EURid

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European Registry for Internet Domains
Logo von EURid
Sitz Diegem
Personen
Schwerpunkt Domain-Vergabe
Budget 12,7 Mio. Euro[1]
Angestellte 66[1]
Website www.eurid.eu

EURid (ein Akronym für European Registry of Internet Domain Names) ist eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Diegem bei Brüssel, Belgien. Weitere Büros befinden sich in Stockholm, Pisa und Prag. EURid ist zuständig für den operativen und technischen Betrieb der Top-Level-Domain .eu.

Geschichte[Bearbeiten]

Die EURid wurde durch die EU-Verordnung 733/2002 vom 22. April 2002 ins Leben gerufen, mit der ein Rahmen zur Einführung der Top-Level-Domain .eu geschaffen wurde. Die Europäische Kommission sollte anschließend in einem „offenen, transparenten und nicht diskriminierenden Auswahlverfahren“ einen Registrar benennen, der den operativen Betrieb der Endung übernehmen sollte.[2] Im Mai 2003 wurde bekannt, dass sich schließlich EURid in der Ausschreibung gegen EUDR und andere Bewerber durchsetzen konnte.[3]

Das Communication Committee der Europäischen Union stimmte den Vergabekriterien für die neue Top-Level-Domain im März 2004 zu.[4] Daher war zunächst geplant, .eu bereits im November 2004 einzuführen.[5] Die ICANN stimmte der Einführung von .eu jedoch erst im März 2005 zu, sodass sich der gesamte Prozess um mehrere Jahre verzögerte.[6] Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers wurde von EURid mit der Überwachung der sogenannten Sunrise Period beauftragt.

Im Juli 2005 begann die EURid erstmals damit, Registrare für .eu zu akkreditieren.[7] Die eigentliche Vergabe wurde am 7. Dezember 2005 gestartet: Im ersten Schritt konnten Inhaber eingetragener Marken und öffentliche Einrichtungen .eu-Domains anmelden, in der zweiten Sunrise Period auch Unternehmen für ihre Firmenbezeichnung und andere. Die öffentliche Registrierung ist seit April 2006 möglich.[8]

Bedeutung[Bearbeiten]

Zwei Jahre nach der Einführung von .eu meldete die EURid einen Bestand von 2,8 Millionen Domains, sowie ein Wachstum von durchschnittlich 2.500 neuen Adressen täglich. 2008 gehörte die EURid damit zu den zehn größten Network Information Centern weltweit.[9] Außerdem verzeichnet die EURid eine überdurchschnittliche hohe Quote an Verlängerungen.[10]

Kritik[Bearbeiten]

Im September 2006 geriet EURid in die Kritik, als während der Einführung von .eu die Domain Name Server ausfielen.[11] Kurze Zeit später bereitete auch der sogenannte EPP-Server Probleme, der für die eigentliche Vergabe zuständig war. Experten und Hoster sprachen von einer Pannenserie, die bei ausreichender Vorbereitung hätte vermieden werden können.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Annual Report 2011. EURid, 4. Juni 2012, abgerufen am 5. März 2013 (PDF, englisch, 4,2 MB groß).
  2. Verordnung zur Einführung der Domäne oberster Stufe „.eu“. In: Amtsblatt der Europäischen Union. 30. April 2002, abgerufen am 6. März 2013 (PDF, 116 KB groß).
  3. Daniel Dingeldey: EU-Kommission hat entschieden. In: domain-recht. 23. Mai 203, abgerufen am 6. März 2013.
  4. Florian Hitzelberger: CoCom macht den Weg endlich frei. In: domain-recht. 19. März 2004, abgerufen am 7. März 2013.
  5. Florian Hitzelberger: Europa-Domain .eu startet im November 2004. In: domain-recht. 28. Dezember 2003, abgerufen am 6. März 2013.
  6. Monika Ermert: ICANN gibt grünes Licht für .eu-Domain. In: heise online. 22. März 2005, abgerufen am 6. März 2013.
  7. Florian Hitzelberger: Akkreditierung pünktlich gestartet. In: domain-recht. 1. Juli 2005, abgerufen am 7. März 2013.
  8. Monika Ermert: Der Ansturm auf .eu-Land kann beginnen. In: heise online. 6. April 2006, abgerufen am 7. März 2013.
  9. Florian Hitzelberger: Europa-Domain feiert 2. Geburtstag! In: domain-recht. 18. April 2008, abgerufen am 7. März 2013.
  10. Florian Hitzelberger: EURid stellt Fortschrittsbericht vor. In: domain-recht. 16. März 2012, abgerufen am 7. März 2013.
  11. Monika Ermert: Ausfall bei der .eu-Registry Eurid. In: heise online. 6. September 2006, abgerufen am 6. März 2013.
  12. Monika Ermert: Pannenserie bei Eurid reißt nicht ab. In: heise online. 13. September 2006, abgerufen am 6. März 2013.