Echte Rennmäuse

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Echte Rennmäuse
Burton-Rennmaus (Gerbillus burtoni)

Burton-Rennmaus (Gerbillus burtoni)

Systematik
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)
Tribus: Gerbillini
Untertribus: Gerbillina
Gattung: Echte Rennmäuse
Wissenschaftlicher Name
Gerbillus
Desmarest, 1804

Die Echten Rennmäuse (Gerbillus) sind eine Nagetiergattung aus der Gruppe der Rennmäuse (Gerbillinae). Die rund 60 Arten dieser Gattung leben im nördlichen und östlichen Afrika sowie im südwestlichen und südlichen Asien.

Beschreibung[Bearbeiten]

Echte Rennmäuse erreichen eine Kopfrumpflänge von 5 bis 13 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 7 bis 18 Zentimetern und ein Gewicht von 10 bis 63 Gramm. Ihr Fell ist an der Oberseite gelbgrau oder rötlich gefärbt, die Flanken sind heller und der Bauch weißlich. Der Schwanz ist durchgehend behaart und am Ende meist mit einer kleinen Quaste versehen. Sie weisen die für Rennmäuse typischen verlängerten Hinterbeine auf, der Körper ist schlank. Auffallend sind die verlängerten Ohren und Krallen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Echte Rennmäuse leben in trockenen Gebieten mit sandigem oder felsigem Untergrund mit oft nur wenig Vegetation. Sie sind dämmerungs- oder nachtaktiv, tagsüber ziehen sie sich in selbsterrichtete Baue zurück. Diese können zwei bis drei Meter lang sein und weisen ein mit Pflanzen gepolstertes Nest auf, sie dienen außerdem zum Speichern von Nahrungsvorräten. Mehrere Tiere graben ihre Baue in unmittelbarer Nähe der Nachbarbaue und erwecken so den Anschein großer Kolonien. Die Nahrung der Echten Rennmäuse besteht aus Samen, Wurzeln, Nüssen, Gräsern und gelegentlich Insekten.

Nach einer Tragzeit von rund 20 bis 22 Tagen bringt das Weibchen ein bis acht (durchschnittlich vier bis fünf) Jungtiere zur Welt. Diese sind bei der Geburt nackt und blind, öffnen die Augen mit rund 16 bis 20 Tagen und werden mit einem Monat entwöhnt.

Echte Rennmäuse und Menschen[Bearbeiten]

Einige Arten der Echten Rennmäuse sind als Heimtiere beliebt, darunter die Kleine Ägyptische Rennmaus (Gerbillus gerbillus), die Große Ägyptische Rennmaus (Gerbillus pyramidum), die Blasse Rennmaus (Gerbillus perpallidus) oder die Balutschistan-Rennmaus (Gerbillus nanus).

Viele Arten gelten hingegen aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes als bedroht. Dazu kommt, dass das genaue Verbreitungsgebiet vieler Arten und auch die Abgrenzung einzelner Arten zueinander unbekannt ist. Mehr als 20 Arten werden von der IUCN daher unter „zuwenig Daten vorhanden“ (data deficient) gelistet.

Systematik[Bearbeiten]

Echte Rennmäuse werden in drei Untergattungen eingeteilt, Handecapleura, Dipodillus und Gerbillus. Dipodillus ist am auffallend kurzen Schwanz und den kurzen Hinterbeinen erkennbar, die Tiere der Untergattungen Handecapleura und Gerbillus unterscheiden sich durch die bei ersteren unbehaarten Fußsohlen.

Über die Anzahl der Arten herrscht Uneinigkeit, sie variiert von 40 bis 60. Die nachfolgende Liste folgt Wilson & Reeder.

Untergattung Handecapleura[Bearbeiten]

Untergattung Dipodillus[Bearbeiten]

Untergattung Gerbillus[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerbillus pulvinatus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: D. Schlitter, L. Granjon, 2008. Abgerufen am 16. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerbillus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien