Ebenist

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Ebenist (von französisch ébèneEbenholz‘) ist die erstmals im Jahr 1657 auf einem französischen Dokument belegte, ab dem späten 17. Jahrhundert auch im deutschen Sprachraum gebräuchliche Berufsbezeichnung für einen Kunsttischler (Kunstschreiner). Er unterschied sich vom Tischler (frz. menuisier), der vornehmlich aus heimischen Hölzern einfache, nicht furnierte Möbel sowie Holzvertäfelungen fertigte.

Aufgabenstellung[Bearbeiten]

Im Gegensatz zum einfachen Tischler oder Schreiner verarbeitete der Ebenist in der Regel sehr wertvolle exotische Hölzer, die er als Furniere auf einen Korpus aus ruhigem und weniger kostspieligem Holz leimte. Die Technik der Herstellung von Furnieren und die Verarbeitung zur Marketerie reicht bis ins Mittelalter zurück. Aus Italien, den Niederlanden und dem deutschsprachigen Raum eingewanderte Kunsthandwerker machten sie in Frankreich am Hof Heinrichs IV. und der Maria von Medici populär. Ein Dekret König Ludwigs XIV. räumte den Ebenisten das Privileg einer eigenen Zunft ein, der Corporation des Menuisiers-Ebénistes. Viele Möbel, die von den Mitgliedern der Corporation hergestellt wurden, waren mit einem Stempel (frz. estampille) gekennzeichnet. Königliche Ebenisten waren von dieser Stempelpflicht ausgenommen.

Liste tätiger Ebenisten (Auswahl)[Bearbeiten]

Frankreich[Bearbeiten]

17. Jahrhundert 18. Jahrhundert  

Deutschland[Bearbeiten]

17. Jahrhundert 18. Jahrhundert 19. Jahrhundert
  • Rudolf Gambs, Ebenist in St. Petersburg und Karlsruhe
  • Wilhelm Kimbel, Ebenist und Innenarchitekt, hauptsächlich in Berlin, 20. Jhdt.

Schweiz[Bearbeiten]

18. Jahrhundert 19. Jahrhundert

Literatur[Bearbeiten]

  • Guillaume Janneau: Ateliers parisiens de ébénistes et de menuisiers aux XVIIe et XVIIIe siècle. Ed. S.E.R.G., Paris 1975
  • Jean Nicolay: L’art et la manière des maitres ébénistes français au XVIII siècle. Pygmalion, Paris 1976.
  • Charles A. Packer: Paris furniture by master ebenistes. The Ceramic Books, Newport 1956.
  • François de Salverte: Les Ebénistes du XVIIe siècle, leurs œuvres et leurs marques, cinquième édition. D. de Nobele, Paris 1962.