Ebrodelta

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Ebro-Mündungsdelta
Typische Landschaft des Ebrodeltas
Traditionelle Hütte im Ebrodelta

Das sumpfige Ebrodelta befindet sich an der Mündung des Flusses Ebro ins Mittelmeer im Süden der autonomen Region Katalonien in Nordostspanien.

Lage[Bearbeiten]

Das Flussdelta in Form eines Dreiecks ragt ca. 20 km in die Costa Daurada. Geteilt durch den Ebro liegt der nördliche Teil in der Comarca Baix Ebre, der südliche Teil in der Comarca Montsià. Im äußersten Osten, unmittelbar vor der Mündung des Flusses in das Mittelmeer, bildet der Ebro und ein Seitenarm die Insel Illa de Buda. Mit einer Fläche von 12,3 km² ist es die größte Insel des katalonischen Festlandes. Im Süden ist die Insel la Banya über eine Sandbank mit dem Delta verbunden. Wie ein Flügel ragt im Norden die Halbinsel Punta del Fangar mit ihren Wanderdünen in den Golf de Sant Jordi. Die Stadt Amposta bildet den Zugang zum Delta, in dessen Zentrum sich die Gemeinde Deltebre befindet.

Feuchtgebiet[Bearbeiten]

Mit einer Fläche von etwa 320 km² ist es nach dem Nationalpark Coto de Doñana das zweitgrößte Feuchtgebiet Spaniens und nach dem Nildelta das zweitgrößte Delta im Mittelmeergebiet. Vor 4.000 Jahren begann die Geschichte des Ebrodeltas, das seine heutige Gestalt der Landwirtschaft (Reisanbau) verdankt. Durch das Anlegen kleiner Bewässerungskanäle mit einer Gesamtlänge von ca. 450 km konnten sich im Laufe der Jahrhunderte Sedimente ablagern, die der Ebro aus den Pyrenäen, dem Kantabrischen Küstengebirge und den Gebirgen im Zentrum Spaniens mit sich führt. Dadurch entstand ein nur wenig über dem Meeresspiegel liegendes flaches Sumpf- und Marschland mit Sanddünen und Lagunen mit Süßwasser, bewachsen mit Röhricht.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Ebrodelta ist das größte Reisanbaugebiet Spaniens. Auf ca. 75% der Fläche (20.000 Hektar) wird Reis angebaut und bewässert. Der erste Anbau des Getreides geht auf das Jahr 1609 zurück. Heute werden jährlich etwa 90.000 Tonnen Reis produziert. Im Sommer, vor der Reisernte, breiten sich die Stängel der Reispflanzen wie ein grüner Rasen über das Delta aus. Auf der Insel la Banya wird in Salinen aus Meerwasser Salz gewonnen. Geschützt durch diese Insel liegt der Yacht- und Fischerhafen Port de Sant Carles de la Ràpita. Der Reichtum an Zandern, Barschen, Aalen und Welsen bietet vielen Fischern die Lebensgrundlage. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist auch die Zucht von Muscheln in der Bucht von Port del Fangar. An den 70 künstlich angelegten Muschelbänken werden die Schalentiere gezüchtet und geerntet.

Naturpark[Bearbeiten]

Etwa ein Drittel des Ebrodeltas wurde 1983 als Naturpark (Parc Natural del Delta de l'Ebre) mit einer Gesamtfläche von 80 km² ausgewiesen. Das gesamte Flussdelta ist ein artenreiches Brut- und Rastgebiet für viele Vogelarten, es dient aber auch als Quartier für die Überwinterung von Zugvögeln aus Nordeuropa. Bei einer Zählung wurden ca. 300 verschiedene heimische Vogelarten, Zugvögel, Enten, Reiher, Watvögel, Möwen, Blässhühner und Flamingos gezählt. In den Monaten September und Oktober, nach der Reisernte, bietet das unbedeckte Sumpfland Nahrung für tausende Vögel.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Parc Natural del Delta de l'Ebre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

40.70250.80888888888889Koordinaten: 40° 42′ 9″ N, 0° 48′ 32″ O