Earl of Dunbar

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Der Titel Earl of Dunbar (bei Schaffung zunächst Earl of Lothian) war ein gräflicher Adelstitel im Südosten Schottlands vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Zeitweise wurde alternativ auch die Bezeichnung Earl of March geläufig. Der erste Träger des Titels (als Earl of Lothian) war Gospatric II. Der zunächst letzte offizielle Titelinhaber war George de Dunbar, der 1435 vom Parlament Titel und Grundeigentum aberkannt bekam.

Im Jahre 1605 wurde der Titel Earl of Dunbar wiederbelebt und an George Home vergeben, Chancellor of the Exchequer sowie seine „männlichen Erben“[1]. Home starb aber nur sechs Jahre später ohne einen Sohn zu hinterlassen. In der Folge beanspruchte zunächst sein Bruder John Home den Titel Earl of Dunbar, sowie in der Folge weitere Familienmitglieder. Sie alle führten den Titel mit dem Zusatz de jure, also ohne jemals offiziell darin bestätigt worden zu sein. Der letzte inoffizielle Earl of Dunbar, der den Titel aktiv verwendete, war Alexander Home, der 1675 verstarb. Seitdem ruht der Titel.

ähnlich lautende Titel[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Earl of March war stets nur eine Alternativbenennung für den Earl of Dunbar – Dunbar war schottisch-englisches Grenzgebiet (engl. March) – und sollte nicht mit dem nach 1455 in Schottland mehrfach aufgelegten Titel Earl of March verwechselt werden. Letzterer war bei seiner dritten Schaffung (1581–1586) außerdem noch mit dem nachgeordneten Titel Lord of Dunbar versehen.

Ein weiterer ähnlich lautender schottischer Titel ist Viscount of Dunbar, der aber erst vom späten 16. bis zum frühen 18. Jahrhundert bestand.

Erste Schaffung (spätestens 1134)[Bearbeiten]

Unter dem Titel Earl of Lothian[Bearbeiten]

Unter dem Titel Earl of Dunbar[Bearbeiten]

Unter Verwendung von Earl of March[Bearbeiten]

Zweite Schaffung (1605)[Bearbeiten]

Träger des Titels de jure[Bearbeiten]

  • John Home, Bruder von George Home, ließ sich seinen Titel vom Lord Advocate – der keinerlei Befugnis in solchen Fragen hatte – bestätigen; verstarb ohne Erben
  • George Home, Neffe des 1. Earl, ließ sich seinen Titel vom gleichen Lord Advocate bestätigen
  • Alexander Home († 1675), Sohn von George Home, dessen Anspruch angeblich von Charles II. bestätigt wurde; Aufzeichnungen hierüber existieren allerdings nicht
  • Alexander Hume (* 1651; † 1720), wanderte nach Aurich aus, sein Titelanspruch wurde von William III. bestätigt; er und seine direkten Nachfahren scheinen diesen aber niemals geführt zu haben

In der Folgezeit kündigten immer wieder einzelne Nachfahren an, Anspruch auf den Titel vor dem House of Lords Committee for Privileges zu erheben. Dies geschah aber nie förmlich oder es konnten keine ausreichenden Belege beigebracht werden. Der Titel Earl of Dunbar ist daher heute ruhend.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • James Miller: The History of Dunbar, from the Earliest Records to the Present Period. With a Description of the Ancient Castles and Picturesque Scenery On the Borders of East Lothian. William Miller, Dunbar 1830. Online-Ausgabe (PDF; 12,0 MB)
  • William Playfair: British family antiquity illustrative of the origin and progress of the rank, honours, and personal merit, of the nobility of the United Kingdom. Accompanied with an elegant set of chronological charts. Volume 8, containing the baronetage of Scotland. T. Reynolds & H. Grace, London 1811.
  • G.E. Cokayne, et al. (Hrsg.): The Complete Peerage of England, Scotland, Ireland, Great Britain and the United Kingdom/13 Volumes Bound in 6. (Hardcover), Palgrave Macmillan, 1984, ISBN 031215836X; Sutton Publishing 2000, ISBN 0904387828.
  • James Balfour Paul: The Scots peerage. Founded on Wood's edition of Sir Robert Douglas's peerage of Scotland; containing an historical and genealogical account of the nobility of that kingdom. Volume 3, Cambridge Scholars Publishing, Cambridge 2010, ISBN 1-150-84244-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Playfair