Marx) erhielt gleich die ganze Stadt einen neuen Namen. Dabei war das "sächsische Manchester" allenfalls die dritte Wahl. Ursprünglich war Eisenhüttenstadt dafür vorgesehen, doch der Tod Stalins im März des Jahres ließ dieses Vorhaben platzen und aus der ersten sozialistischen Stadt wurde kurzerhand Stalinstadt. Leipzig blieb durch seine lange Messetradition und die vorgesehene Rolle als „Tor zur Welt“ eine Umbenennung erspart, obwohl man auch mutmaßte, dass Walter Ulbricht persönlich den Plan zu Fall brachte, um später selbst Namenspatron seines Geburtsortes zu werden und so wurde eben Chemnitz fortan nach dem großen Philosophen benannt.

Jahre des DDR-Leistungssports (1956–1968)[Bearbeiten]

Das Logo des SC Motor
Das Wappen des SC Karl-Marx-Stadt

Im Zuge der Bemühungen von Sport- und Politfunktionären zur Konzentration des DDR-Sports in ausgewählten Leistungszentren, wechselte die Eishockeyabteilung der BSG Motor-West zum am 3. März 1956 gegründeten Sportclub Motor Karl-Marx-Stadt und fand dort endlich wieder eine längerfristige Heimat.

Jedoch waren sie zu dieser Zeit schon nicht mehr die Einzigen in der Stadt, die der schwarzen Hartgummischeibe hinterher jagten. Bereits im Herbst 1954 wechselte die Eishockeyabteilung der BSG Wismut Frankenhausen (Nachfolger des ersten DDR-Meisters SG Frankenhausen, ihrerseits Nachfolger des TV Frankenhausen) aus dem beschaulichen Crimmitschauer Vorort zum neu gegründeten SC Wismut Karl-Marx-Stadt. Während Wismut auch gleich den Startplatz seines Vorgängers übernahm und sich weiterhin sehr erfolgreich mit den anderen Teams der DDR-Oberliga maß, dümpelten die "Motoristen" in der Bezirksliga herum.

Im Jahre 1958 wurde der SC Motor dann allerdings in die 1. Liga aufgenommen. In den beiden folgende Jahren unternahm Motor dann jeweils den Sturm auf die Eliteliga, scheiterte aber beide Male in der Relegation. Trotzdem konnte 1960 der Aufstieg "nachträglich" gefeiert werden, da durch den Anschluss des TSC Oberschöneweide an den SC Einheit Berlin ein Oberligaplatz frei wurde. Diese Chance ließ man natürlich nicht ungenutzt und so konnte das Chemnitzer Publikum die ersten Stadt-Derbies miterleben. Während der SC Wismut zum Schluss einen guten 3. Platz belegte, blieb für Motor nur Platz acht und der Gang zurück in die 1. Liga.

Dann der große Paukenschlag - um das Leistungszentrum Karl-Marx-Stadt weiter zu stärken entschloss man sich, die Kräfte beider Sportclubs zu bündeln und hob am 2. Februar 1963 den SC Karl-Marx-Stadt aus der Taufe. Der erste Auftritt des neuen Vereins fand 1963 in der neu geschaffenen DELV-Pokalrunde statt.

DDR - Eishockey als Hobbysport (1968–1990)[Bearbeiten]

Zu Ende der Saison 1968/69 stand der SCK auf dem letzten Platz und musste in die Relegation. Beide Spiele wurden gewonnen und einer weiteren Oberligaspielzeit hätte nichts im Wege gestanden. Doch wiedereinmal kam alles ganz anders, denn übereifrige Funktionäre beschlossen, zukünftig nur noch medaillenträchtige Sportarten, wie z.B. Eiskunst- und Eisschnelllauf zu fördern. In dieser Konzeption hatte Eishockey keinen Platz mehr und die Abteilung wurde kurzerhand aufgelöst. Immerhin kam man damit dem endgültigen Aus durch die DDR-Oberen im Jahr 70 zuvor, ereilte doch fast allen Vereinen in diesem Jahre das gleich Schicksal. Übrig blieben nur die beiden Dynamo-Clubs aus Berlin und Weißwasser die bis 1990 in der „kleinsten Liga der Welt“ die DDR-Meisterschaft ausspielten. Die nun „heimatlosen“ Spieler fanden sich in verschiedenen BSGs wieder zusammen und spielten in der sogenannten DDR-Bestenermittlung (die an einem Wochenende im Jahr in zwei Gruppen ausgetragen wurde) um sportlichen Lorbeer. Die meisten SCK-Spieler liefen danach für die BSG Fortschritt Hohenstein-Ernstthal aufs Eis, da diese im Küchwald ihre Heimstätte gefunden hatte. Doch bis auf gelegentliche Auftritte in der Gruppe B der Bestenermittlung spielte man nur noch auf Bezirksebene.

Der Neuanfang - Die Nachwendejahre (1990–1994)[Bearbeiten]

Diese Spieler bildeten 1990 auch der Grundstock für die Wiederbelebung des Eishockeys in der Stadt als sie zur USG Chemnitz wechselten (in der damaligen HSG TH Karl-Marx-Stadt bildete man 1980 schon einmal eine sogenannte „Abteilung Eislauf mit Schläger“). Doch auch beim neu gegründeten Eislaufverein Chemnitz (EVC, Rechtsnachfolger der verbliebenen Eissportabteilungen des SCK) wurde u.a. mit den Rollhockeyspielern des SV Medizin Chemnitz, welche zum EVC wechselten, eine Eishockeymannschaft aufgebaut, die auf Landesebene um Punkte kämpfte. Zusammen mit einigen ehemaligen Crimmitschauern bestritten die USG-Cracks 1991/92 die ersten Punktspiele. Auf Anhieb gelang ein ungeschlagener Staffelsieg in der Sachsenliga (Gruppe West) und im Halbfinale musste sich auch der ESC Dresden überraschend mit 6:5 geschlagen geben. Im Finale lieferte man dem Favoriten Bad Muskau einen großen Kampf, verlor jedoch am Ende 5:8. Nach 29 Minuten stand es bereits 3:0 für Bad Muskau, ehe zweimal Bär und einmal Rummel ausgleichen konnten. Die erneute Führung der Muskauer glich Pürzel in der 43. Minute aus, ein Doppelschlag (49., 50. min) sorgte dann jedoch für die Entscheidung. Schließlich blieb der Titel erster Sächsischer Vizemeister seit über 30 Jahren. Durch diese Leistung angestachelt entschied man sich, nach Crimmitschauer Vorbild, in den bayrischen Spielbetrieb einzusteigen. Das Abenteuer begann in der Landesliga. Mit Hilfe des neuverpflichteten Karel Novotny und durch Siege gegen Schweinfurt 1b und Weiden 1b schaffte das Team sogar den Sprung in die Aufstiegsrunde zur Bayernliga. Dieser Aufgabe erwies sich dann doch als eine Nummer zu groß. In der darauffolgenden Saison wurde der 1.Gruppenplatz um ein Haar verpasst, genauer gesagt fehlte am Ende ein Tor im direkten Vergleich mit Würzburg. In den anschließenden Aufstiegsspielen konnte man zumindest dem Bayernligist ESV Burgau zu hause, durch ein 12:9, ein Bein stellen.

Logo Eislaufverein Chemnitz und USG Chemnitz

DEL-Versuch (1994–1996)[Bearbeiten]

1994 dann wieder mal ein großer Funktionärs-Coup. Um in der DEL starten zu können, wurden die Füchse Weißwasser im Küchwald teilbeheimatet. Vom Kunstprodukt "ESG Füchse Sachsen Weißwasser/Chemnitz GmbH" erhoffte man sich wohl höhere Zuschauereinnahmen, doch weder die Chemnitzer noch die Weißwasseraner Fans konnten sich damit so richtig anfreunden. Die USG bildete unterdessen eine Spielgemeinschaft (SG Chemnitz) mit dem EV Chemnitz und verbrachte so noch zwei Jahre in Bayern. Doch 1996 konnte man dem gewachsenen Leistungen der bayrischen Teams nicht mehr standhalten und wurde vom Abstiegsgespenst gepackt. Doch ein Start in der Bezirksliga Bayern kam für die Chemnitzer nicht in Frage und so zog es sie wieder ins heimische Sachsen. Aber nicht nur die SG Chemnitz sagte Servus auch die Füchse, ebenfalls abgestiegen, verabschiedeten sie sich aus der DEL und somit auch wieder aus Chemnitz.

Wieder ging es von vorn los (1996–1999)[Bearbeiten]

Gleich im ersten Spieljahr der Rückkehr in den SEV-Bereich wurde die SG Sachsenmeister. Unvergessen bleibt dabei das entscheidende Spiel in Dresden, welches die Chemnitzer unbedingt gewinnen mussten, jedoch nach zwei Drittel bereits 4:6 hinten lagen. Als die Dresdner den vermeintlichen Sieg und somit den Titel schon feierten gelang dem Pürzelteam mit 4:0 ein grandioses Schlussdrittel, damit war Chemnitz Meister und Teilnehmer an den Play-Offs zur 2. Liga Süd. Dort wurden dem Vertreter Württembergs zwar in die Schranken aufgezeigt, doch gegen die bayrischen Teams bleib es, auch wenn man nicht ganz chancenlos war, leider nur bei Niederlagen. In den beiden darauffolgenden Jahren stand am Saisonende immer der Vizemeistertitel hinter dem ESC Dresden.

Logo des Chemnitzer RSC

Aus zwei macht eins - die ungenutzte Chance (2000–2003)[Bearbeiten]

Plötzlich sorgte der EV Chemnitz für eine Hiobsbotschaft. Nach der Insolvenz des Spielpartners musste schnell eine Lösung für das Chemnitzer Eishockey her. Daher entschied man sich alle Wettkampfmannschaften der SGC und die Rollhockeyabteilung des EVC nun im neu gegründeten Chemnitzer RSC (eigenständiger Club in der USG) zu integrieren. Ob es nun am neuen (bzw. alten) Namen lag, oder der Tatsache geschuldet war, dass Dresden mittlerweile eine Liga höher spielte, egal, die Chemnitzer legten eine tadellose Saison hin und wurden ungeschlagen Sachsenmeister. Die Aufstiegsspiele glichen dann aber denen von 1997. Im erstmals wieder ausgetragenen Sachsenpokal war im Viertelfinale nach einem 1:8 in eigener Halle Schluss. Allerdings hieß der Gegner auch ES Weißwasser und reiste mit kompletten Profikader an. Dabei hielten die Chemnitzer bis zur 30. Minute immerhin noch ein 0:0, ehe sich dann doch die größere Routine der Füchse durchsetzte und die Kräfte des RSC schwanden.

Nach dieser erfolgreichen Saison die nächste Katastrophenmeldung - wieder war kein Geld mehr da und um nicht ganz von der Eishockeykarte zu verschwinden startete der CRSC in der Landesliga Sachsen und belegte dort einen 5. Platz. Man merkte jedoch das die Landesliga keine Sache auf Dauer sein kann und meldete sich 2001 wieder in die Sachsenliga zurück. Da diese zu dem Zeitpunkt nur fünf Mannschaften stark war, wurde man mit Wohlwollen wieder aufgenommen. Im ersten Teil des Spieljahres sah es auch sehr verheißungsvoll für das Team aus, jedoch folgte eine Niederlagenserie welche die Mannschaft auf den letzten Tabellenplatz zurückfallen ließ. In den Play - Downs musste man sich dann auch noch den Erfurtern geschlagen geben und stand eigentlich als Absteiger in die Landesliga fest. Doch: "Unverhofft kommt oft" sagt schon der Volksmund. In der Sommerpause überstürzten sich einmal mehr im deutschen Eishockey die Ereignisse. So wurde die von vielen Vereinen schon lange geforderte Regionalliga Ost gebildet und die Chemnitzer sprangen, im Nachhinein betrachtet wohl etwas überstürzt, auf den nun in Fahrt kommenden Zug auf.

Die erste Regionalligasaison sollte dann jedoch ein rabenschwarzes Jahr für das Chemnitzer Eishockey werden. Während der Saison wurde das Team auf Grund finanzieller Engpässe vom Spielbetrieb abgemeldet und später wieder angemeldet. Dieses Durcheinander wirkte sich natürlich nicht unbedingt förderlich auf die Leistung der Mannschaft aus. So musste man Ende der Play Downs gar beiden Sachsenligisten denn Vortritt lassen. Dank des Aufstiegs der Berlin Capitals hätte die Klasse trotzdem gehalten werden können, doch die Chemnitzer fügten sich lieber den eigenen sportlichen (und finanziellen) Möglichkeiten und stiegen wieder in die Sachsenliga ab. In der Sommerpause gründete sich auf Initiative einiger Eltern des Bambiniteams der ESV 03 Chemnitz, der sich der Nachwuchsarbeit verschreiben wollte. Ungeachtet dieser Entwicklung ging der verbliebene Großteil des CRSC seinen Weg weiter und das Männerteam belegte in der Staffel West der Sachsenliga den zweiten Platz und unterlag sowohl im Halbfinale als auch im Spiel um Platz 3, so dass am Ende ein vierter Rang zu Buche stand. Im anschließend durchgeführten Sachsenpokal erreichte man ungeschlagen das Finale, wo schon die Jungfüchse aus Weißwasser als Gegner warteten. Zur Überraschung und zur großen Freude der mitgereisten Fans, konnte der Pott durch ein spannendes 4:4 im Fuchsbau (Hinspiel 6:5) nach Chemnitz entführt werden.

Logo des ERC Chemnitz

Der nächste Neuanfang - auf dem Weg in die Regionalliga (2004–2008)[Bearbeiten]

Zu Beginn des Jahres 2004 machte sich die Eis- und Rollhockeyabteilung (CRSC) endgültig selbstständig vom Gesamtverein USG. Sie trat geschlossen dem neu gegründeten Eis- und Rollsportclub Chemnitz (ERC) bei und gleich in der ersten Saison konnte das junge Team den Kampf um die Meisterschaft mitbestimmen. Nur durch ein fehlendes Tor gegenüber den Leipziger Eislöwen wurde der Vizetitel verpasst, doch die gelungene Pokalverteidigung war mehr als ein Trostpflaster zum Abschluss der Saison. Im zweiten ERC-Jahr schied man im Halbfinale des Sachsenpokals aus und wiederholte in der Meisterschaft den Vorjahreserfolg. Nach etwas durchwachsen Saisonstart und der 1:6-Heimniederlage gegen die Neuen Eislöwen Dresden, welche man als Saisontiefpunkt bezeichnen darf, bewies die Mannschaft Moral und stand am Ende zu Recht auf dem dritten Platz der Tabelle. Auch im Spieljahr 2006/07 schied der Verein im Halbfinale des Sachsenpokals aus. Das war besonders bitter, da der Siegtreffer der Leipziger eine Sekunde vor Spielschluss fiel.

Doch in der Meisterschaft revanchierten sich die Chemnitzer und verwiesen dank des direkten Vergleichs die Leipziger auf Platz 4 und wiederholten ihren Vorjahreserfolg. In der Saison 2007/08 sollten dann endlich die Früchte der gedultigen Arbeit geerntet werden. Nachdem man sich nach der Vorrunde auf Platz eins wiederfand, ging man auch als Favorit in die Play-Offs. Hier wurde man dieser Rolle gerecht und holte zum dritten Mal die Sachsenmeisterschaft und schafft somit den Aufstieg in die Regionalliga.

Vom Klassenerhalt zum unerwarteten Aufstieg (seit 2008)[Bearbeiten]

Noch bevor der Verein in der Saison 2008/09 zum zweiten Mal in der Regionalliga startete, fusionierte er mit dem ESV 03 Chemnitz zum ERV Chemnitz 07. Die erste Mannschaft, die sich Wild Boys nennt, schaffte den vorzeitigen Klassenerhalt. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg blieb das Team hinter den Erwartungen zurück. Nachdem mit Mannix Wolf ein neuer Trainer verpflichtet und auch der Mannschaftskader umgebaut wurde, lag der ERV am Ende der Saison auf dem letzten Tabellenplatz. Da es aber aufgrund von Änderungen der Ligenstruktur keinen Absteiger gab, durfte der ERV als Tabellenletzter 2010 in der Oberliga-Ost starten.

Unterdessen gliederte sich die Abteilung Rollhockey aus dem ERV aus und gründete 2010 den eigenständigen RSC Chemnitz. In der ersten Saison der neuen Oberliga Ost gehörte der ERV zu den Spitzenteams der Liga und sicherte sich am Ende den zweiten Platz. Damit qualifizierte sich das Team sowohl für den DEB-Pokal 2011/12, als auch für die Aufstiegs-Playoffs zur 2.Bundesliga. In den Playoffs scheiterte der ERV an den favorisierten Teams aus der Oberliga-West. Am Ende wurde der dritte Platz erreicht, da sich der ERV gegen den Nordmeister Rostock durchsetzte.

Nun sollte 2011/12 der eingeschlagene Weg weiter gegangen werden. Mit fünf Siegen in sechs Spielen war der Start in die Liga optimal. Doch dann folgte im Dezember die Hiobsbotschaft einer möglichen Insolvenz. Damit noch nicht genug gab Trainer Manfred Wolf seinen Wechsel zu den Icefighters Leipzig zum Jahresende bekannt. Dennoch blieb das Team zunächst in der Erfolgsspur, musste aber mit vielen Verletzungen kämpfen. So spielten die Wild Boys bis zum letzten Tag noch um Platz 5, mussten sich dann jedoch mit dem siebenten Rang begnügen. In der folgenden Pokalrunde spielte man bis zum Schluss um den Finaleinzug mit, verpasste diesen am Ende aber knapp.

Neuausrichtung nach Finanzchaos (ab 2012)[Bearbeiten]

Nach der Chaossaison 2011/12 richtete sich der Trägerverein ERV 07 neu aus und setzt verstärkt auf junge Spieler sowie eine Kooperation mit Zweitligisten Dresdner Eislöwen und den Eispiraten Crimmitschau. In der Saison 2013/2014 folgt André Dietzsch Torsten Buschman auf dem Trainerposten, der als sportlicher Leiter agiert.

Mannschaft[Bearbeiten]

Trikotdesign Saison 2012/13[Bearbeiten]

Heimtrikot Auswärtstrikot
Heimtrikot Auswärtstrikot

Nachwuchs[Bearbeiten]

Mannschaft Liga
Jugend Jugend-Bundesliga (ETC Crimmitschau)
Schüler Schüler-Bundesliga (ETC Crimmitschau)
Schüler Ostdeutsche Meisterschaft
Knaben Ostdeutsche Meisterschaft MK 1
Kleinschüler Ostdeutsche Meisterschaft MK 1
Bambini Ostdeutsche Meisterschaft

Spielstätte[Bearbeiten]

Ihre Heimspiele tragen die Mannschaften des ERV Chemnitz 07 in der Eissporthalle Küchwald in Chemnitz aus, welche 1954/1955 errichtet und 1964/1965 überdacht wurde. Das Fassungsvermögen der Halle beträgt 3850 Sitzplätze.

Geschichte der Eissporthalle[Bearbeiten]

  • 1950 - Fertigstellung der Naturfläche Rollstadion
  • 1954/55 - Bau einer Kunsteisfläche am Standort der heutigen Eissporthalle
  • 1964/65 - Überdachung der Kunsteisfläche mit Platz für ca. 2500 Besucher
  • 1972 - Inbetriebnahme der Trainingshalle, Eisschnelllaufbahn und neuer Kälteanlage
  • 1973 - Grundlegende Sanierung der Eissporthalle (u.a. 4200 Plätze)
  • 1982 - Umfangreiche Baumaßnahmen an der Eisschnelllaufbahn in Vorbereitung der 41. Weltmeisterschaften im Mehrkampf der Damen
  • 1984/85 - Bau der Athletikhalle, der Sportmedizinischen Abteilung und des Internats
  • 1994 - Bau einer modernen Rollsportanlage für Rollhockey, Rollkunstlauf sowie Schul - und Breitensport als Freifläche auf der ersten angelegten Naturfläche von 1950
  • ab 1995 - kontinuierliche Modernisierung der Sport - und Sozialeinrichtungen auf dem Gelände des Eisstadions am Küchwald
  • 1998 - die Eissport und Freizeit GmbH Chemnitz wird gegründet
  • ab 1999 Beginn weiterführender Baumaßnahmen zur Erhöhung des Sport - und Freizeitwertes der Einrichtungen (z.B. Schlittschuhservice, Einbau weiterer neuer Sitzschalen (jetzt 3850 Plätze), Einsatz neuer Eisbearbeitungsmaschinen, Sanierung des Parkplatzes)

Vereinsinterne Rekorde[Bearbeiten]

Rekordspieler
Platz Spieler Spiele
1. Michael Stiegler 181
2. Toni Uhlig 168
3. Tobias Rentzsch 158
Top-Scorer
Platz Spieler Punkte (Tore/Assists)
1. Karel Novotny 347 P. (217/130)
2. Jaroslav Kus 325 P. (193/132)
3. Michal Vymazal 208 P. (67/141)
Top-Torschützen
Platz Spieler Tore
1. Karel Novotny 217
2. Jaroslav Kus 193
3. Petr Hrbek 93
Top-Vorlagengeber
Platz Spieler Vorlagen
1. Michal Vymazal 141
2. Jaroslav Kus 132
3. Karel Novotny 130
Strafminuten
Platz Spieler Minuten
1. Sebastian Hammer 450
2. David Seidl 280
3. Michael Stiegler 258
Zuschauerrekord
Platz Gegner Zuschauer (Datum)
1. ETC Crimmitschau 1b 1862 (29.01.1999)
2. EHC Dortmund 1586 (04.03.2011)
3. ELV Niesky 1500 (25.02.2000)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]