ebenda

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Das Adverb ebenda (Abkürzung ebd., auch ebda.), auch ebendort[1], hat die Bedeutung von genau, gerade dort.[2] Es wird insbesondere in wissenschaftlichen Arbeiten beim Zitieren in der Quellen- oder Literaturangabe verwendet, wenn auf dieselbe direkt zuvor bereits angegebene Seite einer Veröffentlichung mehrmals verwiesen wird. Ebenso wird ebenda in Biografien verwendet, wenn Geburts- und Sterbeort identisch sind. Des Weiteren wird es auch in der Amtssprache benutzt, um die Wiederholung einer Ortsangabe zu vermeiden. Ebenda ist gleichbedeutend mit lat. ibidem, ibid., ibd., ib.[3].

Verwendung[Bearbeiten]

Bei der Zitierung schriftlicher Quellen ist ebenda die deutsche Entsprechung des in anderen Sprachen noch üblichen lateinischen ibidem (Abkürzung ib. oder ibd.), das in den Geisteswissenschaften für einen solchen Rückverweis gebraucht wurde. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und um ein Zurückblättern zu vermeiden, empfehlen Norbert Franck und Joachim Stary, die erste Fußnote einer Seite nicht mit einer Abkürzung einzuleiten, sondern mit einer vollständigeren bibliographischen Angabe.[4]

In Biografien ist der Ausdruck üblich, wenn die dargestellte Person an demselben Ort verstarb, an dem sie auch geboren war, z. B. Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben; † 18. Februar 1546 ebenda). Sehr häufig findet sich der Ausdruck in Kirchenbüchern, Todesbescheinigungen und in der Genealogie. Gelegentlich wird der Ausdruck neben daselbst auch in der bürokratischen Amtssprache verwendet, beispielsweise in Gerichtsurteilen oder notariellen Urkunden, z. B. Frau Rita Mustermann, wohnhaft Berliner Straße 1, 00000 Musterstadt […] vertritt ihren minderjährigen Sohn Fritz Mustermann, wohnhaft ebenda […]

Ähnliche Begriffe[Bearbeiten]

a. a. O. / op. cit.[Bearbeiten]

Für wiederholte Quellenverweise auf unterschiedliche Seiten in einem zuvor angegebenen Werk wird die Abkürzung a. a. O. („am angegebenen Ort“, „am angeführten Ort“) plus Seitenzahl(en) verwendet. Die lateinische Entsprechung ist op. cit. (lat. opere citato, dt. im angeführten Werk).

Beispiel: Harry M. Johnson, Sociology, New York 1960, S. 63 f. → Johnson, a. a. O., S. 71 f.
Ein häufiger Fehler ist es, ebenda mit a. a. O. gleichzusetzen; ebenda bezieht sich immer auf dieselbe direkt zuvor bereits angegebene Seite, während sich a. a. O. auf eine andere Seite aus einer direkt zuvor angegebenen Veröffentlichung bezieht.

Eine v. a. im englischen Sprachraum verbreitete Auffassung unterscheidet Ebd. und a. a. O. nicht in Bezug auf den referierten Ort (dieselbe Seite in einem Werk vs. im selben Werk), sondern bezüglich der Ordnung der Verweise: Ibid. (resp. Ebd.) wird verwendet, wenn sich unmittelbar aufeinander folgende Verweise auf dieselbe Quelle beziehen, op. cit. (resp. a. a. O.), wenn zwischen mehreren Verweisen auf eine Quelle Verweise auf andere Werke liegen. Entsprechend kann op. cit. nur in Verbindung mit dem Namen des zitierten Verfassers verwendet werden, während bei Ibid. lediglich die (ggf. abweichende) Seitenzahl anzugeben ist.

Beispiel:
4. R. Poirer, "Learning physics," (Academic, New York, 1993), p. 4.
5. Ibid., p. 9.
6. T. Eliot, "Astrophysics," (Springer, Berlin, 1989), p. 141.
7. R. Builder, J Phys Chem 20(3) 1654-57, 1991.
8. Eliot, op. cit., p.148. [5]

Dito / a detto[Bearbeiten]

Auch das Wort dito erfüllt eine ähnliche Aufgabe. Es steht für „gleichfalls, dasselbe, ebenso“ im Sinne von „das Gleiche wie zuvor (beziehungsweise weiter oben im Text) genannt“. Beispiel:

  • 1 kg Kirschen, gewaschen, abgetropft und entsteint
  • 2 kg Pflaumen, dito
  • 500 g Aprikosen, dito

„dito“ wird auch oft als „dto.“ abgekürzt.

dito ist aus französisch dito entlehnt, das selbst wiederum aus italienisch ditto stammt, einer landschaftlichen Variante von detto, dem Partizip Perfekt des italienischen Verbs dire (sagen). Im kaufmännischen Sprachgebrauch wurde dies als a detto übernommen, was „wie gesagt“, im Sinne von „desgleichen, das Gleiche“ bedeutet. Das italienische dire geht zurück auf lateinisch dicere.

Kurzschreibweise[Bearbeiten]

In Tabellen und Listen, wo oft Gleiches untereinander steht, wird gleichbedeutend zur Verwendung von dito auch eine Kurzschreibweise mit einem Anführungszeichen („) verwendet. Teilweise schreibt man dieses auch links und rechts von einem horizontalen Geviertstrich flankiert (— „ —). Zur genauen Verwendung und den typographischen Regeln siehe auch den Artikel Unterführungszeichen.

Name Alter Haarfarbe
Ferdinand Huber 29 Jahre schwarz
Axel Kramer 27 Jahre
Bernd Klotz braun
Hans Schmitt
Bianca Schulz 17 Jahre blond
Natalie Maier rot

Literatur[Bearbeiten]

  • Poenicke, Klaus: Duden, Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? : Ein Leitf. vom 1. Studiensem. bis zur Promotion / von Klaus Poenicke; 1988, ISBN 3-411-02751-7.
  • Schenk, Hans-Otto: Die Examensarbeit. Ein Leitfaden für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005, ISBN 3-8252-2657-3, S. 88.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: ebenda – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ebendort auf duden.de, abgerufen am 24. Juli 2011
  2. ebenda auf duden.de, abgerufen am 24. Juli 2011
  3. ibidem auf duden.de, abgerufen am 24. Juli 2011
  4. http://www.techniken-wissenschaftlichen-arbeitens.de/beleg/aaO_ebd.htm
  5. http://design.caltech.edu/erik/Misc/Ibid_and_Op_Cit.html