Eberspächer GmbH

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Eberspächer Gruppe
Logo der Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1865
Sitz Esslingen am Neckar, Deutschland
Leitung
  • Heinrich Baumann
  • Martin Peters
  • Klaus Beetz
  • Thomas Waldhier
  • Dirk Walliser
Mitarbeiter 7.888 (2013)
Umsatz 2.916,4 Mio. € (2013)
Branche Automobilzulieferer
Produkte Abgastechnik, Fahrzeugheizungen, Elektrische Fahrzeugheizungen, Klimasysteme, Fahrzeugelektronik, Tools & ServicesVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.eberspaecher.com

Die Eberspächer Gruppe mit Sitz in Esslingen am Neckar ist ein international agierender Automobilzulieferer mit rund 65 Standorten in mehr als 25 Ländern weltweit. Fast alle großen Pkw- und Nutzfahrzeug (Nfz)-Hersteller zählen zu den Kunden. Das zu 100 % in Familienbesitz befindliche und in fünfter Generation von den Inhabern geführte Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Systementwicklern und -lieferanten für Abgastechnik, Fahrzeugheizungen und Klimasysteme. Eberspächer engagiert sich zudem in der Fahrzeugelektronik sowie bei Systemen und Services zur elektronischen Vernetzung im Fahrzeug. [1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1865 von Jakob Eberspächer in Esslingen am Neckar als Handwerksbetrieb für Dachverglasungen gegründet, 1914 wurde es an den heutigen Standort verlegt. Einer der ersten großen Aufträge war das Glasdach des Hauptbahnhofs Mailand, das Eberspächer 1929 baute.

1932/1933 wurde die Produktion von Heizgeräten und Schalldämpfern aufgenommen. In der Nachkriegszeit war Eberspächer eines der ersten Unternehmen, die Spielzeug herstellten. Zum Sortiment gehörten zu der Zeit auch Arztkoffer aus Metall und Prothesen.

Im Jahre 1953 begann die Produktion von Schalldämpfern für den VW Käfer. Anfang der 1970er-Jahre wurde in Neunkirchen das Abgaszentrum ausgebaut, in dem später einige Produkte entwickelt wurden. In Esslingen wurde in den 1980er-Jahren ein weiteres Forschungs- und Entwicklungscenter aufgebaut.

1995 stellte das Unternehmen „Hydronic“, eine modulare Produktfamilie von PKW-Standheizungen, vor. 1996 gingen motornahe Katalysatoren in Serienproduktion, 1999 elektrische Zuheizer von der Tochterfirma „catem“. 2002 und 2003 wurde die internationale Präsenz durch Tech-Center in Detroit, ein Katalysatorenwerk in Nordamerika und Werke in Tschechien, Frankreich und China ausgebaut, 2004 gingen Dieselrußpartikelfilter in Serie.

2007 übernahm Eberspächer Purem GmbH & Co. mit Sitz in Unna, eine ehemalige Daimler-Tochterfirma, 2008 rückwirkend auch die Herxheimer catem Holding sowie die Tochter DEVELEC, die die Produktpalette auch um KFZ-Leistungselektronik ergänzen.

2008 wurde ein neuer Produktbereich installiert: Als Tochterfirma wurde die Eberspächer Electronics GmbH & Co. KG gegründet. Ihr Geschäftsfeld sind automobile Bussysteme – speziell FlexRay. Die Tochter entstand durch die Übernahme der FlexRay-Tools und -Dienstleistungen von TZ Mikroelektronik in Göppingen. [2]

2010 übernahm Eberspächer Sütrak, einen Hersteller von Omnibus-Klimasystemen, und wurde damit zum Komplettanbieter für Heizung und Kühlung im Busbereich. Das Unternehmen war zuvor eine 100%-Tochter der Carrier Corporation und somit Teil der United Technologies Corporation. [3]

Eberspächer Luft- und Wasserheizgeräte: Airtronic D2 (rechts) und Hydronic 2 Commercial

Mit der 2010 gegründeten Prototechnik GmbH & Co. KG erweiterte die Eberspächer-Gruppe ihr Portfolio in der Abgastechnik. Der Standort Schwäbisch Gmünd wird zum Kompetenzzentrum für Leichtbau und Sonderserienfertigung ausgebaut. [4]

Im Jahr 2011 wurde die österreichische Niederlassung, die im Industriezentrum Niederösterreich Süd beheimatet ist, mit dem Prädikat Leitbetriebe Austria ausgezeichnet. [5]

Produkte[Bearbeiten]

Fahrzeugheizungen[Bearbeiten]

  • Standheizungen (Wasser- und Luftheizgeräte mit 1 bis 35 kW Leistung) für Pkw und Nutzfahrzeuge (Nfz), Wohnmobile, Land- und Baumaschinen, Wasserfahrzeuge
  • Zuheizer für verbrauchsoptimierte Diesel-, Benzin-, Elektro- und Hybridfahrzeuge, denen zu wenig oder keine Restwärme fürs Heizen zur Verfügung steht.

Für den Einbau und Service von Standheizungen gibt es ein Service-/Kundendienst-Netz mit mehr als 11.000 Servicepartnern weltweit, davon 3.000 in Deutschland und über 5.300 im restlichen Europa.

Elektrische Fahrzeugheizungen[Bearbeiten]

Elektrische Luft- und Wasserzusatzheizungen für Fahrzeuge bietet das Tochterunternehmen Eberspächer catem. Die PTC-Heizer lassen sich an kundenspezifische Anwendungen anpassen und sind auch dezentral im Fahrzeug einsetzbar, zum Beispiel als Cabrio-Kopfraumbeheizung aus der Nackenstütze. Serienmäßige Hochvoltheizungen (bis 500 V, bis 7 kW) für Hybrid-, Elektro- oder Brennstoffzellenfahrzeuge produziert das Unternehmen in Herxheim bei Landau/Pfalz.

Abgastechnik[Bearbeiten]

Eberspächer Euro 6 Abgassystem für Nutzfahrzeuge
Eberspächer PKW Abgasanlagen
  • Abgasnachbehandlung, Schalldämpfung und Sound Design.
  • Eberspächer stellt wartungsfreie Rußpartikelfilter für die Autoindustrie (Neuwagen) her.
  • Komplette Abgassysteme sowie einzelne Komponenten wie Schalldämpfer, Katalysatoren, Rohre und Krümmer für Pkw und Nutzfahrzeuge (on-road/non-road).
  • Als Systementwickler/Systemlieferant liefert Eberspächer an die Autohersteller „just in sequence“ (synchron zur Fahrzeugendmontage) auch über „Vor-Ort-Montagewerke“.

2009 wurde der Standort Sindelfingen aufgrund des Verlusts der Lieferungen für die Mercedes-Benz E-Klasse geschlossen. Von der Schließung betroffen waren 54 Mitarbeiter. [6]

Seit 2011 hat Eberspächer in Wilsdruff bei Dresden eine Produktionsstätte für Nutzfahrzeug-Abgasanlagen. Das neue Werk ist speziell auf die Produktion von Abgasanlagen nach der künftigen Euro-6-Norm zugeschnitten, die ab 2014 für alle neuen Nutzfahrzeuge gilt. [7] In Schweden entwickelt und produziert das Unternehmen seit Ende 2011 Abgasanlagen für schwere und mittlere Nutzfahrzeuge. [8] Für die Umsetzung der europäischen Euro-6-Norm profitiert das Unternehmen von seinem Erfahrungsvorsprung aus den USA. Bei Inkrafttreten der dortigen EPA-2010-Gesetzgebung in 2009 - einer vergleichbar strengen Emissionsregulierung - war Eberspächer bereits technologischer Vorreiter. Die Esslinger sind heute führender Anbieter im US-Markt. [9]

Klimasysteme[Bearbeiten]

Eberspächer Sütrak entwickelt, produziert und vertreibt Klimasysteme für Busse mit Verbrennungs- wie auch Hybrid/Elektro- und Brennstoffzellenantrieb. Neben der Zentrale in Renningen bei Stuttgart hat das Tochterunternehmen Fertigungsstandorte in Spanien, Mexiko und Indien. Darüber hinaus ergänzen Klimasysteme für Sonderfahrzeuge das Portfolio von Eberspächer.

Fahrzeugelektronik[Bearbeiten]

Das 2001 gegründete Tochterunternehmen Eberspächer Controls ist Spezialist für komplexe elektronische Steuerungen und das Schalten und Verteilen großer Ströme. Eberspächer Controls betreibt am Standort Landau i.d. Pfalz eine eigene Fertigung und beliefert renommierte Automobilhersteller. Technologisch führend ist das Unternehmen bei der Bordnetz-Stabilisierung für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik. Steuergeräte von Eberspächer Controls regeln auch die elektrotransparente Autoverglasung. Eine gezielte elektronisch gesteuerte Abschattung der Autofenster verhindert, dass sich der Innenraum bei intensiver Sonneneinstrahlung aufheizt, wodurch die Klimaanlage deutlich weniger Energie verbraucht.

Tools & Services[Bearbeiten]

Eberspächer Electronics in Göppingen ist Experte für

und in diesem Teilbereich Wettbewerber der Vector Informatik.

Das Unternehmen unterstützt die Entwickler bei der elektronischen Vernetzung einzelner Bauteile und ganzer Fahrzeuge. Das Portfolio umfasst Tools, Schnittstellen, Testfunktionen sowie Schulungen. Eberspächer Electronics begleitet alle Projektphasen vom Lasten-/Pflichtenheft bis zur Serienprüfanwendung.

Fertigungsstätten[Bearbeiten]

Die Fertigungsstätten für Fahrzeugheizungen befinden sich in Esslingen, England und China. Für Abgastechnik bilden Werke in Neunkirchen (Saar), Wilsdruff bei Dresden sowie in Frankreich, Tschechien, Südafrika und USA einen Fertigungsverbund. Seit 2001 hat Eberspächer in den USA ein Entwicklungszentrum und sieben Werke für Abgastechnik errichtet. In den USA und Kanada ist die Eberspächer-Gruppe durch das Tochterunternehmen Espar Heater Systems [10] vertreten. Mit Joint Venture-Partnern produziert das Unternehmen Abgasanlagen in China, England, Indien, Südkorea und Russland. Im Bau befinden sich eigene Produktionsstätten in Brasilien, China, Russland [11].

Das größte Forschungs- und Entwicklungszentrum mit rund 400 Ingenieuren und Technikern für Grundlagenforschung, Produkt- und Systementwicklung befindet sich am Stammsitz Esslingen/Neckar.

Das Unternehmen hat die Qualitätszertifizierungen nach TS 16949 und ISO 9001#EN ISO 9001 sowie für sein Umwelt-Management die ISO 14.001-Zertifizierung.

Kennzahlen Geschäftsjahr 2013[Bearbeiten]

  • Gesamtumsatz: 2.916,4 Mio. €
  • davon Auslandsanteil: 60,0 %
  • Investitionen: 134,9 Mio. €
  • F & E-Aufwendungen: 138,0 Mio. €
  • Mitarbeiter gesamt: 7.888 [12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  2. Historie tzm.de; abgerufen am 29. April 2013
  3. Eberspächer übernimmt Sütrak. Pressemitteilung Eberspächer-Gruppe vom 1. April 2010; abgerufen am 29. April 2013
  4. Eberspächer übernimmt Ricardo Prototechnik. Pressemitteilung Eberspächer-Gruppe vom 28. Juli 2010; abgerufen am 29. April 2013
  5. Unternehmensprofil Eberspächer GmbH. Leitbetriebe Niederösterreich, abgerufen am 28. Februar 2012
  6. Susanne Preuss: Autozulieferer Eberspächer. Wildwest in Sindelfingen faz.net vom 8. April 2009; abgerufen am 29. April 2013
  7. Eberspächer baut neues Werk in Dresden. Pressemitteilung, 8. November 2010; abgerufen am 20. April 2013
  8. Deutscher Abgastechnikspezialist wird Mehrheitsgesellschafter bei Swenox Pressemitteilung, 10. November 2011; abgerufen am 20. April 2013
  9. Marktführer präsentiert innovative Euro-6-Abgassysteme (PDF; 31 kB) Pressemitteilung, 12. September 2012; abgerufen am 29. April 2013
  10. Espar Heater Systems a subsidiary of the Eberspaecher group of companies. Espar Heater Systems, abgerufen am 10. November 2012.
  11. Eberspächer startet Produktion von Abgasanlagen in Russland. Pressemitteilung Eberspächer-Gruppe vom 11. April 2011; abgerufen am 29. April 2013
  12. Eberspächer Jahresbericht 2013. Eberspächer, abgerufen am 06. Juni 2014, S.2

Weblinks[Bearbeiten]