Ebashi Setsurō

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Ebashi Setsurō (jap. 江橋 節郎; * 31. August 1922 in Tokio; † 17. Juli 2006 in Okazaki) war ein japanischer Physiologe und Pionier auf dem Gebiet der Erforschung der Signalübertragung in lebenden Zellen. Ihm gelang Anfang der 1950er-Jahre u.a. der Nachweis, dass Calcium-Ionen eine wichtige Rolle spielen, wenn Muskelfasern sich kontrahieren – eine Erkenntnis, die seit Jahrzehnten in jedem Lehrbuch der Physiologie erwähnt wird.

Leben[Bearbeiten]

Ebashi fiel schon als Kind durch seine besondere Begabung auf, da er sowohl in der Grundschule als auch in der Mittelschule eine Klasse übersprang. Später wurde er zur Dai-ichi Oberschule zugelassen, der seinerzeit angesehensten Oberschule Japans. Nach seinem Studium wurde er an der Universität Tokio im Alter von 36 Jahren zum Professor für Pharmakologie berufen.

Zu seinen herausragenden Leistungen zählt, dass er weitgehend im Alleingang nachwies, wie Aktionspotentiale, die auf der Oberfläche von Muskelfasern eintreffen, eine Verkürzung von Proteinfäden bewirken können.

Bereits in den 1940er Jahren hatte Albert Szent-Györgyi die biochemischen Grundlagen der Muskelkontraktion weitgehend geklärt. Jean Hanson und Hugh Huxley hatten danach die Struktur und die Bedeutung der in den Muskeln aktiven Eiweiße Actin und Myosin beschrieben. Unklar geblieben war jedoch, wie es den Nerven gelingt, die Kontraktion der Muskelfasern auszulösen.

Ebashi entdeckte, dass in Abwesenheit von Calcium-Ionen jede Kontraktion ausbleibt, und zwar auch dann, wenn reichlich ATP vorhanden ist. Umgekehrt kann schon dann eine heftige Kontraktion hervorgerufen werden, wenn bloß Spuren von Calcium - ein Mikromolar - zugesetzt werden. Andere Forscher vor ihm hatten die Calcium-Abhängigkeit übersehen, da ihre Experimente offenbar stets geringfügig durch Calcium-Spuren aus Laborgläsern und chemischen Reagenzien kontaminiert waren.

Trotz seiner eindeutigen Befunde wurden Ebashis Studien bis in die frühen 60er Jahre hinein keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Die meisten Fachkollegen waren noch jahrelang der Auffassung, dass ein einfaches anorganisches Molekül keinesfalls entscheidend sein könne für die Kontrolle der Muskelkontraktion und vermuteten, dass diese Rolle einem noch unentdeckten, komplexen organischen Molekül zukomme.

Bereits im Jahr 2000 hatte Ebashi einen Schlaganfall erlitten. In einem Nachruf der Fachzeitschrift Nature hieß es, Ebashi habe "zu den weltweit angesehensten Wissenschaftlern auf den Gebieten der Physiologie und der Pharmazie" gehört.

Er erhielt 1968 den Asahi-Preis und er wurde u. a. mit dem Kulturorden ausgezeichnet, dem höchsten japanischen Ehrenzeichen für Forscher. 1979 erhielt er die Croonian Lecture der Royal Society, 1999 den Internationalen Preis für Biologie zugesprochen. Im Jahr 1971 wurde er zum Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina gewählt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Makoto Endo: Setsuro Ebashi (1922-2006). Nature Band 442 vom 31. August 2006, S. 996
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Ebashi der Familienname, Setsurō der Vorname.