EU-SILC

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EU-SILC (englisch "European Union Statistics on Income and Living Conditions ") (dt. Europäische Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen) ist eine europäische Erhebung mit dem Ziel, zeitlich und international vergleichbare mehrdimensionale Mehrebenen- und Längsschnittmikrodaten zu den Themen:

zu sammeln. Es werden dabei sowohl monetäre als auch nichtmonetäre Aspekte nach objektiven und subjektiven Gesichtspunkten erhoben. Das Ziel von EU-SILC ist die Beobachtung von Armut und sozialer Ausgrenzung, und dient in diesem Zusammenhang zur Überwachung der Strategie Europa 2020. Die Erhebung wurde 2003 in 6 Mitgliedsstaaten und Norwegen gestartet und ist in das Europäische Statistische System (ESS) eingebettet. Inzwischen nehmen alle EU Mitglieder sowie die Schweiz, Norwegen, Island, Türkei, Kroatien, Serbien und Mazedonien teil.

Pro Jahr werden in Deutschland ca. 14.000 Haushalte mit 28.000 Personen befragt. Die Qualität der deutschen Daten und der ermittelten Indikatoren wurde in den Anfangsjahren eher skeptisch gesehen,[1] mittlerweile gelten die Ergebnisse als recht zuverlässig. Probleme bestehen weiterhin hinsichtlich der Einbeziehung von gesellschaftlichen Randgruppen in die Erhebung.[2]

Die in den Massenmedien verwendeten Begriffe "Armutsgefährdung" und "Armutsgefährdungsschwelle" beziehen sich häufig auf die Ergebnisse dieser Erhebung. Das Statistische Bundesamt Deutschland führt die Erhebung auch unter dem Titel Leben in Europa.

Die Vorgängerstudie von EU-SILC hieß ECHP (engl. European Community Household Panel) und wurde in acht Wellen zwischen 1994 und 2001 erhoben.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]